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Prof. Dr. Susanne Binas-Preisendörfer – SoSe 2011

Butterfly, Rai und oriental club sounds - Orientsehnsucht und Arabophobien in Europas Musikgeschichte und -gegenwart

1978 veröffentlichte der in Jerusalem geborene Palästinenser Edward Said seine vieldiskutierte Schrift Orientalismus. Darin wirft er dem Westen und den Orientalisten vor, dass sie das Bild des Orients v.a. deshalb mit bestimmten Stereotypen und Generalisierungen konstruiert haben, um sich davon abzugrenzen und so den Kolonialismus als auch das postkoloniale Handeln im 20. Jahrhundert zu legitimieren.


Was Said insbesondere anhand der Literatur des Westens aus dem 18. Und 19. Jh. erörtert hat, will das Seminar im musikalischen Feld überprüfen. Mozarts Entführung aus dem Serail, Verdis Aida oder Puccinis Butterfly verwenden Figuren, Klänge und Szenen, die sowohl auf eine Orientbegeisterung als auch Orientphobien verweisen. Im 20. Jahrhundert treffen West und Ost in Jazzprojekten aufeinander. Der (algerische) Rai zählte zu den beliebtesten Referenzpunkten der Repertoirekategorie Woldmusic. Heute begeistern Balkan-Beat und oriental club sound die Besucher von Konzerten und Clubs in westlichen Städten.


In all diesen Projekten, Gattungen und Stilistiken spielt das Fremde, das Andere, das Exotische eine herausragende Rolle. Es begegnet uns in Form bestimmter Klänge und Images (z.B. der Geschlechter). Repräsentiert es tatsächlich die Musikkulturen im arabisch-asiatischen Raum oder handelt es sich vielmehr um Inszenierungen und Imaginationen eines komplizierten Machtverhältnisses?

Musik-Weawbmazvsti4tzuer (musik@uol//e.de) (Stand: 07.11.2019)