Schriller, bunter, lauter (2018)

Schriller, bunter, lauter (2018)

Schriller, bunter, lauter - Back to the 80s

Fotocollagen zur visuellen Kultur der 80er Jahre

Die künstlerische Auseinandersetzung mit einem Jahrzehnt verbunden mit der Erprobung analoger fotografischer Techniken stand im Mittelpunkt eines universitären Projektes von Kunststudent*innen der Universität Oldenburg.  

Die 80er Jahre, ein Jahrzehnt, das die Studierenden nur aus Geschichtsbüchern, Erzählungen oder Medien kennen, in seinen spannungsreichen wie widersprüchlichen Facetten kennenzulernen, sich mit Dokumenten historischer Ereignisse aus Politik, Medien, Alltags- und Populärkultur auseinanderzusetzen, war Aufgabe und Ausgangspunkt der kunstpraktischen Übung „Lichtspuren“. 

Die künstlerisch-praktische Erforschung und Aneignung der Bildkultur der 80er Jahre, das Suchen und Verarbeiten von bekanntem und weniger bekanntem visuellen Material als Impuls für die Entwicklung einer individuellen Perspektive auf Vergangenheit war Voraussetzung für die Umsetzung der Fotocollagen mit Hilfe der historischen Technik der Cyanotypie. Dabei ging es zunächst darum eigenen Interessen zu folgen, sich Bildern und Motiven der visuellen Kultur anzunähern, deren historischen Hintergrund zu recherchieren, Bildelemente zu suchen, auszuwählen, mittels Fotocollagetechniken zu kombinieren. 

Aufgabe war es einen Bildentwurf zu konzipieren, der es nötig macht, mit eher eindeutigen, klar (wieder-) erkennbaren Bildelementen zu arbeiten, die Auswahl zu verdichten und in einen vorgegebene Maskenrahmen einzufügen. Die z. T. verblassende Blautonung der Cyanotypie-Technik verbindet alle Collageelemente zu einem zusammenhängenden Tableau und hebt über die verfremdende Ästhetik die Geschichtlichkeit der Dekade hervor. 

Das offene Spielen mit Form und Inhalt, mit Zeichen und Bedeutungen als wesentliche Vermittlungsinstanzen sollte sich zu einer subjektiv-interpretativen Sicht auf eine historische Dekade zusammenfügen, zu einem Blick aus der Gegenwart auf die Vergangenheit.  Die zeitliche und emotionale Distanz der Studierenden zu Ereignissen der 80er Jahre, ihr unverstellter, spontaner manchmal auch respektlos-ironischer Umgang mit dem Ausgangmaterial führte zu ganz neuen überraschenden Bildaussagen, zu neuen Sinnzusammenhängen, deren spannungsreiche Leerstellen es für die Betrachter*innen zu füllen gilt.   

Arbeitsschritte:

  • Recherche in Büchern, Familienalben, im Netz nach Bildern der 80er:
    z. B. in Politik, Popmusik, Mode, Kunst, Film, TV, Design, Technik u.a.
  • Mehrere Vorlagen auswählen, bearbeiten und ausdrucken
  • Erstellen von Folienkopien (A4) der Bildelemente im Negativ 
  • Ausschneiden, neuarrangieren, kombinieren des Bildmaterials im vorgegebenen Maskenrahmen, so dass sich eine stimmige Aussage ergibt 
  • Übertragen der Collage in die Cyanotypie-Technik    


StudentInnen: Annika Christoph, Mayra Ege, Celine Haferkamp, Katrin Hanenkamp, Katrin Helms, Merle Körte, Sabrina Mudrak, Janine Oldiges, Kimberly Schmidt, Fabienne Schünemann, Mareike Tanzen 

Leitung:  Sabine Wallach, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Kunst und Medien
Kontakt: sabine.wallach@uni-oldenburg.de

Ort:
Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Schloßatelier

Ausstellungsdauer:
Sonntag, 25.11.2018 bis Sonntag, 24.02.2019

(Stand: 21.08.2020)