Navigation

Kontakt

Sekretariat

Miriam Kuhlmann

Öffnungszeiten:
Mo.-Fr.: 10:00 - 11:30; Die. - Do.: 14:00 - 15:00, kurzfristige Änderungen entnehmen Sie bitte dem Aushang an der Tür

Kontaktdaten:
Tel.: +49-(0)441-798-2653
Fax: +49-(0)441-798-3105
E-Mail:materigfscellpptnekul0otur@uol.de

Raum:
A02-3-325

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Fakultät III - Sprach- und Kulturwissenschaften
Institut für Materielle Kultur
Ammerländer Heerstr. 114-118
26129 Oldenburg
 

Sakip Sabanci Museum

AUSZUG EINES EXKURSIONSBERICHTS


Das Sakib Sabanci Museum wurde 2002 durch den gleichnamigen Industriellen gegründet und befindet sich auf dem Gelände der ebenfalls nach ihm benannten Privatuniversität. Sabanci war einer der größten türkischen Kunstmäzene mit den Schwerpunkten islamische Kunst und Kalligrafie. Ausstellungsräumlichkeiten sind auch hier die ehemalige Privatvilla und ein angeschlossener Neubau. Das Museum profiliert sich neben seinen Sammlungen vor allem auch über hochrangige monografische Ausstellungen wie die zu Rodin oder Picasso.
Wesentlich stärker noch als schon beim Sadberk Hanim Museum tritt in den Sammlungsräumlichkeiten die Persönlichkeit des Stifters selbst in den Vordergrund. So ist ihm ein eigener Ausstellungsraum gewidmet und ganze Privaträume sind integraler Bestandteil der Dauerausstellung. Ich habe dies als durchaus irritierend empfunden, treten die meisten Stifter in Deutschland doch in einer Geste des Understatements sehr stark hinter ihre Sammlungen zurück. Diese Irritation habe ich im Nachhinein jedoch als sehr produktiv empfunden, wird einem doch so der Einfluss der Stifter auf das Gezeigte und der subjektive oder auch der Selbstprofilierung dienende Charakter wesentlich stärker bewusst.
Die gezeigte Sonderausstellung zur Archäologie der Kykladen kann nur als ein typisches Beispiel für die "Überinszenierung" einer Ausstellung gewertet werden. Die Objekte traten dabei vollkommen hinter die dominante, pathetische Dekoration zurück. Das am spektakulärsten inszenierte Objekt - ein Schiff - war gar ein reiner Nachbau, ohne dass dies ausreichend kenntlich gemacht worden wäre.
Die Führung war ein Paradebeispiel der reinen Frontalbeschallung. Die Führende trat dabei in Sprache, Habitus und Erscheinungsbild äußerst dominant auf und versuchte nicht im Ansatz, die so entstehende Autoritätsbarriere zum Publikum abzubauen, die sie wohl als normal empfand. Sie verharrte in der Rolle des autoritativen Erzählers und ließ sich trotz mangelnder Fachkenntnisse (laut Astrid) nicht auf ein Gespräch mit dem Publikum ein. Ihr Vortrag basierte allein auf faktischem Wissen, eine Einladung zur näheren Betrachtung der Werke erfolgte nicht. Dies hätte dem Tempo auch nicht entsprochen. Auch aus so etwas kann man in jedem Fall lernen und sein eigenes Verhalten kritisch hinterfragen.

Wezxr7zbmastuhu4ferez (s.mallon@ulgx7dol.decxc4) (Stand: 10.02.2020)