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Vorsitzender der universitären Kommission für gute wissenschaftliche Praxis

Prof. Dr. Gregor Theilmeier

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Gute wissenschaftliche Praxis

Höchste Priorität in der wissenschaftlichen Arbeit hat die Verpflichtung auf Redlichkeit und Wahrheit. Wissenschaftliches Arbeiten findet auf allen Stufen der akademischen Qualifikation statt, sei es bei Studien- oder Abschlussarbeiten, Promotionen, Mitarbeit in Forschungsvorhaben oder Leitung von Forschungsprojekten. Eine selbstkritische Einstellung gegenüber den gewonnenen wissenschaftlichen Ergebnissen muss deshalb von Forschenden in allen Statusgruppen konsequent eingehalten werden.

Was bedeutet "Gute wissenschaftliche Praxis"?

Gemäß DFG-Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis gehört es zu den Prinzipen der guten wissenschaftlichen Praxis “insbesondere, lege artis zu arbeiten, strikte Ehrlichkeit im Hinblick auf die eigenen und die Beiträge Dritter zu wahren, alle Ergebnisse konsequent selbst anzuzweifeln sowie einen kritischen Diskurs in der wissenschaftlichen Gemeinschaft zuzulassen und zu fördern.“[1]

Ausgehend von diesen Prinzipien werden in den Grundsätzen zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis der Carl von Ossietzky Universität folgende Anforderungen definiert:  

“1. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler müssen nach bestem Wissen und Gewissen ihre Untersuchungen nach dem neuesten Stand der Erkenntnis lege artis durchführen und alle Ergebnisse im Hinblick auf ihre Plausibilität kritisch prüfen. Sie orientieren sich dabei an den aktuellen Empfehlungen der DFG zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis. Strikte Ehrlichkeit ist im Hinblick auf die Beiträge von Partnerinnen und Partnern, Vorgesetzten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Kolleginnen und Kollegen, Konkurrentinnen und Konkurrenten sowie Vorgängerinnen und Vorgängern zu wahren. Alle hinzugezogenen Quellen müssen Erwähnung finden.

2. Die eingesetzten Methoden, Befunde und Resultate sowie andere Primärdaten müssen angemessen dokumentiert und grundsätzlich für die Dauer von mindestens zehn Jahren aufbewahrt werden. Eine genaue, nachvollziehbare Protokollierung und Dokumentation des wissenschaftlichen Vorgehens und der Ergebnisse gilt insbesondere für experimentelle Arbeiten, für welche die Wiederholbarkeit der Untersuchungen und Versuche ein Wesensmerkmal ist.

3. Wissenschaftliche Ergebnisse werden üblicherweise in Form von Publikationen und Berichten der wissenschaftlichen Öffentlichkeit mitgeteilt. Damit sind wissenschaftliche Publikationen und Berichte ebenso wie empirische wissenschaftliche Untersuchungen Produkt der Arbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

4. Die disziplinbezogenen und fachspezifischen Grundsätze wissenschaftlicher Arbeit sind einzuhalten. Hierzu zählt auch die Beachtung und Einhaltung entsprechender gesetzlicher Regelungen und Selbstverpflichtungen.“[2]

Was ist wissenschaftliches Fehlverhalten?

Gemäß der Grundsätze zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis der Carl von Ossietzky Universität  liegt wissenschaftliches Fehlverhalten vor, “wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Bereich der Wissenschaft vorsätzlich oder grob fahrlässig Falschangaben gemacht, geistiges Eigentum anderer verletzt oder deren Forschungstätigkeit in schwerwiegender Weise beeinträchtigt haben. Entscheidend sind die Umstände des Einzelfalls.

Als wissenschaftliches Fehlverhalten gelten insbesondere:

1.  Falschangaben […];

2. die Verletzung geistigen Eigentums in Bezug auf ein von einer anderen Person geschaffenes urheberrechtlich geschütztes Werk (einschließlich Zeichnungen, bildliche Darstellungen und Ähnliches) oder auf von anderen stammende wesentliche wissenschaftliche Erkenntnisse, Hypothesen, Lehren oder Forschungsansätze […];

3. die Nicht-Nennung von Autorinnen und Autoren, die einen wesentlichen Beitrag zum Forschungsprojekt geleistet haben […].

