Andrea Hubin und Karin Schneider

Andrea Hubin und Karin Schneider

Metaphernproduktionsmaschinen.
Koloniale Denkmuster, die freie Kunst der Kinder und das Potential von Scharnierfiguren

Vortrag am 25.6., 10:15-11:45 Uhr

Ausgehend von unserer eigenen Praxis und Geschichte im Feld kritischer Kunstvermittlung im Museumskontext, laden wir bei dieser Vorlesungseinheit zu einer Reflexion des Rucksacks, den wir -- auch bei besten Intentionen -- mit unserem Tun aus der Geschichte mitschleppen; Steine im Gepäck, die nicht so einfach loszuwerden sind, auch weil sie uns nicht immer bewusst sind. Mit Blick u.a. auf den Wiener Künstler und "Erfinder" der Kinderkunst, Franz Čižek (1865-1946), diskutieren wir die oft unheimlichen Verbindungen von libertären Vorstellungen freier Kreativität und kindlicher Kunstentfaltung mit evolutionistischen, kolonialen oder antisemitischen Denkfiguren. Dabei interessieren uns vor allem die Spuren dieser Ideologeme in der Gegenwart, sowie methodische Vorschläge, diese durch kunstbasierte Kunstvermittlung zu dekonstruieren.

Andrea Hubin ist Kunsthistorikerin und Kunstvermittlerin mit Arbeitsschwerpunkt in der Kunsthalle Wien, wo sie u.a. 2013-2020 für die Entwicklung und leitende Betreuung des partizipativen Reflexions- und Aktionsraums „Community College“ verantwortlich war. Wichtige Stationen als Vermittlerin sind 2007 die documenta 12, wo auch das Wissenstransferprojekt DEUTSCH WISSEN entsteht sowie 2008 die Konzeption der Kunstvermittlung der 5. Berlin Biennale.

Karin Schneider ist Zeithistorikerin und Kunstvermittlerin. Sie leitet die Kunstvermittlung in den Museen der Stadt Linz, Lentos Kunstmuseum und Nordico Stadtmuseum. Von 2007-2019 war sie in mehreren Projekten zur Entwicklung und Erforschung kunstbasierter Methoden der Geschichtsvermittlung tätig u.a. "MemScreen" und "conserved memories" an der Akademie der bildenden Künste Wien und „TRACES – transmitting contentious cultural heritages with the arts“ am Institute for Art Education der Zürcher Hochschule der Künste. 2001-2007 war sie Stabstelle Kunstvermittlung am mumok.

Karin Schneider und Andrea Hubin forschten gemeinsam mit Carla Bobadilla und Barbara Mahlknecht im Projekt „Intertwining Hi/Stories of arts education“ des internationalen Netzwerks „Another Roadmap for Arts Education“.  Sie unterrichten gemeinsam Methoden der Kunstvermittlung an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Zusammen entwickeln und moderieren sie für verschiedene Kontexte, etwa das Volkskundemuseum Wien, diskursive Projekte mit experimentell-performativem Charakter.

jüngste Veröffentlichungen zur Vortragsthematik:


- Hubin, Andrea; Schneider, Karin: "Metaphernproduktionsmaschinen. Koloniale Denkmuster, die freie Kunst der Kinder und das Potenzial von Scharnierfiguren", in: vermittlung vermitteln. Fragen, Forderungen und Versuchsanordnungen von Kunstvermittler*innen im 21. Jahrhundert (Hg. von Ayşe Güleç, Carina Herring, Gila Kolb, Nora Sternfeld, Julia Stolba), Berlin (nGbK) 2020


- Hubin, Andrea; Schneider, Karin: „Rätselflüge – Denkbewegungen durch ein schwieriges Erbe progressiver Kunstvermittlung in Österreich / Flight of Riddles – Thinking Through the Difficult Legacy of Progressive Art Education in Austria“, in: IAE Journal Art Education Research #15: intertwining hi/stories of arts education, Zürich 2018, blog.zhdk.ch/iaejournal/

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