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Dr. Anna Langenbruch

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Institut für Musik
26111 Oldenburg

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A05 1-134

Evelyn Buyken

Kurzvita

Studium der Schulmusik an der Hochschule für Musik und Tanz Köln und am Conservatorio di Musica Santa Cecilia in Rom, sowie Germanistik an der Kölner Universität, 1. Staatsexamen 2010. Seit 2008 Künstlerischer Studiengang Viola da Gamba und Barockvioloncello, Diplom 2012. Gründerin des Cölner Barockorchesters und konzertierende Cellistin im In- und Ausland. Zahlreiche Funk- und CD-Einspielungen u.a. mit L’arte del mondo und der Kölner Akademie. Während des Studiums Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft und Tutorin am Institut für Musikwissenschaft der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Seit 2011 Stipendiatin der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne (Graduiertenschule der Universität zu Köln) und der Konrad-Adenauer-Stiftung mit einer Dissertation zum Thema „Bach-Rezeption als kulturelle Praxis“. Ihre Betreuer sind Prof. Dr. Frank Hentschel (Universität zu Köln), Prof. Dr. Melanie Unseld (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) und Prof. Dr. Peter Wollny (Bach-Archiv Leipzig).

Dissertationsprojekt

Bach-Rezeption als kulturelle Praxis. J.S. Bach zwischen 1750 und 1829 in Berlin

Ausgangspunkt der Dissertation ist die Irritation darüber, dass die Zeitspanne zwischen 1750 und 1829 anders als die Jahre danach lange Zeit als Marginalie der Bach-Rezeptionsgeschichte betrachtet wurde. Auch wenn zahlreiche Forschungen der vergangenen fünf Jahrzehnte die Bach-Rezeption unmittelbar nach Bachs Tod verstärkt in den Blick genommen haben, weicht der Stellenwert der diesen Diskursen, Praktiken und Akteuren attestiert wird im Vergleich zu denen des 19. Jahrhunderts ab.  Ich nähere mich dieser Beobachtung durch eine begriffsgeschichtliche Analyse des Rezeptions-Begriffes und seiner Verwendung in der Bach-Forschung und gehe davon aus, dass Ereignisse wie die Wiederaufführung der Matthäus-Passion im Jahr 1829 und die sich im Umfeld dessen konstituierten Diskurse maßgeblich den Rezeptions-Begriff, wie er heutzutage in der Bach-Forschung verwendet wird, geprägt hat. Folgende Forschungsfrage steht im Mittelpunkt: Hat die Art und Weise, mit welcher Bedeutung und welchen impliziten Wissenscodes der Rezeptions-Begriff in der Bach-Forschung verwendet wurde, Einfluss darauf, wie sich die Bach-Rezeption zwischen 1750 und 1829 darstellt, d.h. welche Praktiken, Diskurse und Akteure als wissenschaftsfördernd angesehen wurden? Ausgehend von einem, den traditionellen Rezeptions-Begriff restituierenden, praxeologischen Rezeptions-Begriff werden rund um zwei Fallstudien die Diskurse (Lea Mendelssohn Bartholdy) und Praktiken (Sara Levy) der Bach-Rezeption des 18. und beginnendes 19. Jahrhunderts in Berlin untersucht. Ziel ist es darzustellen, dass die Marginalisierungen und Bedeutungszuweisungen, die den Stellenwert des 18. Jahrhunderts für die Bach-Rezeptionsgeschichtsschreibung betreffen, selbst ein Resultat des Rezeptions-Diskurses in der Bach-Forschung sind.

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