4. Eine Mitverantwortung für wissenschaftliches Fehlverhalten kann sich unter anderem ergeben aus:

a) aktiver Beteiligung am Fehlverhalten anderer;

b) dem Mitwissen um Fälschungen durch andere;

c) der Mitautorenschaft an fälschungsbehafteten Veröffentlichungen oder

d) einer groben Vernachlässigung wissenschaftsrelevanter Aufsichtspflicht.“[3]

Welche Ursachen könnte wissenschaftliches Fehlverhalten haben?

Die Ursachen für einen Verstoß gegen die gute wissenschaftliche Praxis bzw. das Vorliegen von wissenschaftlichem Fehlverhalten können sehr vielfältig sein. Zum einen können diese personenbezogen, d.h. aus dem Interesse der Wissenschaftlerin/des Wissenschaftlers heraus passieren, aber auch aus strukturellen Gegebenheiten innerhalb der Forschungseinrichtung herrühren.

Personenbezogene Gründe könnten mangelnde Kompetenz oder Nachlässigkeit aufgrund fehlender zeitlicher/personeller Ressourcen im Umgang mit den Regelungen zur guten wissenschaftlichen Praxis sein. Darüber hinaus könnte ein verspürter hoher Erfolgsdruck in Bezug auf das Publizieren von Forschungsergebnissen und/oder das Einwerben von finanziellen Mitteln resultierend aus der Wettbewerbsorientierung innerhalb der Wissenschaft eine zentrale Rolle spielen. Es könnte der Eindruck entstehen, dass das Liefern von schnellen und vermeintlich guten Forschungsergebnissen im Vergleich zu ordentlichem wissenschaftlichem Arbeiten eher belohnt würde als umgekehrt.

Ursache für wissenschaftliches Fehlverhalten könnte auch eine mangelnde/falsche Betreuung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern im Forschungsprozess sein. „Wer eine Arbeitsgruppe leitet, trägt Verantwortung dafür, dass eine angemessene Betreuung des wissenschaftlichen Nachwuchses (Promovierende, aber auch Studierende und Wissenschaftler in der frühen Postdoc-Phase) gesichert ist.  Für jede bzw.  jeden von ihnen muss in der Arbeitsgruppe eine primäre Bezugsperson benannt werden, die ihr bzw. ihm auch die Grundsätze zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis vermittelt.“[4]

„Die Vermittlung der Grundlagen guten wissenschaftlichen Arbeitens sollte daher zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt in der akademischen Lehre und wissenschaftlichen Ausbildung beginnen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Karriereebenen aktualisieren regelmäßig ihren Wissensstand zu den Standards guter wissenschaftlicher Praxis und zum Stand der Forschung .“[5]

Zudem ist es wichtig, ein offenes und auch kritikfähiges Arbeitsklima zu schaffen, indem vermeintliche Verstöße angesprochen und diskutiert werden können.

Überaus wichtig ist auch die Vorbildfunktion der Arbeitsgruppenleitung als Wissenschaftlerin/Wissenschaftler im Hinblick auf die Einhaltung der Standards.[6]

Welche Konsequenzen kann wissenschaftliches Fehlverhalten haben?

“Jedes wissenschaftliche Fehlverhalten verletzt sowohl das Selbstverständnis als auch die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft. Wissenschaftliches Fehlverhalten gefährdet die Arbeit anderer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und beschädigt nicht nur das Ansehen des unredlich Handelnden, sondern auch den Ruf der Universität und der Wissenschaft insgesamt.“[7]

Wissenschaftliches Fehlverhalten kann, je nach Schwere des Verstoßes gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis, zu einer Gefährdung anderer Personen(gruppen), zu einer Behinderung des Erkenntnisfortschrittes und zum Verlust des Vertrauens der Gesellschaft in die Wissenschaft führen.

Je nach Qualifikationsstufe können akademische Konsequenzen sein: Ausschluss von weiteren Prüfungsleistungen, Zwangsexmatrikulation, Korrektur oder Widerruf von Publikationen, Ausschluss von weiteren Mittelvergaben, Ausschluss als Gutachter bzw. Gutachterin oder Mitglied in wissenschaftlichen Gremien, Aberkennung der Lehrbefugnis, Aberkennung des akademischen Grades.

Arbeitsrechtliche Konsequenzen können z.B. eine Abmahnung, Vertragsauflösung oder (fristlose) Kündigung sein.

