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Prof. Dr. Susanne Binas-Preisendörfer 

+49 (0) 441 - 798 2311

Fax: +49 (0) 441 - 798 4016

Forschungsorientierter Workshop mit Dr. Maria Witek

"Warum Beats Spaß machen! - Klang, Rhythmus, Genuss: Grundlagen und neuere Entwicklungen der Musikkognitionsforschung kulturwissenschaftlich gedacht"

Am 29. und 30. Januar 2016 begrüßte Frau Prof. Binas-Preisendörfer am Institut für Musik Dr. Maria Witek (Center for Music In the Brain, Universität Aarhus, Dänemark) für einen forschungsorientierten Workshop eingebunden ins Seminar “The sound is the thing you recognize”  Ca. 20 Studierende, Doktorand_innen und Mitarbeiter des Lehrstuhls Musik und Medien beschäftigten sich zwei Tage lang mit musikpsychologischer Forschung im Themenfeld Lautheit, Genuss und Groove. 

Frau Dr. Witek nutzte die Frage "Wie kommt es, dass wir uns zu Musik bewegen wollen und wieso fühlt sich das gut an?" als Aufhänger für ihre Einführung in Gehirnphysiologie und -evolution . Die Teilnehmer_innen machten sich vertraut mit den Zusammenhängen zwischen physiologischen Funktionen, Gehirnarealen und Groove-Musik. Witek referierte über Modelle, die Zusammenhänge zwischen Genuss, Erwartung und Belohnung in zielorientierter Weise auf Musik beziehen,  bzw. über ein Optimum an Komplexität erklären. 

Auf diesen Informationen aufbauend, erarbeite Dr. Witek mit den Teilnehmer_innen des Workshops Wissen zu musikpsychologischen Methoden im allgemeinen und Experimenten im besonderen. Witeks anschließender Kurz-Vortrag zum Thema Lautheitsforschung und Genuss erwies sich als höchst kompatibel und Erkenntnisleitend zu der am Lehrstuhl Musik und Medien entwickelten Forschungsperspektive. Das erworbene Wissen setzte die Gruppe zum Abschluss in einem Experiment um. Dieses untersuchte die Beziehung zwischen Lautheit, Risikobereitschaft (ermittelt über die Größe eines aufzublasenden Luftballons) und Genrepräferenz. 

Am Samstagvormittag präsentiere Witek eine kritische Lesart zielorientierter Modelle zu Musikgenuss und stellte Alternativen dazu wie Embodiment, Extended Mind, Predictive Coding sowie phänomenologische Ansätze vor.
Nach einer angeregten Diskussion wandten sich die Teilnehmer_innen der statistischen Analyse der am Vortag im Experiment erzeugten Daten zu und verfeinerten im Anschluss das Forschungsdesign.

Im abschließenden Roundtable sondierten Prof. Binas-Preisendörfer, Dr. Maria Witek und Stefanie Alisch, M.A. Kompatibilitäten zwischen empirischen Zugängen und kulturwissenschaftlich oder ethnographisch geprägten Methoden. 

Ausführlicher Bericht zum Workshop hier.

Kurzbiographie

Dr. Maria Witek (Aarhus Universität, Dänemark), Postdoc in Forschungsgruppe "Music in the Brain". Abschlüsse in Musikwissenschaft (Universität Oslo) und Musikpsychologie (Universität Sheffield). 2013 Doktorarbeit "The Relationship between Embodiment, Pleasure and Groove-Based Music" (Universität Oxford). In ihrer Forschung untersucht sie Psychologie und kognitive Neurowissenschaft von Rhythmus, Körperbewegung, Genuss und Groove. Zahlreiche internationale Veröffentlichungen und Vorträge.

Im Rahmen des Workshops können Studierende eine Prüfungsleistung von 3 KP (Modulteilprüfung) erbringen, die in allen Mastermodulen mit dem Schwerpunkt Musik und Medien angerechnet werden können.

Workshopprogramm

Klang-Situationen-Erleben

Am 30. und 31. Oktober 2015 fand unter Leitung von Prof. Dr. Susanne Binas-Preisendörfer (Oldenburg), Dr. Anna Langenbruch (Oldenburg) und Prof. Dr. Holger Schulze (Kopenhagen) der Workshop „Klang – Situationen – Erleben. Methodische Herausforderungen der Analyse von Hörpraktiken“ im Haus des Hörens Oldenburg statt.

