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Verw. Prof. Dr. Rahel Puffert

An-Chi Cheng

Geschichte des Instituts für Kunst im Kontext:die Rolle eines Studiengangs in der Gesellschaft und der Wandel des Begriffs „Kulturarbeit“ (Arbeitstitel)

Zwischen dem Ende der 1970er und dem Anfang der 80er Jahre ereigneten sich im kulturpolitischen Bereich in der Bundesrepublik Deutschland zahlreiche Umbrüche. Künstler*innen forderten eine neue Positionierung in der sich wandelnden Gesellschaft. Infolgedessen wurde im Jahr 1976 der Modellversuch Künstlerweiterbildung, der Vorläufer des heutigen Studiengangs Art in Context, ins Leben gerufen. Zwei Themenkomplexe bilden den Schwerpunkt der Forschung. Zum einen geht es um die Rolle des Studiengangs in der Gesellschaft, insbesondere darum, wie die unterschiedlichen Strukturierungen verschiedener Ansätze zur Künstlerweiterbildung die politischen Verhältnisse der Zeit widerspiegeln. Zum anderen ist der Wandel des Begriffs „Kulturarbeit“ ein Themenschwerpunkt der Forschung. Hier wird die Frage gestellt, ob „Kulturarbeit“ entpolitisiert ist und welche Rolle sie im Kontext einer neoliberalen Ideologie spielt.

An-Chi Cheng, Kulturschaffender. 2012-2015 Postgraduales Masterstudium am Institut für Kunst im Kontext an der UdK Berlin mit den Schwerpunkten „künstlerische Arbeit mit gesellschaftlichen Gruppen“/„Kunst im öffentlichen Raum“. In Taiwan arbeitete er kollaborativ mit NGOs und Aktivist*innen. Seine Forschung und Praxis fokussiert auf das Verhältnis zwischen Kunst, Bildung und sozialer Transformation.

Anna Chrusciel

Re-Konstruktion des Wirkungsbegriffs im Kontext kultureller Bildung (Arbeitstitel)

Ziel des Dissertationsvorhabens ist es, den im Diskurs der kulturellen Bildung so zentralen Begriff der Wirkung zu erforschen, und seine Konstruiertheit aus den verschiedenen Perspektiven beteiligter Akteure (VermittlerInnen, Institutionen, KulturpolitikerInnen, LehrerInnen, TeilnehmerInnen) zu befragen. Es soll untersucht werden, welche Erzählweisen über Wirkungen die verschiedenen Akteure produzieren und welche Konzepte von Bildung, Kunst und Kultur ihnen zugrunde liegen, um den Wirkungsbegriff unter Einbeziehung dieser Perspektiven im Sinne einer kritischen Kunstvermittlung zu rekonstruieren. Ausgangspunkt für diese Untersuchungen bildet das Programm Kultur macht Schule des Kantons Aargau.

Anna Chrusciel ist seit Mai 2009 am Institute for Art Education. Sie ist verantwortlich für die wissenschaftliche Begleitung des Programms Kulturvermittlung von Pro Helvetia und das Forschungs- und Entwicklungsprojekt des Aargauer Programms Kultur macht Schule. Ausserdem ist sie Initiatorin von The Big Draw Berlin, einem Festival, das sich der Vermittlung des Zeichnens widmet. Nach dem Studium der Wirtschaftskommunikation arbeitete sie im Bereich Marketing für das Jüdische Museum Berlin.

Katharina Flieger

Wie über Kultur berichten? – Eine Kritik der Kulturpublizistik aus Perspektive Postkolonialer Theorie (Arbeitstitel)

Kern des Dissertationsvorhabens ist der Versuch einer Kritik an der (Deutsch-)schweizerischen Kulturpublizistik aus der Perspektive Postkolonialer Theorie hinsichtlich der Reproduktion von Rassismus, Exotismus und Othering. Die Arbeit verfolgt einen interdisziplinären Ansatz aus Theorie und Praxis. Ausgangslage dafür ist ein Unbehagen, als Journalistin Teil hegemonialer visueller und sprachlicher Repräsentationen zu sein und im eigenen Schaffen Stereotypen über das ‚Fremde’ und ‚Andere’ weiter zu reproduzieren. Ziel der Arbeit ist es, Strategien für eine alternative Schreibpraxis zu entwickeln, in deren Rahmen obengenannte Repräsentationen reflektiert und gebrochen werden sollen.

Katharina Flieger ist Kulturschaffende, freie Kulturjournalistin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institute for Art Education. An der ZHdK studierte sie Theorie (Bachelor of Arts) sowie Kulturpublizistik (Master Art Education). Sie lebt und arbeitet in Winterthur und ist unter anderem für diverse Kulturformate wie SRF Kultur, das Winterthurer Kulturmagazin Coucou und das Ostschweizer Kulturmagazin Saiten (Print, Online und TV) tätig.

Simon Harder

Kunstvermittlung als Verhandlungsraum von UnSichtbarkeiten

Das Promotionsvorhaben soll, fokussiert auf aktuelle Erkenntnisse aus den Queer- und Cultural Studies in the Arts, Prämissen für eine queer-feministisch informierte Kunstvermittlung her-ausstellen. Im Sinne des Ansatzes der Praxisforschung soll in exemplarischen Fallstudien der Transfer in die Praxis gleichzeitig erprobt und analysiert werden. Basis dafür bildet die Analyse ausgewählter Kunstwerke. Es interessiert, ob und wie diese zu Kulturanalytiker_innen werden, ob und wie sie Kultur sichtbar, verhandelbar machen und auch verschieben können. Dabei soll durch einen künstlerisch-forschenden Umgang mit der Arbeit am Text dessen Gemachtheit und Wirkmacht und seine performative Mittlerfunktion im semiologischen Prozess mit zur Aufführung gebracht werden. So soll er selbstreflexiv als eine Form des Nachdenkens untersucht und die Frage, wie sich Kulturanalyse als künstlerische Praxis denken und praktizieren lässt, beispielhaft beantwortet werden. Schliesslich sol-len daraus erwachsende Konsequenzen für eine Kunstvermittlungspraxis aufgezeigt werden, die queer-feministische Prämissen ernst nimmt. 

