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Studiendekanat/ Sekretariat

Miriam Krenke

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W16A Raum 019 und 1-101

Anschrift

Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften
Carl von Ossietzky Universität
Carl-von-Ossietzky-Straße 9-11
26129 Oldenburg

Longitudinale Pfade

In den Modellstudiengang Humanmedizin sind, parallel zu den thematischen Modulen, vier longitudinale Pfade integriert, die, inhaltlich in die Module eingegliedert, grundlegende Kompetenzen aus diesen vier Bereichen vermitteln und vertiefen:

Problemorientiertes Lernen (POL)

Problemorientiertes Lernen (POL) ist eine gruppenbasierte Lernmethode mit dem Fokus auf handlungsorientiertem und fächerübergreifenden Denken und hat zum Ziel, selbstbestimmtes und entdeckendes Lernen zu fördern. POL ist im nationalen und internationalen  Raum inzwischen fester Bestandteil vieler medizinischer Curricula.

Im Oldenburger Curriculum ist das POL in die ersten drei Studienjahre eingebettet. Die Studierenden bearbeiten zweiwöchentlich in festen Kleingruppen Fallbeispiele, die in den Lernkontext der thematischen Module eingebettet sind. Entsprechend dem Ausbildungsstand der Studierenden verändert sich das den POL-Sitzungen zugrunde liegende didaktische Konzept: Im ersten Studienjahr wird die klassische Siebensprungmethode aus Maastricht umgesetzt, um naturwissenschaftliche Grundlagen zu festigen. Ab dem zweiten Studienjahr liegt der Fokus auf der Klinik und es kommen im Kontext von Diagnostik, Differentialdiagnosen und Therapie weitere  praktische Anteile hinzu. Die Studierenden erarbeiten gemeinsam in den Sitzungen die Anamnese, Differentialdiagnosen und eine Arbeitsdiagnose,  lernen strukturiert einen Therapieplan (6-Step)  zu entwerfen und in Form von Rollenspielen  Aufklärungs- und Therapiegespräche zu führen.

Kommunikation

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kommunikation“ werden ab dem ersten Modul Kenntnisse im Bereich der ärztlichen Kommunikation vermittelt und für die ärztliche Gesprächsführung notwendige Kompetenzen systematisch geschult.

In den ersten drei Studienjahren werden grundlegende Merkmale gelehrt, die den ärztlichen Konsultationsprozess kennzeichnen. In praktischen Übungen werden die geeignete Gesprächstechniken demonstriert und angewendet. Die erlernten Kommunikationstechniken werden in den Allgemeinmedizinischen Hospitationen am Patienten angewendet. Im vierten Studienjahr werden die Fertigkeiten der Pfade KPF und Kommunikation zusammengeführt und in praktischen Übungen vertieft. Die Studierenden üben Patient*innenkontakte im Unterricht mit Simulationspersonen und erfahren diese Kontakte im Blockpraktikum unter Anleitung geschulter Ärzt*innen. 

Im Rahmen der Workshop-Reihe PE Jahr 5 haben die Studierenden die Möglichkeit, sich über die Säule Kommunikation“ gezielt und interessengeleitet weiter zu qualifizieren.

Klinisch-praktische Fertigkeiten (KPF)

Der Pfad „klinisch-praktische Fertigkeiten" ist ebenfalls ab dem erstem Semester thematisch in die Module integriert. . Insbesondere in diesem longitudinalen Pfad ist das Konzept des Spiralcurriculums sehr gut zu erkennen: Die Praktika bauen inhaltlich auf die in den Modulen behandelten Lerninhalte auf und ergänzen sich mit den Praktika „Kommunikation“. Geübt und vertieft werden die erworbenen Kompetenzen im Rahmen der ambulanten Hospitationen.

Während der ersten drei Studienjahre werden die Abläufe und Techniken der körperlichen Basisuntersuchung vermittelt. Im Fokus stehen dabei physiologische Befunde und deren Varianten, aber auch die Benennung der Bedeutung der untersuchten Strukturen und deren physiologischer Eigenschaften. Des Weiteren soll im Verlauf der Kurse die Scheu vor Kommunikation und körperlicher Berührung verloren gehen, um ein offenes Arzt-Patienten-Verhältnis zu schaffen. In den Jahren zwei und drei werden die Lehrinhalte wieder aufgegriffen und um deren Pathologie, sowie Untersuchungstechniken weiterer Fachdisziplinen erweitert.

