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Inga Schneider, M.A.

Promotionsprojekt:

Vaters China-Sachen“? Eine Sammlungsbiografie kolonialen Erbes von 1908 bis 2017.

Der Wunsch eines Seniorenpaares, ihre kolonialen Erbstücke aus Ostasien nach über 100 Jahren aus dem Wohnzimmer an ein Museum zu verschenken, stellte sie vor einige Probleme. Vor allem warf ihre Abgabebestrebung grundsätzliche Fragen auf: Was genau sind diese so genannten „China-Sachen“? Was war die Geschichte dieser Sammlung? Die Familie fragte: „Welche Wert haben die „China-Sachen“ für die Gesellschaft heute?“.
Erst nach Jahren der Suche fand sich ein geeignetes Museum, das den über 3000 Objekten einen neuen Aufbewahrungsort bieten wollte. Innerhalb dieser Prozesse kam ich mit der Sammlung der „China-Sachen“ in Kontakt. Mittels Archivrecherchen, ethnografischer Feldforschung und biografischer Interviews wurde die Rekonstruktion einer Biografie der Sammlung erstellt. In der Biografie wird aufgezeigt, dass der „Wert“ der Sammlung vor allem die Bedeutungseinschreibungen der AkteurInnen durch ihre Praktiken in die Objekte sind.   
Durch die Schwerpunktsetzung auf die historische Einbettung in politisches Zeitgeschehen und soziale Netzwerke des sammelnden Lehrers in der Bestandsbildungsstation von 1908 bis 1911, zeigt sich die Bedeutung der Sammlung als Zeitzeugnis für deutsch-europäische Geschichte in Ostasien zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die repräsentativen Objekte, vornehmlich aus China und Japan, gesammelt als Unterrichtsmaterial und Andenken, zeigen ein bürgerliches Weltbild mit religiös-biologistischer Ausprägung. Jetzt, zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist der Bedeutungsfokus durch die familiären AkteurInnen und Praktiken vor allem auf die Erinnerung an den verstorbenen Sammler verschoben. Kein Museum will die privaten Erinnerungen einer Familie ohne besondere gesellschaftliche Bedeutung wie Humboldts oder Goethes aufbewahren - oder doch? Die Analyse der ethnografisch begleiteten Abgabeprozesse zeigt die Dechiffrierungsmethoden, die den „Wert“ der „China-Sachen“ lesbar machen. Die Bedeutungsebenen der Sammlung verweisen auf ihr Potential für gegenwärtige Wissenskulturen.         
Die Erschließung der Sammlung und die beobachteten Schwierigkeiten der Familie, ein geeignetes Museum zu finden, verweisen darüber hinaus auf einen notwendigen Diskurs über die Praktiken zwischen ObjektgeberInnen und ObjektnehmerInnen innerhalb von Sammlungsbiografien und den darin enthaltenen Bedeutungstransformationen für die Objekte. Aus den Beobachtungen zu Partizipation und Definitionsmacht als Konflikt zwischen Objektgeber und Museum wird die Idee eines Online-Forums nach dem Vorbild und in Verbindung mit bestehenden sozialen Medien, zwischen privaten ObjektbesitzerInnen und institutionellen (Museums-) WissenschaftlerInnen in Form einer „Virtuellen Vitrine“, vorgeschlagen.

 

 

 

 

Forschungsschwerpunkte

- Biografien von privaten und musealen Objekten und Sammlungen

- Zusammenhänge von Objektforschung und Immateriellem Kulturerbe

- Erinnerungskultur

- ethnografische Forschung (Schwerpunkt: Oral History)

- koloniale Infrastrukturen und Netzwerke

- Museum und Ausstellung

 

 

Kurzbiografie

seit 06/12                                     

Promotionsstudium Institut für Materielle Kultur
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

 

seit 10/12             
Selbstständig im Bereich Beratung und Umsetzung von webbasierten Unternehmensprofilen und Öffentlichkeitsarbeit

10/2011    

Magister Artium Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Fächer: Volkskunde/ Europäische Ethnologie, Ethnologie, Politikwissenschaft

