Hagia Sophia Bericht 8

Hagia Sophia

Auszug eines Exkursionsberichts

Gleich der erste Tag der Exkursion führt uns in das wohl berühmteste, oder in der westlichen Welt bekannteste, Bauwerk der Stadt. Die Hagia Sophia befindet sich im Kern der historischen Altstadt. Als Museum ausgewiesen, habe ich beim Eintreten das Empfinden einer riesigen Markthalle. Dies ist sicher schon allein der enormen Menschenmenge geschuldet, welche sich mit mir in dem gewaltigen Kuppelbau befindet. Der erste Gedanke, der meinem theoriegeknächteten Kopf kommt: 'Das hier ist kein Museum. Ein Museumsobjekt, ja, ein historischer Raum aber kein Museum.' Tatsächlich begehnet man auch hier der einen oder anderen Katze, fliegen Tauben durch das Innere. Der Raum selbst besitzt keine der vielleicht einst besessenen sakralen Ausstrahlung mehr, sei sie die einer Kirche oder die einer Moschee gewesen. Es fehlen Objekte und Texte, welche die Entwicklungsgeschichte, den Wandel und die heutige Bedeutung des Objekts kontextualisieren. Doch obschon der teilweise empfundenen Vernachlässigung des Gebäudes, finden sich an verschiedenen Stellen kleine Schätze, wie das Runengrafiti auf einer der Emporengeländer. Abgedeckt mit Plexiglas, beschriftet und transkipiert, verweist es auf eine Epoche der Hagia Sophia. Allerdings sind dies die einzigen Informationen, welche man erhält. Es gibt keinen Text, der die Hintergründe erläutert, wie, warum und durch wen diese Schirftzeichen hieher gelangten oder auch welche Bedeutung ein solcher Fund für die Geschichte des Baus oder auch der Stadt hat. Beim Verlassen des Objekts hat sich das Bild einer historischen Hülle eingebrannt.

(Stand: 20.04.2022)