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Prof. Dr. Melanie Unseld
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Institut für Musik
Ammerländer Heerstraße 114-118
26111 Oldenburg
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Tel.: 0441 - 798 4770

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Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Institut für Musik
Ammerländer Heerstraße 114-118
26111 Oldenburg
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Tel.: 0441 - 798 4052

Informationen

Wagner - Gender - Mythen

Internationales und interdisziplinäres Symposium zu Richard Wagners „Tristan und Isolde“

Veranstaltet vom Institut für Musik

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg in Kooperation mit dem Oldenburgischen Staatstheater

Exerzierhalle Oldenburg

15. bis 17. November 2013

Referent/Innen

Panel I: Mythen und ihre Repräsentationen: Künstler – Held – Weib

Melanie Unseld (Oldenburg) - Kordula Knaus (Graz/Bologna) - Anno Mungen (Bayreuth) - Barbara Eichner (Oxford)

Panel II: Künstler und Familie

Monika Wienfort (Berlin) - Dagny Beidler (Zürich) - Christine Fornoff (Oldenburg) - Beatrix Borchard (Hamburg) - Gesa Finke (Köln)

Panel III: Die „mystische Grube“: Tristan und Isolde

Albrecht Hausmann (Oldenburg) - Eva Rieger (Liechtenstein) - Thomas Seedorf (Karlsruhe) - Elisabeth Bronfen (Zürich)

Panel IV: Moderne Re-Mythisierungen

Christine Lemke-Matwey (Berlin) - Anna Langenbruch (Oldenburg) - Dietrich Helms (Osnabrück)

Symposium

Wagner - Gender - Mythen

 

Das „leidende, sich opfernde Weib“, die „wahre wissende Erlöserin“, das „Weib der Zukunft“ – Richard Wagners Schriften und seine Musikdramen sind voll von Mystifizierungen des Weiblichen. Ähnlich auch das männliche Pendant, überformt im virilen Helden-Typus oder idealisiert als genialer Künstler. Lässt man diese Mythisierungen Revue passieren, wird klar: Das Verhältnis der Geschlechter beschäftigte Wagner grundlegend.

Auch in der Wagner-Rezeption wird lange schon (und im Vergleich mit anderen Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts besonders explizit und häufig) das Geschlecht insofern thematisiert, als sowohl „Frauen um Wagner“  als auch Wagner-Sängerinnen und den Frauengestalten in Wagners Werken  Aufmerksamkeit zuteil wurde.

So naheliegend damit die Perspektive einer musikwissenschaftlichen Geschlechterforschung auf Wagner sein mag, und so konstant der Blick gerade auf das „Weib“ bzw. „Frauen um Wagner“ gerichtet ist, fällt doch auf, dass von einer kritischen musikwissenschaftlichen Genderperspektive auf Wagner bislang nur vereinzelt die Rede sein kann. Im Gegenteil verstellt insbesondere das (implizite) Festhalten an einem essentialistischen Geschlechterbegriff den Blick darauf, dass hier die durch das hegemoniale Bürgertum geprägte Vorstellung eines Geschlechterdualismus zugrunde liegt, der selbst dem Geschlechterdiskurs der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Heteronormativität und davon abgeleitete Geschlechtscharaktere, Heroismus u. a. m.) verpflichtet ist und entsprechend kritisch reflektiert werden muss.

Das internationale und interdisziplinäre Symposium „Wagner – Gender – Mythen“ wendet sich den Mythisierungen von Weib, Held und Künstler zu: Wie stellte sich dieser Mythos „Weib“ bei Wagner dar, wie der Mythos des Helden? (Wie) konnten zeitgenössische Sängerinnen und Sänger mit diesen Mythisierungen auf der Bühne, wie im realenn Leben umgehen? Und welche Auswirkungen hatten diese Vorstellungen auf das Ehe- und Familienleben des Komponisten? Welche Bilder entstanden so von ihm und seinen Partnerinnen? Warum war Wagner gerade in jenen Mythisierungen nicht zuletzt auch für den Hollywood-Film prägend? Und wie stehen wir heute diesen Mythen gegenüber? Beiträge aus der Musikwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Mediävistik, Anglistik sowie dem Kulturjournalismus beleuchten diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven und bieten einen offenen Blick auf die Thematik. Der Fokus des Symposiums liegt auf Wagners „Tristan und Isolde“, der zeitgleich in einer Neuinszenierung am Oldenburgischen Staatstheater in der Regie von Alexander Müller-Elmau zu erleben sein wird.

Musiv7ck-15Webqkj/xmastelfr (musi5odk@uol.o7de) (Stand: 07.11.2019)