Magisterarbeit: ‚Briefe aus Shanghai. Selbst- & Fremdwahrnehmungen eines deutschen Lehrers zwischen 1908 – 1911‘
(Akademiker Verlag; 2012)

 

 

Wissenschaftliche Tätigkeiten

09/12 - 30/06/13                                

wissenschaftliche Hilfskraft
Institut für Materielle Kultur
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg    

 

03/12 - 31/05/12                                     

Studentische Hilfskraft 

(Geschäftszimmer/ Unterstützung der Dozenten)
Deutsche Hochschule der Polizei
(FG 08 Grundlagen der polizeilichen Einsatzlehre)

 

11/11 - 31/12/11     

Wissenschaftliche Hilfskraft
DFG Sonderforschungsbereich 496
„Symbolische Kommunikation & gesellschaftliche Wertesysteme“, Teilprojekt C2  „Symbole, Rituale u. Gesten in frühneuzeitl. Konflikten und alltägl. Handeln“
- Mitarbeit im DFG-Projekt „Digitale Erfassung, Erschließung und Langzeitarchivierung von Beständen des Archivs für Westfälische Volkskunde der Volkskundlichen Kommission für Westfalen“                                                

04/11 - 11/11                      

studentische Hilfskraft DFG
Sonderforschungsbereich 496

 


2009 - 2010        

Stadtmuseum Borken
Zeitzeugeninterviews für Museumsfilm „Stadtgeschichte: Integration der Schlesien-& Ostpreußenvertriebenen“

 


10/08 - 02/09      

Niedersächsisches Freilichtmuseum
Museumsdorf Cloppenburg
Ausstellung „Populärer Wandschmuck 19./20. Jhd.“
- Objektrecherchen
- Ausstellungstexte  

 

02/08 - 08/08 

Meertens Institut Amsterdam
Abteilung Niederländische Ethnologie
- Filmaufnahmen Zeitzeugeninterviews
- Teilnahme Workshop Oral History
- Mitorganisation Fachtagung

 


10/07 - 02/08           

Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Institut für Ethnologie, Projektmanagement: Veranstaltungsreih „Das ewige Jetzt“

- Projektorganisation

- Organisation der Einzelveranstaltungen

- Entwicklung/ Ausführung Internetpräsentation

- Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 

04/08 - 06/08     

Niedersächsisches Freilichtmuseum 

Museumsdorf Cloppenburg

Ausstellung „Vom Sammeln und Ausstellen. Kleidung der 1950er bis 1980er Jahre“

- Objektrecherchen

- Ausstellungstexte

07/05 - 11/05       

Kultour individuell, Sendenhorst

Studienreise „Schlösser am Niederrhein zwischen Tradition und Moderne“

- Entwicklung
- Mitorganisation
- Durchführung
- Vorträge                

 

03/05  - 04/05      

Freilichtmuseum Detmold

- Ausstellungskonzeption „Die Braut in Schwarz“

- Objektrecherchen

- Magazinverwaltung (Inventarisierung, Archivierung)

- Tagungsorganisation

 


22. 11/13   

Tagung „Chaos und Materielle Kultur“
Institut für Materielle Kultur, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
- Tagungsorganisation, -durchführung, -moderation
- Internetpräsenz (Organisation, Gestaltung, Umsetzung) mit Stefanie Mallon und Maraike Osterkamp


16. - 18. 6/11                         

Abschlusskolloquium DFG SFB 496

“Alles nur symbolisch?“ - Bilanz und Perspektiven der Erforschung symbolischer Kommunikation‘
Westfälische-Wilhelms Universität Münster  

 

Seit 2012 Mitglied im Doktorandenkolloquium „Dinge, Moden, Museen – Schwerpunkt Materielle Kultur“, Institut für Materielle Kultur, Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg, Leitung Prof. Dr. Karen Ellwanger

 

 

 

Webmkpfplasspc3ter (s.xumalw7blslon@uol.de) (Stand: 07.11.2019)