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Miriam Kuhlmann

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Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
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26129 Oldenburg
 

Sakip Sabanci Museum

AUSZUG EINES EXKURSIONSBERICHTS


Wir begeben uns nach kurzer Mittagspause zum Sakip Sabanci Museum in Emirgan, das in einer alten Villa am Bosporus gelegen ist. Der türkische Industrielle Hacı Ömer Sabancı kaufte dieses Haus im Jahr 1950, nach dessen Tod im Jahr 1966 wurde es besonders von seinem ältesten Sohn Sakip Sabanci bewohnt, der ein begeisterter Gemälde- und Kalligraphiensammler war und dort auch seine Sammlung aufbewahrte. Nach ihm ist das Museum auch benannt. Im Jahr 1998 wurde das Haus samt den Sammlungen an die private Sabanci Universität angegliedert und im Jahr 2002 zusammen mit einem Neubau der Öffentlichkeit als Museum zugänglich gemacht.
Dass das private Museum über ziemlich viel Geld verfügt, wird direkt offensichtlich. Das alte Gebäude ist in einem sehr guten Zustand, die Räumlichkeiten darin wirken sehr gepflegt und aufgeräumt. Die temporäre Ausstellung im modernen Neubau wirkt perfekt durchgestylt.
Wir bekommen hier unsere erste Museumsführung der Exkursion. Eine kompetent wirkende Frau in einem perfekt sitzenden Kostüm und mit streng aufgestecktem Haar führt uns in den ersten Raum der alten Villa, der dem ehemaligen Besitzer Sakip Sabanci "gewidmet" ist. Man muss wirklich "gewidmet" sagen, denn hier wird nicht nur die Geschichte des Museums und seiner Sammlung präsentiert, sondern dessen Begründer und Mäzen in den höchsten Tönen gelobt und verehrt.
Von der Gemälde- und Kalligraphieausstellung in diesem Teil des Museums ist bei mir nicht allzu viel hängen geblieben, leider. Jedoch - und das hat natürlich auch mit unserer anschließenden Diskussion zum Vermittlungskonzept des Hauses zu tun: Unvergessen bleibt der resolute und recht autoritär wirkende Führungsstil der Vermittlerin. Ihr autoritäres Äußerliches sowie das ständig präsente, forsche Klacken ihrer Absatzschuhe erforderte von uns Besuchern, nicht in der Ausstellung "herumzubummeln" oder gar an irgendwelchen interessanten Objekten länger zu verweilen. Ähnlich einem Audioführer - und da denke ich an die alternativen Vermittlungsstrategien der documenta, bei denen eine Vermittlerin die Besuchergruppe zwar durch die Ausstellung führte, aber nicht selbst sprach sondern die Informationen zu den Kunstwerken auf einem Tonband abspielte - spult sie ihr Wissen über die dargestellten Objekte und Kunstwerke ab. Ein Nachfragen oder Innehalten, ein Dialog mit den Besuchern ist in ihrem Vermittlungsprogramm nicht vorgesehen. Trifft man beim gemeinsamen Rundgang zu spät an einem gerade beschriebenen Objekt ein, wird das eigene, bummelnde Verhalten von der Vermittlerin damit abgestraft, dass sie bereits die Hälfte ihres Informationstextes aufgesagt hat und einen das Gefühl beschleicht, man habe sich womöglich wichtige Informationen entgehen lassen. Über den sehr anstrengenden und frustrierenden Vermittlungsstil, der sich auch im Neubau in der Ausstellung zu den urgeschichtlichen Beziehungen zwischen der Türkei und den Kykladen fortsetzt, diskutieren wir anschließend die Führung. Ich bin überfordert und frustriert, zumal ich mich auf die archäologische Ausstellung sehr gefreut habe. Man riecht quasi das reichlich vorhandene Geld in diesem Museum.

Webmasterbhsb (s.malloo4lnn@uol.de) (Stand: 10.02.2020)