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Petra Wilts

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  • Ein Team aus Notfallsanitäterinnen und -sanitäter, Ärztinnen und Ärzte, Notfallpflegende sowie Medizin-Studierende trafen sich an zwei Nachmittagen im Februar im Klinischen Trainingszentrum der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften.

Wie Kommunikation in Notfallsituationen gelingt

Wie sprechen Ärzte, Pflegepersonal und Rettungskräfte in Notfallsituationen miteinander? Wie verhalten sich die Beteiligten richtig, wenn es um die Weiterbehandlung eines akuten Notfallpatienten geht?

Wie sprechen Ärzte, Pflegepersonal und Rettungskräfte in Notfallsituationen miteinander? Wie verhalten sich die Beteiligten richtig, wenn es um die Weiterbehandlung eines akuten Notfallpatienten geht? Mit diesen und anderen Fragen haben sich insgesamt 21 Notfallsanitäterinnen und -sanitäter, Ärztinnen und Ärzte, Notfallpflegende sowie Medizin-Studierende an zwei Nachmittagen im Klinischen Trainingszentrum der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften beschäftigt. Die Verantwortlichen für den neuen berufsbegleitenden Masterstudiengang Advanced Nursing Practice und das Studiendekanat der Medizinischen Fakultät haben diese berufsübergreifende Veranstaltung gemeinsam mit dem Pius-Hospital Oldenburg, der Berufsfachschule der Feuerwehr Oldenburg und dem Hanse Institut Oldenburg ausgerichtet. Die übergreifende Verzahnung von Akteuren der Versorgungskette spiegelt sich bereits im Oldenburger Forschungsnetzwerk für Notfall und Intensivmedizin (OFNI) wieder und konnte nun auch auf die Simulation ausgeweitet werden. Für die Praxisbeispiele in der akutmedizinischen Versorgung wirkten außerdem drei Schauspielerinnen und Schauspieler des Schauspielpatienten-Programms der Medizinischen Fakultät mit.

Aus der Praxis lernen

Die Zusammenarbeit aller an einer Notfallsituation beteiligten Personengruppen zu verbessern, stand im Mittelpunkt der Veranstaltung. Die Beteiligten erarbeiteten dabei Konzepte zur interprofessionellen Kommunikation und zeigten anhand von Fällen aus der medizinischen Praxis, welche Auswirkungen Kommunikationsprobleme auf die Behandlung von Patienten haben. Untersuchungen zeigen, dass beispielsweise in den USA jährlich 44.000 bis 98.000 Patienten durch vermeidbare Fehler im Gesundheitssystem sterben. (Fußnote 1-3). Verbessertes Teamwork und Kommunikation können dazu beitragen, Versorgungsprozesse sicherer zu machen (Fußnote 3-5). Aus diesem Grund wählten die Organisatoren zur Übung Fallbeispiele aus, in denen es um Übergabesituationen zwischen den Berufsgruppen geht – etwa, wenn ein Notfallpatient von seinem Hausarzt an einen Rettungsdienst zum Transport in ein Krankenhaus weitergegeben wird und der Rettungsdienst diesen Patienten an die Notaufnahme eines Krankenhauses übergibt.

Neben den praktischen Übungseinheiten befassten sich die Teilnehmenden mit theoretischen Inhalten. So definierten sie ihre künftige Zusammenarbeit genauer und besprachen ein spezielles Konzept des „Crisis Ressource Managements“ (Leitsätze zum professionellen Verhalten in lebenskritischen Situationen). Die interprofessionelle Ausbildungsveranstaltung war die erste ihrer Art für alle Beteiligten und fand zusätzlich zum eigentlichen Lehrangebot statt.

„Die Beteiligten haben mit einem hohen Engagement zum Gelingen der Weiterbildung beigetragen. Das Angebot war speziell auf die Bedürfnisse von kleinen Gruppen ausgerichtet“, sagt die stellvertretende Studiendekanin Kirsten Gehlhar. „Wir wollen dieses Format auch künftig regelhaft für unsere Medizinstudierenden anbieten und planen zusammen mit den bisher Beteiligten weitere gemeinsame Veranstaltungen für die verschiedenen beteiligten Berufsgruppen zu diesem und anderen Themen.“

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Fußnoten:

  1. Thomas EJ, Studdert DM, Burstin HR, Orav EJ, Zeena T, Williams EJ, etal. Incidence and types of adverse events and negligent care in Utah and Colorado. Medical Care 2000; 38: 261-71.
  2. ThomasEJ,StuddertDM,Newhouse JP, Zbar BIW,Howward KM,Williams  EJ.  Costs of medical injuries in Utah and Colorado. Inquiry 1999; 36:255-64.
  3. Leape LL, Lawthers AG, Brennan TA, Johnson WG. Preventing medicalinjury. Quality Review Bulletin 1993; 19: 144-9.
  4. Helmreich RL. On error management: lessons from aviation. BMJ 2000; 320: 781-5.
  5. Sexton JB, Thomas EJ, Helmreich RL (2000). Error, stress, and teamwork in medicine and aviation: cross sectional surveys. BMJ 320:745–749.
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