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Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier

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Medizinische Physik, Fakultät VI
Universität Oldenburg
26111 Oldenburg

Standort / Anreise

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Lösungen für "Lärm im Büro"

Akustische und organisatorische Lösungen können Lärm mindern

Um störenden Lärm im Büro „einzudämmen“, gibt es sehr unterschiedliche Maßnahmen. Das beginnt beim Verhalten der Mitarbeiter selbst. „Diese sollten darauf achten, dass sie Kollegengespräche oder Telefonate möglichst leise führen oder sich in akustisch abgeschirmte Räume begeben. Nicht zu unterschätzen ist auch das Klingeln von Handys. Diese sollten im Büro immer auf lautlos gestellt werden“, so der Tipp von Dr. Markus Meis. Der Hörexperte, der gemeinsam mit Dr. Christian Nocke vom Akustikbüro Oldenburg regelmäßig Seminare zu der Thematik „Raumakustik und Lärmwirkung in Büros“ hält, weiß aber vor allem, dass die raumakustische Gestaltung von Büroräumen ausschlaggebend ist, um Störgeräuschen im Büro wirkungsvoll entgegenzuwirken. Gemeinsam arbeiten Oldenburger Hörforscher und Akustiker mit Absorberherstellern, Büroausstattern, Möbelherstellern und Architekten an Gesamtlösungen für eine bessere Raumakustik. Hierzu gehört zum Beispiel die Entwicklung von schallabsorbierenden Materialien, die in Decken, Wände und Fußböden ebenso eingearbeitet werden können wie in Schränken und sogar Leuchten. „Allerdings muss man bei der Schallabsorption auch darauf achten, dass die Raumakustik nicht zu ‚trocken‘ gestaltet wird. Sprache zum Beispiel wäre dann zwar leiser, aber aufgrund des geringen Nachhalls klarer verständlich. Damit steigt wiederum der Informationsgehalt – und dadurch auch die Ablenkung“, führt Dr. Markus Meis aus.

Eine weitere Maßnahme ist die sogenannte Sound-Maskierung. Dabei wird Bürolärm unterschiedlicher Art mit einem informationslosen Geräusch „überdeckt“. Dies kann ein gleichmäßiges Rauschen sein, aber auch verschiedene Arten von Musik werden diskutiert. „Bei dieser Methode handelt es sich aber eher um eine Notlösung und nicht um eine dauerhafte Optimierung der Raumakustik“, so Dr. Christian Nocke vom Akustikbüro Oldenburg. Vor allem rät er dazu, die Installation im Vorfeld immer mit den Mitarbeitern abzustimmen und den Maskierungspegel so zu gestalten, dass er selbst nicht als belästigend wahrgenommen wird.

Intelligente Konferenzsysteme

In unserer modernen und globalisierten Arbeitswelt nimmt der Einsatz von multimedialen Kommunikationsmitteln immer stärker zu. Telefon- und Videokonferenzen gehören vielerorts zum Standard. Um störende Hintergrundgeräusche und Nachhall bei der akustischen Übertragung zu reduzieren, arbeiten Wissenschaftler in Oldenburg unter anderem an der Entwicklung von intelligenten Kommunikationssystemen, die Störgeräusche erkennen und herausfiltern. Darüber hinaus passen sich die Systeme an die jeweilige akustische Situation und an das individuelle Hörvermögen der Gesprächsteilnehmer an.

„Hierbei nutzen wir Filtertechnologien und Programme zur Signalverarbeitung, wie sie bei modernen Hörgeräten für Schwerhörige zum Einsatz kommen“, erklärt Prof. Dr. Dr. Kollmeier, wissenschaftlicher Leiter des Hörzentrums Oldenburg und der Fraunhofer-Projektgruppe "Hör-, Sprach- und Audiotechnologien“. Die Verschmelzung der Hörsystemkompetenz aus dem medizinischen Bereich mit der Audiotechnologie aus dem Consumer-Bereich wird Schwerhörigen und Normalhörenden in Zukunft gleichermaßen Vorteile bringen – und „ganz sicher auch die Arbeit im Büro der Zukunft erleichtern“, so Prof. Birger Kollmeier.

Der Forschungs- und Entwicklungscluster Auditory Valley führt seit mehreren Jahren die wissenschaftlichen und medizinischen Expertisen in der Region Oldenburg/Hannover rund um das Thema Hören zusammen und entwickelt in Kooperation mit den weltweit führenden Industrieunternehmen der Branche innovative Lösungen für besseres Hören. Im Mittelpunkt der Arbeiten stehen Hörsysteme und Cochlear-Implantate für Menschen mit angeborener oder erworbener Hörminderung.

Der Verbund umfasst die gesamte Wertschöpfungskette von der Forschung über die Entwicklung bis hin zur Produkteinführung, Versorgung der Betroffenen und der Evaluation/Qualitätssicherung. Zu den Clusterpartnern gehören u.a. die HörTech gGmbH, das Hörzentrum Oldenburg, die Universität Oldenburg, das Akustikbüro Oldenburg, die Medizinische Hochschule Hannover, das Hörzentrum Hannover, die Jade Hochschule Oldenburg sowie die Fraunhofer-Projektgruppe „Hör-, Sprach- und Audiotechnologien“. 

Die wissenschaftliche und medizinische Expertise der Region weist für Industrieunternehmen hervorragende Standortbedingungen auf. Neben den bereits ansässigen Firmen wie Sennheiser und Kind haben sich auch die Firmen Cochlear und Advanced Bionics mit einer Niederlassung in Hannover angesiedelt. Darüber hinaus werden die ausgezeichneten Forschungs- und Entwicklungsbedingungen auch von internationalen Unternehmen der Branche genutzt und geschätzt.

Geleitet wird die Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Auditory Valley von der Vision „Hören für alle! Alle Menschen, alle Situationen, alle Branchen“. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, arbeiten die Partner im Auditory Valley in einem weltweit einzigartigen Vorhaben an der Verschmelzung der Hörsystemkompetenz aus dem medizinischen Bereich mit der Audiotechnologie aus dem Consumer-Bereich.

Webmasterpqw (katja.wap1lrnken@uol.deouic) (Stand: 17.02.2020)