Forschung und Wissenschaft (Longitudinales Forschungscurriculum = LFC)

Eine Besonderheit des Modellstudiengangs Humanmedizin liegt in der frühen und longitudinalen Einbindung der Studierenden in Wissenschaft und Forschung. Die wissenschaftliche Ausbildung beginnt bereits im ersten Studienjahr und zieht sich als longitudinales Element durch das gesamte Studium mindestens bis hin zum PJ-Eintritt. Ziel ist es, die Studierenden in wissenschaftlichem Denken anzuleiten, ihnen Techniken wissenschaftlichen Arbeitens zu vermitteln, Einblicke in aktive Forschungstätigkeit zu geben und sie für die Forschung zu begeistern. Das LFC lehnt sich damit an das Groninger Curriculum an: drei wesentliche Elemente der Ausbildung sind die Vermittlung der Forschungsmethodik sowie der wissenschaftlichen Grundlagen und die eigene Tätigkeit im Bereich der Forschung. Weitere Informationen zum Curriculum Forschung und Wissenschaft finden Sie hier.

Professionelle Entwicklung (PE)

Der Pfad „Professionelle Entwicklung“ ist in den Studienjahren 1-5 ein fester Bestandteil des Curriculums und dient der Berufsvorbereitung als Arzt/Ärztin. Im Rahmen dieses Ausbildungspfades soll den Studierenden ein Bewusstsein für eigenes Handeln, für eigene Entscheidungsfindungen und das eigene Rollenverhalten vermittelt werden. Praktische und klinische Erfahrungen werden verarbeitet und reflektiert, daneben werden eine Reihe von überfachlichen Themen mit Überlappung zu Sprach-, Geistes-, Sozial- oder Kulturwissenschaften besprochen.

Die Inhalte und Ziele der Veranstaltungen zur Professionellen Entwicklung sind angelehnt an die Themen, mit denen sich die Studierenden in dem jeweiligen Studienjahr befassen: In den ersten drei Studienjahren steht das "Professionelle Verhalten" im Vordergrund. Die Studierenden lernen die Grundlagen professionellen Verhaltens im Arztberuf kennen und sind in der Lage, dieses anhand von Fallbeispielen zu diskutieren. Außerdem lernen sie persönliche Erfahrungen durch kritisches Fragen und Antworten zu analysieren. Im vierten Studienjahr werden diese Fertigkeiten erweitert um das "Beurteilen des (inter-)professionellen Verhaltens". Die Studierenden reflektieren in den Treffen ihre persönlichen Stärken und Schwächen. Sie entwickeln Strategien, sich in Richtung ihrer selbst gesetzten Ziele zu entwickeln. Dazu gehört es auch eigene Probleme sowie die von Kolleginnen und Kollegen anzusprechen, zu analysieren und Lösungsstrategien zu entwickeln. In den Studienjahren 1 bis 4 treffen sich die Studierenden regelmäßig in Kleingruppen mit einem ärztlichen Tutor. Die konstanten Kleingruppen schaffen einen Rahmen, in dem die Studierenden vertrauliche Inhalte ansprechen und diskutieren können. Im fünften Studienjahr verändert sich das Format. In diesem Jahr haben die Studierenden einen Mentor, der sie in Einzeltreffen begleitet.

Im fünften Studienjahr liegt der Schwerpunkt auf der Reflektion und Verstetigung des eigenen professionellen (ärztlichen) Handelns sowie der individuellen Weiterqualifikation. Die Studierenden sind anschließend in der Lage Erfahrungen zu beschreiben und zu hinterfragen. Anhand dieser Analyse können Sie weitere persönliche Ziele formulieren, die der professionellen Entwicklung dienen. Das Modul Professionelle Entwicklung Jahr 5 setzt sich aus zwei Teilen zusammen: einem Mentoringprogramm und einer Workshopreihe mit einem breitgefächerten Angebot für die Studierenden (Weitere Informationen finden Sie hier.)

(Stand: 22.10.2021)