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Patrick Hentze

Arbeitstitel:

Ambivalenzen des Fortschritts - Konzept zur Vermittlung einer kohärentistischen Orientierungskompetenz bei technikethischen Normen- und Wertekonflikten

Forschungsvorhaben:

Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die immer wieder zu konstatierende Partikularisierung der Wissenschaft in Disziplinen und Fächer. In Bezug auf Erkenntnis und Wissen ist diese Situation dann bedenklich, wenn Interaktion und Kommunikation zwischen den Disziplinen ausbleiben und aus disziplinären Grenzen Erkenntnisgrenzen werden. Die Forderung nach Transdisziplinarität entspricht der Vorstellung, dass sowohl die Vergangenheit, die Gegenwart wie auch die Zukunft besser erklär-, beeinfluss- und gestaltbar sind, wenn man die Welt aus den verschiedenen disziplinären Blickwinkeln betrachtet.

Auch im ökonomischen Umfeld hat sich eine solche Transdisziplinarität in einigen Bereichen manifestiert. Die sich rasant entwickelnden naturwissenschaftlichen Erkenntnisse werden zu Geschäftsideen geformt und führen zur Entstehung neuer, innovativer Industrien wie der Biotechnologie, Informationstechnologie, Nanotechnologie und Cognitive Sciences, die in dieser Arbeit unter dem Begriff Converging Technologies zusammengefasst werden. So erfolgsversprechend und attraktiv Transdisziplinarität auch erscheinen mag, lassen sich jedoch immer wieder Verständigungsprobleme zwischen den unterschiedlichen Disziplinen, Fachabteilungen, Interessengruppen etc. beobachten. Die jeweiligen Disziplinen kommunizieren unterschiedlich, verfügen über distinkte Denkstile, Sprachspiele und wissenschaftliche Arbeitsmethoden. Diese Heterogenität und Diversität verschafft der jeweiligen Disziplin zwar Identität, doch erweist sich die transdisziplinäre Kommunikation als komplexes und kompliziertes Vorhaben. Dabei gilt es, diese Differenzen eher als Chance denn als Problem aufzufassen, um eine neue Art der epistemologischen Orientierung zu ermöglichen. Im Zusammenhang mit den Converging Technologies manifestieren sich dabei die Ambivalenzen des naturwissenschaftlich-technischen Fortschritts.

Daraus ergibt sich u.a. die wissenschaftliche Fragestellung, wie ein Unternehmen sich angesichts dieser Ambivalenzen orientieren und sich der damit verbundenen technikethischen Konflikte annehmen kann. Wie können Unternehmen sich auf gesellschaftliche Diskurse vorbereiten? Wie können die eingesetzten technischen Mittel ethisch bewertet werden? Die Auseinandersetzung mit ethischen Themen ist für Unternehmen keine neue Thematik. Die Bereichsethiken der Wirtschafts- und Unternehmensethik sind etablierte Forschungsfelder. Können aber unternehmensethische Ansätze auch bei technikethischen Fragen Orientierung geben? Welche Antworten bietet die Disziplin der Technikethik an? Dabei soll keineswegs ein ethisches Patentrezept gesucht werden, das konkrete Konfliktlösungen präsentiert. Vielmehr ist ein Konzept zu entwickeln, das als Aufforderung zu verstehen ist, sich mit diesen Konflikten auseinanderzusetzen, um orientiert und gewappnet in die gesellschaftliche Kommunikationsebene eintreten zu können. Gefordert ist die Entwicklung einer Orientierungskompetenz für ökonomische Akteure vor dem Hintergrund komplexer ethischer Fragestellungen.

Kontakt: Hentze@mail.com

Webcx+mast+2serwfzf (ulri6wyebkeboqu.ksutuochze3c@uol.de7hee) (Stand: 07.11.2019)