Kontakt

Die Zeitstruktur guten Lebens und die Bedeutung generativer Perspektiven im Kontext der Altersmedizin (FOR-TP-F)

Prof. Dr. Mark Schweda
Leitung der Abteilung

Ansprechpartnerin

Julia Demirdizen 
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

+49 (0)441 798-4430

Postanschrift

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Fakultät VI - Medizin und Gesundheitswissenschaften
Department für Versorgungsforschung
Abteilung Medizinische Ethik
Ammerländer Heerstr. 114-118
26129 Oldenburg

Besucheranschrift

Campus Haarentor, Gebäude V04
Ammerländer Heerstraße 140 
26129 Oldenburg

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Die Zeitstruktur guten Lebens und die Bedeutung generativer Perspektiven im Kontext der Altersmedizin

Projektbeschreibung

Wie können Menschen im höheren Lebensalter gut leben? Und welche Rolle spielen dabei die Beziehungen zu anderen Generationen – zu Kindern, Enkelkindern oder ganz allgemein zur „Welt von morgen“?

Unser Teilprojekt untersucht, wie sich Menschen im Alter gegenüber nachfolgenden Generationen positionieren: indem sie Wissen und Erfahrungen weitergeben, Verantwortung übernehmen, ein Vermächtnis hinterlassen oder für die Zukunft anderer sorgen wollen. Dieses Phänomen wird in Entwicklungspsychologie und Alternswissenschaft als Generativität bezeichnet und gewinnt im späteren Leben besondere Bedeutung.

Wir interessieren uns dafür, wie solche generativen Motive die Bewertung medizinischer und pflegerischer Möglichkeiten beeinflussen. Welche Rolle spielt es etwa für die Entscheidung, eine Behandlung anzunehmen oder Pflege in Anspruch zu nehmen, wenn jemand „etwas zurückgeben“ oder „anderen nicht zur Last fallen“ möchte?

Dabei nehmen wir bewusst die Vielfalt von Lebensentwürfen in den Blick. Nicht alle älteren Menschen leben in klassischen Familienkonstellationen, nicht alle haben Kinder oder Enkel. Auch andere Formen der Zukunftsausrichtung, einschließlich solcher, die mit „Generativität“ im traditionellen Sinne brechen, gehören ebenfalls in diese Forschung.

Ziel ist, besser zu verstehen, wie überindividuelle Sinnhorizonte, also das, was über die eigene Lebenszeit hinausweist, das gute Leben im Alter mitprägen. Dieses Wissen kann helfen, Altersmedizin und Pflege so zu gestalten, dass sie nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Lebensentwürfe älterer Menschen ernst nehmen.

Methodisches Vorgehen

Wir verbinden in unserem Projekt drei methodische Zugänge:

  • Philosophisch-ethische Analysen zur Frage, was ein gutes Leben im Alter ausmacht – und welche Rolle Zukunftsbezüge dabei spielen.
  • Qualitative Forschung in Form von Gruppendiskussionen und Einzelinterviews mit Familien aus mehreren Generationen, mit Fachpersonen aus Altersmedizin, Pflege und Seniorenarbeit sowie mit älteren Menschen.
  • Medien- und kulturwissenschaftliche Analysen von Filmen, Fernsehformaten und anderen Erzählungen über Alter und Generationenbeziehungen.

Die Ergebnisse werden im Austausch mit den anderen Teilprojekten der Forschungsgruppe FOR 5022 weiter eingeordnet.

Förderung

Das Projekt wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der Forschungsgruppe FOR 5022 „Medizin und die Zeitstruktur guten Lebens“.

Projektteam

Projektleitung

Prof. Dr. Mark Schweda

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Julia Demirdizen M.A.

Studentische Hilfskraft

Marith Bauer

Das Teilprojekt ist verortet in der Abteilung Ethik in der Medizin am Department für Versorgungsforschung der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Studienteilnahme

Für unsere qualitative Forschung suchen wir Menschen, die mit uns ins Gespräch kommen möchten:

  • Familien (Angehörige aus unterschiedlichen Generationen, wie zum Beispiel: Enkelin, Großmutter, Vater, Geschwister). Sie müssen nicht alle biologisch miteinander verwandt sein, alle Familienformen sind herzlich willkommen (ca. 4-10 Teilnehmende in Form einer Gruppendiskussion).
  • Menschen aus unterschiedlichen Generationen (ab 18 Jahren), die sich mit anderen in einer Gruppendiskussion (6-10 Teilnehmende) über das, was Generationen verbindet, trennt, bleibt und weitergegeben wird, austauschen möchten.
  • Ältere Menschen für Einzelinterviews über die eigene Lebensbiografie und Erwartungen an das Älterwerden.

Die Gespräche werden mit Ihrem Einverständnis aufgezeichnet und anschließend verschriftlicht (Transkript). Alle Angaben werden vertraulich behandelt und anonymisiert ausgewertet.

Die Gruppen rund um die Familien und Menschen aus unterschiedlichen Generationen werden als Gruppendiskussionen gestaltet.

Wie läuft eine Gruppendiskussion ab?

Wenn Sie sich für eine Teilnahme an unserer Studie interessieren, kontaktieren Sie uns bitte. Wir informieren Sie dann noch einmal persönlich und beantworten Ihnen alle Ihre Fragen zu unserem Forschungsprojekt.

Sollten Sie teilnehmen wollen, besprechen wir mit Ihnen den Zeitpunkt und einen Ort für die Gruppendiskussion. Die Gruppendiskussionen erfolgen moderiert mit insgesamt ca. 6 – 10 Teilnehmenden und einer durchschnittlichen Länge von 1,5 Stunden. Die Gruppendiskussionen finden im Zeitraum Juni bis September 2026 statt.

Sie haben Interesse oder Fragen? Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme:

Julia Demirdizen

+49 (0)441 798-4430

Publikation

Ellerich-Groppe, Niklas; Schweda, Mark (2025): Die normative Bedeutung von Narrativen in den Debatten um intergenerationelle Solidarität in der COVID-19-Pandemie. In: Christian Hißnauer und Claudia Stockinger (Hg.): Narrativität und Medizin: transcript Verlag, S. 211–236.

Schweda, Mark; Hummers, Eva; Kleinert, Evelyn (2023): Zwischen Bagatellisierung und Pathologisierung: Gesundheitsversorgung im Alter und die Zeitstruktur guten Lebens. In: Ethik Med 35 (1), S. 77–91. DOI: 10.1007/s00481-022-00742-6

Stange, Lena; Schweda, Mark (2022): Gesundheitliche Vorausverfügungen und die Zeitstruktur guten Lebens. In: Ethik Med 34 (2), S. 239–255. DOI: 10.1007/s00481-022-00698-7

(Stand: 12.06.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p119330
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