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Dr. Anna Langenbruch

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Musikgeschichte auf der Bühne: Konstruktionen der musikalischen Vergangenheit im Musiktheater

Musikgeschichte auf der Bühne: Konstruktionen der musikalischen Vergangenheit im Musiktheater

Mozart und die Beatles, Edith Piaf, Stradivaris Geige, Riemanns Musiklexikon – musik­historische Personen, Ereignisse, Musikpraktiken oder Artefakte sind seit Jahrhunderten Gegenstand von Musiktheater. Musikgeschichte wird also nicht nur geschrieben und gelesen, sondern auch komponiert und gesungen, gespielt oder gehört. Die Emmy Noether-Nachwuchs­gruppe Musikgeschichte auf der Bühne fragt danach, wie Musiktheater als Musikgeschichte funktioniert. Wie setzen sich Menschen mit dieser künstlerischen und zugleich historio­graphischen Praxis auseinander?

Gegenstand unserer Arbeit sind Bühnen­ereignisse des 18.-21. Jahrhunderts – seien es Opern, Operetten, Musicals oder Schauspiele mit Musik –, die Musikgeschichte thematisieren. Im Medium Musiktheater wird Musikgeschichte in ihrer ganzen Breite verhandelt und vermittelt, und zwar von den mittelalterlichen Troubadouren bis in die Gegenwart von Pop, Rock, Jazz und Neuer Musik. Musikgeschichte auf der Bühne ist ein internationales Phänomen, das sich in Europa genauso findet wie etwa in den USA, Japan oder Südamerika. Methodisch verbindet die Forschungsgruppe Ansätze der historischen Musikwissenschaft (u.a. Musiktheater­forschung, Musikhistorik, musikalische Analyse), der Historiographie- und Wissensgeschichte sowie der Public History, der Sound Studies, der Theater­wissenschaften und der Ethnographie.

Insgesamt zielt das Projekt darauf, besser zu verstehen, wie musikhistorisches Wissen entsteht. Wie interagieren in der Musik­geschichts­schreibung Klang und Wahrnehmung, Spiel und Sprache, Kunst und Wissenschaft? Die Emmy Noether-Nachwuchs­gruppe leistet damit auch einen Beitrag zu einer neuen Wissensgeschichte der Künste.

(Stand: 06.11.2020)