Vorklinisches Wahlfach: Einführung in die Pathogenese und Prävention von Pandemien inkl. Covid-19 an der Schnittstelle von Gesundheits- und Geisteswissenschaften (WiSe20/21)

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Prof. Dr. Mark Schweda

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Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Fakultät VI - Medizin und Gesundheitswissenschaften
Department für Versorgungsforschung
Abteilung Medizinische Ethik
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Campus Haarentor, Gebäude V04
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Vorklinisches Wahlfach: Einführung in die Pathogenese und Prävention von Pandemien inkl. Covid-19 an der Schnittstelle von Gesundheits- und Geisteswissenschaften (WiSe20/21)

Die Abteilung Ethik in der Medizin ist auch im Rahmen des vorklinischen Wahlfachs vertreten:

Pestilentia bei Galenos von Pergamon, Sidonius Apollinaris, Prokop und im frühen Islam (Hadith, Koran) im Spiegel der Covid-19 Pandemie

Eine sozial harmonische und effiziente Verhinderung (Prävention) von Covid-19 Erkrankungen in Europa scheitert aktuell (Sommer 2020) an einer widersprüchlichen moralischen Beurteilung von Präventionsmaßnahmen in der Bevölkerung.

Dieses unmittelbare Erleben der biologischen Gefahrensituation im sozialen Kontext nutzen wir in unserem Seminar als empathischen Zugang zu aktuellen und literarisch dokumentierten, philosophisch – medizinisch begründeten Präventionskonzepten.

Mit dem Ziel, Anregungen für respektvolles Miteinander zu gewinnen, vergleichen wir systemisch auftretendes Infektionsgeschehen in der Jetztzeit und in der Spätantike:
SARS-Cov-2-Pandemie, AIDS-Pandemie, Influenza, im 20.-21. Jahrhundert
Antoninische Pest (Galen) und Justinianische Pest (Prokop; Moschus), Pestilentia bei Sidonius Apollinaris im Römischen Reich und Rom-Nachfolgestaaten: 3.- 7. Jahrhundert, islamische Überlieferungen aus dem Koran und dem Hadith).

Sie sind als StudentInnen der Geschichte, Medizin und Gesundheitswissenschaften willkommen mit Dozenten der Univ. Oldenburg aus den Bereichen Ethik in der Medizin, Geschichte und Pathologie folgende Fragen zu beantworten:

• Medizintheoretisch und -praktisch: Wie hängen unterschiedliche Pathogenesekonzepte mit moralischen Einschätzungen zur Krankheitsentstehung und -verbreitung zusammen (Schicksalshaftigkeit, (Eigen-)Verantwortung, Schuldhaftigkeit; Kausal- und Formalpathogenese)?

• Medizinhistorisch: Wie prägt die Erinnerung an vergleichbare frühere Situationen (das kulturelle Gedächtnis) die moralische Beurteilung der aktuellen Problemlage und der vorgeschlagenen Lösungsansätze? (Verbindlichkeit von Präventionsmaßnahmen durch Diätetik, Bildungsideale und religiös-sozialen Normen; Seuchenschutz als obrigkeitliche Aufgabe des modernen Sozial- und Verwaltungsstaates (biopolitisches Paradigma); Spanische Grippe als erste Pandemie des 20. Jahrhunderts; AIDS-Kontroverse als Ausgangspunkt neuer, auf Aufklärung und Eigenverantwortung setzender Public Health-Ansätze in Deutschland)?

• Medizinethisch: Inwieweit lassen sich die öffentlichen Infektionsschutzmaßnahmen im Kontext der Corona-Pandemie moralisch rechtfertigen (-> Grundlagen Public Health-Ethik, zentrales Spannungsfeld zwischen individuellen Freiheitsrechten und kollektiven Gütern/Gemeinwohlorientierung)?

Die Anmeldung erfolgt über studIP.

(Stand: 07.10.2020)