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Christina Freund, M.A.

Promotionsprojekt: Religiöse Pluralität in Europa ausstellen und vermitteln – Europa-Museen als Vermittlungsorte religiöser Vielfalt

Erstbetreuerin: Prof. Dr. Nicola Brauch (Universität Bochum)
Zweitbetreuerin: Prof. Dr. Karen Ellwanger

Promotionsprojekt

Die meisten kulturgeschichtlichen Museen behandeln das Thema "Religion" im Allgemeinen und "religiöse Vielfalt" im Besonderen eher randständig. Gleichzeitig stellt religiöse Pluralität eine Herausforderung für die Museumsarbeit dar, weil Museen einem immer diverser werdenden Publikum begegnen müssen. In der Folge sind "Meister-Erzählungen" einer homogen imaginierten Nation nicht mehr überzeugend. Europa-Museen versuchen neue Narrative zu eröffnen, indem sie den Bezugsrahmen nicht mehr national, sondern europäisch abstecken.
Die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen zeigen, dass "Religion" trotz einer fortschreitenden Säkularisierung in vielen Bereichen unseres Lebens – insbesondere in Westeuropa – weiterhin als wichtiger Identitätsstifter und -marker fungiert. So wird vorwiegend von rechts-konservativen Stimmen ein "säkularisiertes Christentum" als liberale "europäische Leitkultur" herausgestellt, welche mit dem angeblich "rückständigen Islam" unvereinbar sei.

Religiöse Pluralität birgt ein Konfliktpotenzial, sofern wenig bis kaum Interaktion mit den jeweiligen marginalisierten Gruppen stattfindet. Wenn Kenntnisse über die "fremde" Religion kaum vorhanden sind, können sich Ressentiments nahezu ungehindert ausbreiten. Als Begegnungs- und Vermittlungsorte können Museen über vergangene und gegenwärtige religiöse Vielfalt informieren und aufklären.

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, mittels einer qualitativ-vergleichenden Herangehensweise zu analysieren, wie europäisch ausgerichtete Museen religiöse Pluralität ausstellen und vermitteln. Den Untersuchungsgegenstand bilden das Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel, das Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers in Marseille und das Museum Europäischer Kulturen in Berlin.

Die Untersuchung zielt auf ein vertieftes Verständnis über Mechanismen und Praktiken der Aushandlung religiöser Pluralität in Europa-Museen ab. Dazu ist eine Kombination aus Quellenstudium und Feldforschungsphasen mit wechselnden Erhebungs- und Auswertungsphasen geplant.

Fachgebiete

  • Museum und Ausstellung
  • Kulturgeschichte & -theorie, Erinnerungskultur
  • Materielle Kultur

Wissenschaftlicher Werdegang

  • seit 2021: Doktorandin im Forschungskolleg "Regionale Regulierung Religiöser Pluralität im Vergleich" (RePliV)/Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ruhr-Universität Bochum (CERES)
  • seit 2021: Lehrbeauftragte am Institut für Materielle Kultur, u.a. Koordination der interdisziplinären Ringvorlesung "Sammlungs-TEIL-habe – Partizipation an (Universitäts-)Sammlungen" (WiSe 20/21)
  • 2019-2020: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Materielle Kultur, stellv. Kustodin der Sammlung Textile Alltagskultur, Lehre im Bereich Kultur- und Museumswissenschaften
  • 2019: Masterarbeit "Konstruktionen von Nation in Ausstellungen über den Ersten Weltkrieg –Eine vergleichende Analyse des Musée de l'Armée Paris und des Museums der Bundeswehr Dresden"
  • 2016-2019: Studentische Hilfskraft bei Prof. Dr. Karen Ellwanger, Direktorin des Instituts für Materielle Kultur
  • 2016-2019: Masterstudium interdisziplinärer Studiengang Museum und Ausstellung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
  • 2012-2016: Studium Kulturanthropologie / Europäische Ethnologie und Französisch / Galloromanistik an der Georg-August-Universität Göttingen und Université Rennes 2, Frankreich

Publikationen

Freund, Christina (2019): Konstruktionen von ‚Nation‘ in Ausstellungen über den Ersten Weltkrieg – Eine vergleichende Analyse des Musée de l’Armée Paris und des Museums der Bundeswehr Dresden. In: Ellwanger, Karen et al (Hg.): Studien zur Materiellen Kultur (Materielle Kultur und Museum, Band 37).

Freund, Christina (2019): Constructs of “Nation” in First World War Exhibitions. An Analysis of the Musée de l’Armée, Paris, and the Museum der Bundeswehr, Dresden. In: ICOM Deutschland und Tout-Smith, Deborah (Hrsg.): Museums, Borders and European Responsibility: One Hundred Years after the First World War, Heidelberg: arthistoricum.net, 2019 (Beiträge zur Museologie, Band 8). https://doi.org/10.11588/arthistoricum.564

Achterberg, Rahel et al (2018): Zwischen zwei Welten. Menschen mit und ohne Behinderung erzählen. Begleitband zur Ausstellung.

Vorträge

24.11.2018: "Constructs of 'Nation' in First World War Exhibitions. An Analysis of the Musée de l’Armée, Paris, and the Museum der Bundeswehr, Dresden“, Project Slam ICOM Europe/ICOM Germany Conference: Museums, Borders and European Responsibility: One Hundred Years after the First World War in Koblenz

Ausstellungen

Eigene Ausstellungsbeteiligungen

2018

„Australische Ghostnets – Kunst aus dem Meer“, Übersee-Museum Bremen
(persönliche Assistenz der Kuratorin)

2016
"Zwischen zwei Welten – Menschen mit und ohne Behinderung erzählen"
Wanderausstellung u.a. in Jever, Varel, Wilhelmshaven

Betreute Ausstellungsprojekte Studierender

2019
"Wie wir wissen 
Schnittstellen zwischen Forschung und Alltag", Schlaues Haus Oldenburg
im Rahmen des Masterstudiengangs 'Museum und Ausstellung'
stellv. Projektleitung

 

Tagungsorganisation

5. Dezember 2020: 3. ICOM Young Professionals Netzwerk Treffen online via ZOOM, Mitglied in der Planungsgruppe der YPs

Mitgliedschaften

  • ICOM – The International Council of Museums
  • Deutscher Museumsbund
  • Deutsche Gesellschaft für Volkskunde
(Stand: 08.07.2021)