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Methoden

Bei der Durchführung meines Promotionsvorhabens bediene ich mich empirischer Messmethoden, um temporale Hirnaktivitäten, Körperreaktionen oder emotionale Zustände bei der Durchführung bestimmter Wahrnehmungstests zur Melodieerkennung aufzuzeichnen und zu analysieren. Diese Methoden werden nachfolgend kurz vorgestellt.

Verhaltenstests (Behaviorale Tests)

Unter diesem Begriff verbirgt sich eine Vielzahl von Methoden, um die unterschiedlichen Ausprägungen menschlichen Verhaltens zu untersuchen. Subsummieren lassen sich alle diese Tests unter der Prämisse, dass Testpersonen Aussagen über ihr Verhalten treffen müssen. Dies geschieht beispielsweise mithilfe von Fragebögen, auf denen Personen Angaben zu bestimmten Themen machen, ihr eigenes Verhalten einschätzen, ihre Einstellung zu gewissen Dingen kundtun oder auch Antworten auf bestimmte Testreize dokumentieren. Letztere Methode soll im Rahmen meines Promotionsvorhabens schwerpunktmäßig zum Einsatz kommen.

Reaktionstests

Wie der Name schon sagt, wird in diesen Tests die Reaktion von Personen auf das Eintreten bestimmter Ereignisse überprüft. Dabei wird beim Auftritt eines Reizes eine Stoppuhr in Gang gesetzt, welche die Verzögerung misst, mit welcher die Testpersonen bspw. eine bestimmte Taste drücken. Wichtig ist hierbei, dass die Möglichkeit zur Feststellung und Dokumentation der Reaktionszeit gegeben ist. Meist wird dies automatisiert von einem Computer übernommen, welcher den Reiz auslöst und parallel dazu die Zeit nimmt, bis diese per Eingabe (z.B. Tastendruck) gestoppt wird.

Elektroenzephalographie (EEG) / Ereigniskorrelierte Potentiale (engl.: ERP)

Diese Technologie misst die Veränderung der elektrischen Spannungspotentiale in den cortischen Hirnwindungen durch Platzierung mehrerer Elektroden auf dem menschlichen Schädel, welche die Spannungswerte zuerst an einen Verstärker und dann an einen Computer weiterleiten, wo diese als Spannungskurven aufgezeichnet werden. Trotz gleichmäßiger Verteilung der Elektroden (links / mitte / rechts, bzw. vorne / mitte / hinten) lässt sich jedoch nur sehr vage lokalisieren, welche Hirnregionen für die Verarbeitung bestimmter Reize zuständig sind.
Viel bedeutsamer ist dagegen die Möglichkeit, zeitliche Veränderungen in den Spannungspotentialen zu dokumentieren. Auf diese Weise lässt sich beispielsweise untersuchen, wie auf minimale Veränderungen eines bereits bekannten Testreizes reagiert wird. Hierfür werden kleine zeitliche Ausschnitte im Millisekundenbereich nach dem Auftreten des Reizes aus den EEG-Wellen extrahiert, so genannte "ereigniskorrelierte Potentiale" (event-related potentials, ERP), die aufzeigen, ob und wie auf ein vorhergehendes Ereignis reagiert wird.
Im Falle meines Promotionsvorhabens lässt sich mithilfe ERP-Messungen bspw. untersuchen, ob Testpersonen Strukturgrenzen erkennen, wie schnell sie auf Veränderungen in bekannten Strukturen reagieren, und ob sich das Training bestimmter Strukturen auf deren Wiedererkennung auswirkt.

Mug1sik-Webmxueelaster (musxtea+ik@uorzeul.deck) (Stand: 21.08.2020)