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    15. ZwischenZeiten Symposium

    15. ZwischenZeiten Symposium I Ein musikalischer Aufbruch

    02. - 04. Juni 2021 I ONLINE

     

    Organisatoren: Violeta Dinescu | Roberto Reale Carl von Ossietzky Universität Oldenburg| Institut für Musik in Kooperation mit dem Hanse-Wissenschaftskolleg Delmenhorst (HWK)

    Ein musikalischer Aufbruch

    Je mehr man versucht, die Komplexität einer musikalischen Sprache zu entziffern, umso mehr braucht man den Rückblick auf die Urquellen ihrer Entstehung. Die Kulturgeschichte der Musik im Osten wurde während der kommunistischen Zeit jahrzehntelang von der Musik der westlichen Welt abgeschnitten. Dabei gab es Nuancen, die von totaler Isolation (Albanien) bis zu durchlässigeren Regionen (Teile der UDSSR, Polen, Ungarn) reichten. Trotz der Zensur wurden Strategien kultiviert, mit denen die Faszination des Fremden und des Unerlaubten diese unterschiedlich durchlässigen Wände durchdringen konnten. Das Komponieren im Osten wurde kontrolliert, aber die Denkweise, der Wunsch, Anschluss an das Universelle zu finden, konnte dennoch nicht verhindert werden. Trotz strikter und anhaltender Verbote wurden neue Kompositionstechniken angewandt: Serialismus, Dodekaphonie sowie das Komponieren mit erweiterten Spieltechniken und -methoden etc. Im subtilen Einklang wurden die Tendenzen aus dem westeuropäischen Abendland und aus dem fernen Osten wahrgenommen. Diese Inspirationsquellen und Mechanismen der Wahrnehmung stehen im Mittelpunkt der 15. ZwischenZeiten Tagung. Anhand geeigneter Werke sollen musikalische Assimilationsprozesse nachvollziehbar und der kulturelle Austausch über Zeiten und Grenzen hinweg erforscht werden. Kompositorische Prozesse befinden sich in einem Kontinuum zwischen Aktion und Reaktion, zwischen Aneignung und Abgrenzung als Form musikalisch-kultureller Grenzerfahrung und Grenzüberschreitung. Phänomene der Musik unserer Zeit sind nicht einfach zu identifizieren; der Ansatz unserer Tagung ist es, ein Forschungsmodell zu definieren, bei dem durch die Begegnung zwischen Interpreten und Komponisten relevante Prozesse ans Licht gebracht und wissenschaftlich untersucht werden können.

     

    (Stand: 13.07.2021)