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Ann-Kristin Reinkenhoff (Notsekretariat)

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Das Sekretariat ist aktuell Di 10-12, Mi 10-12 und Do 10-12 telefonisch zu erreichen. Grundsätzlich bitten wir aber um Kontaktaufnahme per Mail und bei dringenden Anliegen an ann-kristin.reinkenhoff@uni-oldenburg.de

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Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Fakultät III - Sprach- und Kulturwissenschaften
Institut für Materielle Kultur
Ammerländer Heerstr. 114-118
26129 Oldenburg

Sadberk Hanim Museum Bericht 7

Sadberk Hanim Museum

Auszug eines Exkursionsberichts

Tag drei der Exkursion führt uns via Fähre in das, laut Eigenaussage, erste Privatmuseum der Türkei. Das Sadberk Hanim Museum hat mit einer archäologischen und einer ethnographischen Sammlung eine Kombination aus zwei recht interessanten aber dennnoch unterschiedlichen Bereichen. Das Haus selbst stammt aus dem späten 19. Jahrhundert (nach europäischem Vorbild), und wurde vor der Einrichtung des Museums restauriert. Zuvor diente es als Sommerwohnsitz der Gründerfamilie des Museums. Diese Aspekte erscheinen mir sehr relevant für die Einordnung und Aussage. Die ethnographische Abteilung beinhaltet Kleidung, Prozellan und Fotographien, wobei sich diese meist jeweils in separaten Bereichen befinden. Ich versuche hier einige der Dekodierungsprozesse nach Jana Scholze in meinem Kopf durchzugehen. Ich frage mich also, was sagt die Art der Präsenation über die Objekte selbst aus? Was will das Museum dadurch vermitteln? Die Kleider, auschließlich Frauenkleider oder nicht eindeutig ausgewiesen, werden in mannshohen Vitrinen ausgestellt. Mit Spots ausgeleuchtet wirken sie äußerst wertvoll. Die Museumsleiterin spricht von Unterkleidern, die bei Männern und Frauen gleich sind und immer unter den eigentlichen Kleidern getragen werden, doch diese sind nicht augestellt. Eine Wandvitrine zeigt ein Sortiment an Pantoletten. Ebenfalls mit Spots ausgeleuchtet, vermitteln sie Vielfalt. In weiteren Räumen finden sich Dioramen, Szenen aus dem Schlaf-, Näh- oder Kinderzimmer. Nie sieht man eine männliche Firgur, außer das Diorama eines kleinen Jungen kurz vor seiner Beschneidung. Die Nachricht des Museums scheint klar: Es wird eine bestimmte Schicht gezeigt, eine Vermögende, und es werden ausschließlich bestimmte Bereiche dieser Schicht gezeigt. Dies wird auch in den Fotographien deutlich. Keine Spur des einfachen anatolischen Bauern des 19. Jahrhunderts. Stattdessen, die königliche Nanny oder die königlichen Eunuchen, die Prinzen vor und nach der Beschneidung.

Begibt man sich dann in das nebenan liegende Gebäude, die archäologische Sammlung, glaubt man nicht mehr im gleichen Gebäude zu sein. Auf drei Voll- und zwei Zwischenetage befinden sich mehrere 1000 Jahre Geschichte chronologisch von unten nach oben aufsteigend geordnet. Da die gesamten Räumlichkeiten in schwazem Stein gehalten sind, wirken die hellen, beigen Hintergründe der Vitrinien wie kleine Schreine. Frei stehende Vasen oder Skulpturen befinden sich stehts auf einem Sockel oder Podest. Was auffällt, die Beschriftung ist nicht einheitlich. Manche Objekte werden benannt und datiert, manche nur benannt oder nur datiert, wiederum andere tragen Beschreibungen, wie: "Bronze head of a child", ohne jede Beschreibung bezüglich des Wann, Wo und Woher. Eine Vitrine auf einer der Zwischenebenen zeigt Goldschmuck - augenscheinlich Nachbildungen - jedoch gänzlich ohne Text oder Beschreibung. Vielleicht sind die orginalen Objekte entliehen, zur Restauration oder ähnliches. O-Ton für mich als Besucher: Manche Objekte müssen erklärt, kontextualisiert werden und manche nicht. Diese Wertung nimmt das Museum dem Besucher allerdings vorweg.

Webmastey0r (s.mallon@uol.ruubbdefx) (Stand: 25.08.2020)