Sound Studies, Forschungen zur populären Musik und kulturwissenschaftlich orientierte historische Musikwissenschaften sind derzeit stark daran interessiert, adäquate Methoden zur Untersuchung von Klangmaterialien und Hörpraktiken zu entwickeln. Die in Folge von Cultural und Performance Studies etablierte Überzeugung, kulturelle Praktiken ins Zentrum der Untersuchung zu stellen und nicht das gelungene Verständnis eines „Textes“, führte in den o.g. Fachdisziplinen zu der Erkenntnis, dass einem archivierten Klang, einem Pop-Song oder einer Partitur keine Bedeutungen an sich eingeschrieben sind, sondern dass diese in kommunikativen Räumen/Situationen und diskursiven Aushandlungsprozessen aufeinander bezogener Aktanten und ihren Subjektpositionen entstehen.

Der zweitägige Workshop „Klang-Situationen-Erleben“ widmete sich den methodischen Herausforderungen dieses relationalen und kontingenten Paradigmas. Als bewusst kleinformatiges und nicht auf die Präsentation von Vorträgen zielendes Forum konzipiert, wurde ausgehend von konkreten Beispielen aus der Forschungspraxis methodologisch in die Tiefe gegangen. Entlang thematischer Schwerpunkte [Kriterien der Dokumentation; Situationen des Hörens und ihre (historische) Rekonstruktion; Erfahrungen von Subjektivität und kritische Reflexion des Forschungsstandpunktes] traten WissenschaftlerInnen aus Deutschland, Dänemark, Österreich und der Schweiz über verschiedene disziplinäre Zugänge und Perspektiven hinweg in einen intensiven Austausch. Dabei wurde deutlich, dass die uneinheitlichen methodischen Herangehensweisen v.a. auch in den Gegenständen der Forschung und deren Bindung an spezifische Musikbegriffe begründet liegen. Der Workshop eröffnete die Möglichkeit, diese Aspekte freizulegen und zu fragen, welche Methoden jeweils geeignet sind, Hörpraktiken aus Vergangenheit und Gegenwart zu untersuchen. In der abschließenden Diskussion schlugen die OrganisatorInnen des Workshops vor, den Austausch zunächst auf bilateraler Ebene fortzusetzen und Kooperationen auszuloten.

 

In October 2015 the workshop „Sound - Situation - Experience. Methodical Challenges in Analysing Listening Practices“ took place under the direction of Prof. Dr. Susanne Binas-Preisendörfer (Oldenburg), Dr. Anna Langenbruch (Oldenburg) and Prof. Dr. Holger Schulze (Copenhagen) at the Haus des Hörens, Oldenburg.

The two-day meeting was designed as a transdisciplinary forum to discuss the development of appropriate methodical approaches to explore the role of sound in cultural practices in past and present times. Based on concrete examples of research from the field of sound studies, popular music studies and culturally oriented historical musicology, the participants reflected upon criteria of documentation, situations of listening and its (historical) reconstruction and experiencing subjectivity, which led to a fruitful methodological dialogue. In this, it became clear that heterogeneous approaches often are attributable to the objects of research and their connection to specific concepts of music.

Neu erschienen!

Susanne Binas-Preisendörfer, Jochen Bonz, Martin Butler (Hg.) 

POP / WISSEN / TRANSFERS
Zur Kommunikation und Explikation populärkulturellen Wissens 
Reihe: Populäre Kultur und Medien

Die Beiträge beschreiben spezifische Erscheinungsformen populärkulturellen Wissens sowie Wissenstransfers zwischen Disziplinen, Codes, Lagerungen, zivilgesellschaftlichen und kommerziellen Akteuren. Sie unternehmen dabei so etwas wie ,Probebohrungen' in einem Forschungsfeld, dessen Konturierung und genauere Bearbeitung am Anfang steht, und weisen dabei nicht nur auf die Herausforderung einer differenzierten Beschreibung dieser Prozesse hin, sondern zeigen auch auf, dass ,populärkulturelles Wissen' für einen an Benennung und Analyse interessierten Zugriff grundsätzlich schwer zu fassen ist, da es sich immer dann zu verflüchtigen scheint, wenn es als Gegenstand des Interesses konkretisiert bzw. expliziert werden soll. 

