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Miriam Kuhlmann

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Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
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26129 Oldenburg
 

Sakip Sabanci Museum

AUSZUG EINES EXKURSIONSBERICHTS


Das zweite an diesem Tag besuchte Museum, war das Sakip-Sabanci-Museum, in dem zur Zeit "Across" eine Sonderausstellung zu den Beziehungen zwischen Anatolien und der Kykladenausstellung im 3. Jt. v. Chr. residierte. Bei diesem Museum handelt es sich wie bei dem vorangegangen wiederum um ein Privatmuseum, das im ehemaligen Wohnsitz der Gründer untergebracht ist.
Im Gegensatz zu den bisher besuchten Museen, gab es hier eine Führung. Geleitet von einer Dame, die sich zu Anfang selber als Managerin, nicht etwa Archäologin oder Kunsthistorikerin vorstellte. Wobei jemand aus einem dieser beiden Berufsfelder zweifellos besser geeignet gewesen wäre. Nicht nur, dass sie strikt die Methode einer Frontalvermittelung ohne jegliche Möglichkeit für Zwischenfragen, durchzog und dabei von einem Raum in den nächsten hetzte, wobei sie oftmals gar nicht darauf achtete, ob alle Teilnehmer der Gruppe hinterherkamen. Nein, sie erzählten teilweise auch Dinge, die komplett falsch waren.
Ihre Führung begann mit einer Erklärung zur Gründerfamilie und den generellen Ausstellungsformen dieses Museums, von dem ein Teil immer noch eher den Charakter eines Wohnhauses geplant widerspiegelt als den eines typischen Museums. Daran anschließend folgte im Eiltempo Erläuterungen zu verschiedenen Gemälden und deren Malern, wie etwa dem letzten Kalifen, der ausdrücklich Bilder entgegen den europäischen Orientalismusvorstellungen anfertigte. Weiter ging es zum Ausstellungsbereich Kalligraphie, in dem mir leider weite Teile der Erklärungen zu Stilen, Techniken und Entwicklungen nur teilweise zu gute gekommen sind, was der Art der Führung geschuldet ist.
Der wirkliche Horror, zumindest aus der Sicht einer Archäologin, die zumindest mit Ansätzen der Kykladenforschung vertraut ist, erfolgte in der Sonderausstellung. Unserer Führungskraft legte hier besonderen Wert darauf, deutlich zu machen, dass die Ausstellung gemeinsam mit einem tschechischen Architekten konzipiert wurde, der auf dramatische Präsentationen spezialisiert ist. Dessen mediale Gestaltung sprach sie innerhalb ihres Vortrages immer wieder an. Informationen zu den ausgestellten Objekten oder gar Möglichkeiten diese genauer zu betrachten gab es dagegen wenige. Besonders, wenn man bedenkt, dass etwa die Hälfte ihrer Vermittlungsinhalte falsch waren. Kleinere Fehler, wie etwa Feuersteinobjekte als Obsidian auszugeben, fielen dabei weniger ins Gewicht. Aber die sog. Idole, jene figürlichen Plastiken, die als Leitobjekte der Kykladenkultur zu verstehen sind, ohne weitere Erklärungen als Göttinnen zu bezeichnen, deren Funktion völlig klar ist, widerspricht nicht nur der gesamten Forschung zu diesem Thema, sondern auch der Ausstellung selbst. In einer Texttafel zu den Idolen wurde nämlich explizit auf die Probleme der Forschung eingegangen. Zudem wurden die zur Zeit gültigen verschiedenen Thesen angesprochen, sowie deren Vor- und Nachteile. Ein eigener Besuch anschließend an die Führung zeigte, dass die Ausstellung von ihrer Konzeption, den Objekten und den Texten wirklich sehr gut und informativ war. Nur einige der Präsentationselemente, wie etwa die steinzeitlichen Wandszenen waren eher unangebracht. Während die Licht- und Schattenatmosphäre dafür sorgte, dass der Blick unweigerlich auf die hell erleuchteten Vitrinen und Objekte gelenkt wurde.
Den einzigen wirklichen Negativpunkt bildete der letzte Ausstellungsraum. Hier wurde der Nachbau eines Kykladenbootes präsentiert, begleitet von einem weiteren Wandgemälde und Lichteffekten auf dem Boden, die den Eindruck von Wasser vermitteln sollten. Etwas, auf das unsere Führungsdame ausdrücklich hinwies. Dies solle dabei helfen, den Besucher, und damit vor allem den türkischen Schulkinder, zu mehr Bildung zu verhelfen. Im Endeffekt sorgte aber gerade dieses Objekt und seine Inszenierung innerhalb für viele negative Meinungen. Auch durch die Tatsache, das der Begleittext nicht in direkter Nähe zum Objekt, sondern vor der Eingangstür angebracht und damit leicht zu übersehen war. Den Film, der sich ebenfalls mit der Thematik der Schifffahrt bzw. des -baus beschäftigte, habe ich mir nicht zu Gemüte geführt, sondern bin stattdessen die Ausstellung noch einmal allein abgelaufen. Wie bereits oben erwähnt, eine wirklich gute und interessante Ausstellung, die weniger Inszenierung benötigt hätte und durch eine sehr schlechte Führung verdorben wurde.

We3whtbmaster (s.mallon@uohtjbsl.dn1ewb) (Stand: 10.02.2020)