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Miriam Kuhlmann

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Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
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Hagia Sophia

Auszug eines Exkursionsberichts


Der älteste Bau dieser Größe in Istanbul ist die Kuppelbasilika Hagia Sophia, also die Weisheitskirche, die als Hauptkirche des oströmischen Reiches unter Justinian konzipiert und erbaut wurde. Architekt war Anthemios von Tralleis, Bauingenieur war Isidor von Millet. Beide waren Physiker, Mathematiker und Architekten. Isidor lehrte Pysik erst in Alexandria, später in Konstantinopel. Die Hagia Sophia wurde 537 fertig gestellt und zeugt in ihrer Größe und Ausgestaltung einerseits von bewußt implizierter Machtdemonstration. Andererseits haftet diesem ehemaligen Mittelpunkt der Orthodoxie eine mystische Komponente an, dies sich etwa darin ausdrückt, das ab der Höhe der Emporen ein Großteil der Flächen mit goldenen Mosaiken bedeckt war. Die Kuppel stürzte 558 durch ein Erdbeben ein und wurde von Isidors Neffe in nahezu erhaltener Form neu gebaut. Seit 641 wurde sie als Krönungsort der Kaiser genutzt und schwor eine Elite auf einen Herrscher ein. Nach persönlicher Schätzung fanden mehrere tausend Menschen in dem Kirchenraum Platz. Die Emporen südlich und nördlich waren als Frauengalerien konzipiert.
Über dem Narthex, also dem schmalen Quervorraum, befand sich die Kaisertribüne. Es gab zudem im Süden einen separaten Eingang für den Kaiser. Das Licht wurde weit stärker genutzt als unter den späteren Umbauten.
1453 wird sie zur Hauptmoschee Konstantinopels umgewandelt, christliche Attribute entfernt und überdeckt und in osmanischer Tradition zu einem Gesamtkomplex mit Armenküche, Bibliothek, Brunnen und Minaretten ausgebaut.
Die byzantinischen Ursprünge waren dabei nicht immer präsent. So wurden bei ersten Restaurierungsbestrebungen christliche Mosaiken entdeckt und wieder überdeckt. Unter Atatürk kam es zu einer bewußt implizierten Umnutzung zum Museum. Die Hauptmoschee zu musealisieren, war ein harsches Zeichen strikter Säkularisierung. Zugleich sollte durch Freilegung verschiedener Schichten die Einflüße der verschiedenen Kulturen kenntlich gemacht werden, die die türkische Kultur gebildet hatten und so ein vielgestaltes Nationalgefühl erzeugen. Heute fungiert die Hagia Sophia vor allem als touristischer Hauptanlaufspunkt der Stadt, ist aber gleichzeitig als Museum aktiv auch in der Erforschung der Geschichte des Gebäudes.

Webmastcker (s.mallon@uhnolovr.de) (Stand: 10.02.2020)