Zu den Herausgebern: 
Susanne Binas-Preisendörfer ist Inhaberin des Lehrstuhls für Musik und Medien an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Jochen Bonz ist Privatdozent und Assistent am Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Martin Butler ist Juniorprofessor für "Amerikanistik: Literatur und Kultur" an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. 

Exkursion nach Berlin

Im Rahmen der Lehrveranstaltung "Geschichte der populären Musik II. - Jugendkulturen" besuchten 21 Oldenburger Studierende am 05.12.2014 das Archiv der Jugendkulturen in Berlin. Der Gründer und Leiter des Archivs Klaus Farin informierte zur Gründungsgeschichte und aktuellen Aufgaben. In der Bibliothek des Archivs konnten die Studierenden einen Überblick in die Sammlungsbestände (v.a. Fanzines) erhalten und mit dem Kulturwissenschaftler Daniel Schneider Probleme und Herausforderungen bei der Sichtung und Auswertung solcher Primärquellen der jüngeren Geschichte populärer Musik diskutieren. Im Anschluss nahmen alle entweder an einem Rap- oder einem Workshop zum Thema DJing teil.

Ausstellungshinweis: ShePOP - Frauen. Macht. Musik.

ShePOP ist eine Sonderausstellung im rock'n'popmuseum Gronau, die alle Facetten von Mädchen und Frauen in der Rock- und Popmusik zeigt. 

Sie entstand in einer Kooperation mit den Universitäten Oldenburg und Paderborn und wird gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die Ausstellung läuft von März bis September 2013.

Mehr unter: ShePOP - Frauen. Macht. Musik.

Gründungsworkshop IASPM vom 25. bis 26. Mai 2013 in Bern

Am 25. und 26.05.2013 findet in Bern ein Gründungsworkshop des deutschsprachigen Zweiges der IASPM (International Association for the Study of Popular Music) statt.

Prof. Dr. Binas-Preisendörfer (Präsidentin) freut sich auf Teilnahme von Studierenden und NachwuchswissenschaftlerInnen.

mehr

 

Publikation - Transkulturalität und Musikvermittung

Transkulturalität und Musikvermittlung. Möglichkeiten und Herausforderungen in Forschung, Kulturpolitik und musikpädagogische Praxis. 

Keine Musikkultur kommt ohne Fragen von Alterität und Transkulturalität aus. Doch noch immer scheint es eine Herausforderung darzustellen, über diese Fragen produktiv nachzudenken und sie in der Vermittlung von Musik aufzugreifen.

Angesichts der bildungs- und wissenschaftspolitischen Herausforderungen des Themas ermöglicht dieser Band einen Überblick zum Stand der gerade erst begonnenen Forschung und gibt insbesondere NachwuchswissenschaftlerInnen unterschiedlicher Disziplinen eine Argumentationsplattform, die über die Grenzen ihrer Fächer hinaus den kultur- und bildungspolitisch hochsensiblen Zusammenhang von Transkulturalität und Vermittlung für das 'Fach' Musik untersuchen.

Diskutiert werden sowohl die Bedeutung theoretischer Axiome für praktische Szenarien der Musikvermittlung als auch umgekehrt die Praxis der Musikvermittlung als Herausforderung für die Theoriebildung.

Publikation - Klänge im Zeitalter ihrer digitalen Verfügbarkeit

Prof. Dr. Susanne Binas-Preisendörfer hat ihr Buch "Klänge im Zeitalter ihrer medialen Verfügbarkeit. Popmusik auf globalen Märkten und in lokalen Kontexten" im Transcript-Verlag veröffentlicht.

Sie untersucht darin das Verhältnis von populärer Musik und Globalisierung, setzt sich reflektiert mit dem Konzept der World Music auseinander und betrachtet unter dem Stichwort "mediale Verfügbarkeit" die technischen und ökonomischen Bedingungen der gegenwärtigen Musikkultur.

