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"Stedingsehre" - NS-Kultstätten in Nordwestdeutschland

Sonderausstellung im Nordwestdeutschen Museum für Industriekultur auf der Nordwolle Delmenhorst vom 3.6. – 9.9.2007

Text: Inga Kaan und Tobias Deterding

Im Wintersemester 2006/07 veranstaltete Dr. Gerhard Kaldewei, Direktor der Museen Delmenhorst, im Institut für Geschichte das Seminar „Stedingsehre auf dem Bookholzberg“. Anknüpfend an die Veranstaltung entstand eine Arbeitsgruppe aus vier Studierenden, die Dr. Kaldewei in der Vorbereitung zur Sonderausstellung über NS-Kultstätten unterstützten.

Stedingsehre, die einstige Freilichtbühne und NS-Kultstätte, entstand am Rande der Delmenhorster Geest im Oldenburger Land. Auf dem Gelände des niedersächsischen Berufsförderungswerks Bookholzberg befinden sich noch heute die Zuschauerränge und Teile des Kulissendorfs. Nach dem großen Erfolg des niederdeutschen Volksschauspiels „De Stedinge“ des Oldenburger Heimatdichters August Hinrichs auf der 700-Jahrfeier der Schlacht von Altenesch 1934 beschloss Carl Röver, der NS-Gauleiter Weser-Ems und Reichsstatthalter von Oldenburg und Bremen, diese monumentale „Thingstätte“ und Freilichtbühne zu errichten. Etwa 150.000 Menschen sahen 1937 die Aufführung „De Stedinge“ der Niederdeutschen Bühne Oldenburg; gewissermaßen wurde der Ort zu einer „NS-Wallfahrtsstätte“ in Nordwestdeutschland. Carl Röver plante ab 1938 einen gigantischen Ausbau von „Stedingsehre“ zu einem „einzigartigen Nationaldenkmal“ und einer NS-Gauschulungsburg. Reichsleiter Alfred Rosenberg, Reichsbauernführer Richard Walter Darré sowie der Reichsleiter SS Heinrich Himmler und der „Stellvertreter des Führers“ Rudolf Hess unterstützten dieses Projekt, dessen Umsetzung durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verhindert wurde.

Neben „Stedingsehre“ entstanden im Dritten Reich auch viele weitere NS-Kultstätten, die bekannte historische Figuren und Ereignisse im Sinne des nationalsozialistischen Geschichtsverständnisses deuteten und für NS-Erziehungsprogramme eingesetzt wurden. Vor allem in den ersten Jahren nach der Machtergreifung beabsichtigten die Nationalsozialisten durch Veranstaltungen, Feiern, Freilichtspiele, Volksbühnen, Gedenk-, Thing- und Kultstätten, Denkmäler, Museen u.a. die deutsche Bevölkerung für ihre Ziele und Ideen zu gewinnen. Viele dieser „Täterorte“ existieren noch heute, aber nur wenige sind ausführlich dokumentiert und in eine angemessene Bildungsarbeit integriert.

In der Sonderausstellung wurden auch noch kurz und exemplarisch die nordwestdeutschen NS-Kultstätten „Schlageter-Denkmal“ in Lohne von 1924/33, „Sachsenhain“ in Verden/Aller von 1935, das „Gaumusterdorf“ Dötlingen von 1936 und die „Widukind-Gedächtnisstätte“ im ostwestfälischen Enger von 1938 thematisiert.

Zur Ausstellung wurde ein museumspädagogisches Programm für Schulklassen und Gruppen, ferner Filmabende, Vorträge und Exkursionen zu den jeweiligen NS-Kultstätten angeboten.

Als Begleitveröffentlichung dient die Publikation von Gerhard Kaldewei, „`Stedingsehre´ soll für ganz Deutschland ein Wallfahrtsort werden...“. Dokumentation und Geschichte einer NS-Kultstätte auf dem Bookholzberg 1934-2005, Verlag Aschenbeck & Holstein, Delmenhorst/Berlin 2006 (34,80 €). Kooperationspartner sind neben der Universität Oldenburg die Regio-VHS Ganderkesee/Hude und die Oldenburgische Landschaft.

Wepmhbmasterhtm (s.m2zycdallohln@uutola5i.dek6e) (Stand: 10.02.2020)