Simon Harder, Kunstvermittler, seit 2012 wiss. Mitarbeiter im Projekt Zeichenwerkstatt am Institute for Cultural Studies in the Arts (ICS), ZHdK, bis 2015 Praxisforschender im Projekt Kalkül und Kontingenz am IAE, seit 2011 Lehrer für Bildnerisches Gestalten an der Kantonsschule Olten. Studium: Master of Art in Art Education mit Vertiefung bilden & vermitteln, ZHdK, 2012; Diplom zum Vermittler für Gestaltung und Kunst im sozial und sonderpädagogischen Bereich, ZHdK, 2008. Das Promotionsprojekt wird am ICS durch den SNF gefördert.

Nora Landkammer

Vermittlung in ethnologischen Museen - postkoloniale Perspektiven (Arbeitstitel)

Gegenstand der geplanten Arbeit ist die Vermittlung in ethnologischen Museen im deutschsprachigen Raum. Wie positionieren sich aktuelle Diskurse und Praktiken der Vermittlung in ethnologischen Museen zur postkolonialen Kritik an der Institution Völkerkundemuseum? Ziel des Vorhabens ist, im Austausch mit der Praxis sowie in Auseinandersetzung mit Literatur aus dem Feld postkolonialer Theoriebildung zu diskutieren, welche Möglichkeiten diese Museen für eine dekolonisierende, antirassistische Vermittlungspraxis bieten.

Nora Landkammer ist Kunstvermittlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institute for Art Education, ZHdK. Studium Kunst und Kommunikative Praxis sowie Hispanistik; Tätigkeit in der Vermittlung bei der documenta 12 und in der Kunsthalle Wien. Sie arbeitet am IAE in Forschungs- und Entwicklungsprojekten im Feld Vermittlung in Museen und Ausstellungen und in der Lehre im MA in Art Education, Vertiefung ausstellen&vermitteln.

Anna Schürch

Geschichte(n) des Kunstunterrichts. Historische Studie zum gymnasialen Unterricht und zur Ausbildung der FachlehrerInnen in der Schweiz seit 1970 (Arbeitstitel)

Das Forschungsvorhaben bezieht sich auf den gymnasialen Unterricht im Zeichnen resp. Bildnerischen Gestalten sowie auf die Ausbildung der FachlehrerInnen seit 1970 und untersucht die Entwicklungen in Zürich und Basel vergleichend. Ziel der Untersuchung ist es, den Wandel sowie die historisch und lokal unterschiedlichen Ausprägungen des Diskurses von gymnasialer Bildung in Gestaltung und Kunst darzustellen. Zentral ist dabei das Aufarbeiten und Sichtbarmachen von Konzepten, Theorien, Methoden und Modellen sowie ihrer Manifestation und Weiterentwicklung in der Praxis. Die beiden Erfahrungsfelder des Unterrichts und der Ausbildung sollen zudem in ihren Interdependenzen betrachtet werden: Von besonderem Interesse sind die Auseinandersetzungen zwischen den Studiengängen an den Kunst(hoch)schulen und dem Berufsfeld in Fragen der Fachkonzeption und -entwicklung, des kunst-pädagogischen Verständnisses sowie ihres jeweiligen Verhältnisses zu den Referenzfeldern "Kunst" und "Pädagogik".

Anna Schürch arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institute for Art Education und als Dozentin im Bereich Fachdidaktik am MA in Art Education, Vertiefung bilden & vermitteln an der Zürcher Hochschule der Künste, ZHdK. Studium Lehramt für Bildende Kunst sowie Kunstwissenschaft in Basel. Arbeitsschwerpunkte: historische und aktuelle schulische Kunstpädagogik.

Emma Wolukau-Wanambwa

Visual Arts Education in the Colonial and the Post/-Colonial Uganda
The formation of subjects and the production of aesthetics (AT)

Der Ziel meines Dissertationsvorhabens ist zu untersuchen, wie koloniale Gouvernementalität die formelle Kunstbildung im Protektorat Uganda (1935-1962) prägte. Ich möchte ihre Rolle in Prozessen der Subjektivierung und in den ästhetischen Diskursen analysieren, die im Kontext der kolonialen Bildung entstanden, und den andauernden Einfluss der kolonialen Gouvernementalität auf Diskurse über Kunst und Kunstbildung im gegenwärtigen Uganda herausarbeiten.

Emma Wolukau-Wanambwa arbeitet als Künstlerin mit einer Vielzahl von Medien, die Installation, Sound, Video, Fotografie, Drucktechniken, Zeichnung und Text umfassen. Seit 2011 forscht sie zum Erbe des britischen Kolonialismus in Ostafrika, u.a. zur Geschichte der Kunstausbildung in Uganda. Sie arbeitet mit dem IAE in den Projekten Decolonizing Artistic Education (Kooperation mit der Nagenda International Academy of Art & Design (NIAAD), Uganda) und Art School Differences zusammen.

Webm7niaster (zoesj/ax.whuegener@ufool.del6ug) (Stand: 07.11.2019)