DFG-Forschungs-Netzwerk Klang in der Medienkultur / Sound in Media Culture

Das internationale Forschungs-Netzwerk Klang in der Medienkultur hat im Mai 2010 seine Arbeit aufgenommen. Es wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Susanne Binas-Preisendörfer und Thomas Schopp vertreten den Studien- und Forschungsschwerpunkt Musik und Medien des Instituts für Musik als feste Mitglieder. Das Ziel des Netzwerks besteht darin, Aspekte einer Kulturgeschichte des Klangs zu erarbeiten. Erfahrene und junge Wissenschaftler kommen zweimal jährlich in verschiedenen europäischen Städten zu Arbeitstreffen zusammen. Renommierte internationale Gastwissenschaftler ergänzen die Forscherrunde. Ein Handbuch soll die Ergebnisse des intensiven Fachdiskurses bündeln. Die Laufzeit des DFG-Netzwerks Klang in der Medienkultur beträgt drei Jahre. 

 

Neue wissenschaftliche Buchreihe im Archiv der Jugendkulturen

Seit Herbst 2007 veröffentlicht der archiveigene Verlag des Archivs der Jugendkulturen e.V. eine neue wissenschaftliche Buchreihe. Dort werden jährlich zwei qualitativ herausragende Arbeiten von NachwuchswissenschaftlerInnen - Dissertationen, aber auch Diplomarbeiten - zum Fokus Jugend(kulturen) publiziert. mehr

 

Chor-Projekt The17

The17 ist ein internationales Chor-Projekt des Künstlers Bill Drummond (geb. 1953). Seit 2006 führt der Chor Partituren auf, die der schottische Künstler und andere Menschen eigens für diesen geschrieben haben. Dabei handelt es sich nicht um Notentexte, sondern um sprachliche Handlungsanweisungen für unterschiedliche Situationen. Grundsätzlich finden Performances von The17 ohne Publikum statt. Weiterhin sind keine Aufnahmen erlaubt. Der Chor ist kein festes Ensemble. Drummond arbeitet vielmehr stets mit lokalen Akteuren zusammen. Musikalische Kenntnisse sind keine Voraussetzung für die Mitwirkung an einer Aufführung. Die Teilnehmer werden lediglich fotografiert und als neue Mitglieder auf der Homepage des Projekts präsentiert.

The17 versteht sich als künstlerische Reaktion auf die Tatsache, dass Musik heute in digitaler Form überall und jederzeit verfügbar ist. Millionen von digitalen Musikdateien aller Gattungen und Genres stehen im Internet zum Download bereit. In kurzer Zeit können Hörer per Tastendruck persönliche Musikarchive mit großer historischer Tiefe und geographischer Breite anlegen. Vor diesem Hintergrund konstatiert Drummond, dass die aufgenommene Musik ihren kulturellen Stellenwert verloren habe. Die enorme Speicherkapazität von Festplatten und die Beliebtheit von Tauschbörsen liest der Künstler als Zeichen für eine notwendige Überwindung des Warencharakters von Musik. Sie wurde im 20. Jahrhundert als industrieller Tonträger massenhaft hergestellt, vertrieben und gekauft. Das Chor-Projekt The17 orientiert sich im Gegensatz dazu stärker an nicht-kommerziellen und nicht-professionellen Grundsätzen des Musikalischen. Eine Performance von The17 soll einmalig sein, eine kollektive Feier des Hier und Jetzt im Medium Klang.

Der Fachbereich Musik und Medien des Instituts für Musik der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg erforscht unter anderem, wie sich die Musikkultur in Abhängigkeit von auditiven Technologien (Grammophon, Tonband, Mikrofon, Verstärker, CD-Player, Sampler, MP3-Format etc.) wandelte. Drummonds Thesen zur Krise der digitalen Musik sind in Journalismus und Wissenschaft stark diskutiert worden. Eine Einladung des viel beschäftigten Künstlers nach Oldenburg lag also nahe.


Weitere Informationen: thomas.schopp@uol.de.

Webe7/nsmasztewuterbhr6 (rosaywikguhatha.wearqrnec5rhr.mamfyvsnn@uol.deoucb) (Stand: 15.03.2019)