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Miriam Kuhlmann

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Raum:
A02-3-325

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Fakultät III - Sprach- und Kulturwissenschaften
Institut für Materielle Kultur
Ammerländer Heerstr. 114-118
26129 Oldenburg
 

Istanbul Modern

AUSZUG EINES EXKURSIONSBERICHTS


Das vorletzte Museum, das alle besichtigten, war das Istanbul Museum of Modern Art, das sogenannte Istanbul Modern. Im Zuge der ab 1987 zweijährlich stattfindenden Biennale Istanbul für visuelle Kunst, die sich aus der ab 1973 stattfindenden Biennale Istanbul entwickelte, gab es erste Bestrebungen eines Hauses für türkische Kunst. Das Istanbul Modern wurde 2004 als privates Museum für moderne türkische Kunst eröffnet. Neben einer umfassenden Sammlung war ein Hauptanliegen die Dokumentation der Entwicklung türkischer Kunst. So werden in der zweiten Etage mithilfe von und parallel zu exemplarischen Werken chronologisch verschiedene Momente der Kunstlandschaft hauptsächlich des 20. Jahrhunderts eröffnet. Die Werke und Momentgruppen sind spezifisch sowie allgemein durch ausführliche Texte kontextualisiert. Das ist für die Sparte Kunst in mitteleuropäischer Tradition stehend, eine ungewohnte Art des Kommentierens. Nimmt man in Kauf, das Hervorhebungen auch anders hätten getroffen werden können, ist diese Präsentation gelungen und eröffnet bewusst eine soziokulturelle Kunstgeschichte. In der Ausstellung finden sich verschiedene Kontextualisierungsmedien, die sonst in anderen Sparten verwendet werden, in künstlerischer Manier. Die Besucher bekommen mehr Möglichkeiten sich durch einzelne Werke in ihre gesellschaftlichen Entstehungsbedingungen und -motivationen einzufühlen. Sie verweilen bei ihren Betrachtungen nachweislich länger vor den Werken, als dies bei der sonst üblichen marginalen Kontextualisierung der Fall wäre. Das Istanbul Modern ist aufgestellt als Metropolmuseum und mit einem Eintrittspreis von 14 Lira relativ teuer. Wie jetzt in einigen Museen zu finden, gibt es Eintrittsaufkleber, die an der eigenen Kleidung befestigt gut für das Aufsichtspersonal zu sehen sind. Im Foyer befinden sich verschiedene Werke international bekannter Künstler, darunter etwa gut sichtbar eine Skulptur von Tony Cragg.
Untergebracht ist das Museum in einem ehemaligen Lagerhaus am Galatapier und hat eine Ausstellungsfläche von etwa 8000 Quadratmetern. Der Eingang befindet sich ungewöhnlicherweise in der zweiten Etage, in der sich die Dauerausstellung, Cafe und Museumsshop befinden. In der ersten Etage befindet sich die Wechselausstellung, Ausstellungsräume für neue Medien, eine Bibliothek sowie Medienstationen. Allgemein ist die untere Etage sehr an Bildung mithilfe unterschiedlicher neuer Medien interessiert. Festinstallierte Videoarbeiten und eine Wechselausstellung mit Videoarbeiten wurden zum Zeitpunkt der Besichtigung parallel gezeigt. Die Entscheidung, einen großen Teil einer von zwei Etagen künstlerischer Bildung und neuen Medien zur Verfügung zu stellen, ist positiv heraus zu streichen. Dies kann vor allem der jungen türkischen Generation Podium für Experimente sein. Das Museum bietet eine gelungene Dauerausstellung der Geschichte der jungen türkischen Kunst mit Mut zu neuen Darstellungsformen und legt einen Fokus darauf, internationale und türkische Positionen vorzustellen. An dieser Stelle fungiert es als spezisch Istanbuler wie auch als Metropol-Museum.

Wejtbmasr6teq3r (s.mallon@uolax.devj) (Stand: 10.02.2020)