Darüber hinaus kann ein Verstoß zivilrechtliche Konsequenzen, wie z.B. ein Hausverbot, Schadenersatzansprüche, Herausgabeansprüche, Beseitigungs- und Unterlassungsansprüche oder Rückforderungsansprüche nach sich ziehen.

Auch eine strafrechtliche Verfolgung des Verstoßes, wie z.B. der Vorwurf der Urkundenfälschung oder Sachbeschädigung können mögliche Konsequenzen sein.

Was passiert im Fall von wissenschaftlichem Fehlverhalten?

Die Universität hat mehrere Ombudspersonen benannt, die Ihnen als erste Ansprechpersonen zur Verfügung stehen, wenn Sie Fragen haben, ob ein wissenschaftliches Verhalten korrekt ist. Sie können sich hierzu an eine der Ombudspersonen wenden.

Darüber hinaus stehen Ihnen als erste Ansprechpersonen auch die - und -Vertretungen der Universität sowie die - und -Vertretungen der OLTECH School of Medicine and Health Sciences zur Verfügung. 

Zudem kann der Kontakt zu überregionalen Ombudspersonen gesucht werden (Ombudsman für die Wissenschaft und Stab Wissenschaftliche Integrität der DFG).

Die Aufklärung eines möglichen wissenschaftlichen Fehlverhaltens erfolgt durch die Kommission für gute wissenschaftliche Praxis der Universität Oldenburg in den folgenden abgebildeten Schritten:

Worin bestehen die Grundsätze einer "Guten Klinischen Praxis (Good Clinical Practice)"?

“Die Gute Klinische Praxis (GCP, Good Clinical Practice) ist ein internationaler ethischer und wissenschaftlicher Standard für Planung, Durchführung, Dokumentation und Berichterstattung von klinischen Prüfungen am Menschen. Die Einhaltung dieses Standards schafft öffentliches Vertrauen, dass die Rechte, die Sicherheit und das Wohl der Prüfungsteilnehmer gemäß der Deklaration von Helsinki geschützt werden und die bei der klinischen Prüfung erhobenen Daten glaubwürdig sind.“[8]

Konkrete Fragen können Sie gerne auch an Dr. Heike Hennig (Leitung des Koordinierungszentrums für Klinische Studien (KKS)) und die Medizinische Ethikkommission richten.

Quellen

[1] https://wissenschaftliche-integritaet.de/kodex/verpflichtung-auf-die-allgemeinen-prinzipien/ (DFG-Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis, letzter Zugriff am: 08.10.2021)

[2] https://uol.de/uni/amtliche_mitteilungen/dateien/AM2017-013_Ordnung_gute_wiss_Praxis.pdf (Ordnung über die Grundsätze zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis an der Carl von Ossietzky Universität, S.2, letzter Zugriff am: 08.10.2021)

[3] https://uol.de/uni/amtliche_mitteilungen/dateien/AM2017-013_Ordnung_gute_wiss_Praxis.pdf (Ordnung über die Grundsätze zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis an der Carl von Ossietzky Universität, S.7-8, letzter Zugriff am: 08.10.2021)

[4] https://uol.de/uni/amtliche_mitteilungen/dateien/AM2017-013_Ordnung_gute_wiss_Praxis.pdf (Ordnung über die Grundsätze zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis an der Carl von Ossietzky Universität, S.4, letzter Zugriff am: 08.10.2021)

[5] https://wissenschaftliche-integritaet.de/kodex/berufsethos/ (DFG-Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis, letzter Zugriff am: 08.10.2021)

[6] vgl. https://www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_profil/reden_stellungnahmen/download/empfehlung_wiss_praxis_1310.pdf (DFG-Denkschrift zur Sicherung guter wissenschaftlcher Praxis, S.16, letzter Zugriff am: 08.10.2021)

[7] https://uol.de/uni/amtliche_mitteilungen/dateien/AM2017-013_Ordnung_gute_wiss_Praxis.pdf (Ordnung über die Grundsätze zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis an der Carl von Ossietzky Universität, S. 2, letzter Zugriff am: 08.10.2021)

[8] https://ichgcp.net/de (ICH-Richtlinie der guten klinischen Praxis, letzter Zugriff am: 08.10.2021)

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(Stand: 12.01.2022)