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Leitfaden Bachelor Niederlandistik (alt)

Hinweis:

Dieser Leitfaden gilt für das "alte" Bachelorprogramm, d.h. für die Studierenden, die im WS 04-05 oder im WS 05-06 ihr Studium begonnen haben.

Inhalt: 

  1. Allgemeines
  2. Aufbau des Studiums
  3. Erläuterung der Profile
  4. Modulübersicht
  5. Beispielhafte Modulbeschreibung

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Ansprechpartner:

Drs. Hans Beelen
Lehrkraft für besondere Aufgaben
johac0tgnnes.beele3oi5n@uohv/l.de
Tel: 0441-798-4581
Raum: A10-1-111
Sprechstunde: montags 15-16

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1. Allgemeines

Der Bachelor of Arts (B.A.) umfaßt ein dreijähriges Studium und ist ein berufsqualifizierender Abschluss, der die Bewerbung auf dem Arbeitsmarkt ermöglicht. Nach weiteren zwei Jahren kann ein Master of Arts (M.A.) erworben werden. Neu an diesen international anerkannten Abschlüssen ist die stärkere Strukturierung sowie die studienbegleitenden Prüfungen, die ein kontinuierliches Lernen fördern und gerade zu Beginn des Studiums den Einstieg erleichtern. Der B.A. zeichnet sich durch eine deutliche Praxisorientierung aus, die Auslandsaufenthalte, Praktika, Wissenschaftsenglisch, Kommunikation/Rhetorik sowie Bewerbungstraining umfassen kann und damit konkret auf das Berufsleben vorbereitet.

Niederländisch kann als Kernfach mit verschiedenen Nebenfächern oder als eines von zwei Hauptfächern studiert werden. Im 2-Fach BA läßt sich Niederlandistik grundsätzlich mit allen anderen BA-Angeboten der Universität kombinieren (Einschränkungen nur durch Berufsziel M.Ed.). Für den M.Ed. BBS muß Niederlandistik mit Wirtschaftswissenschaften kombiniert werden, für das Lehramt an Haupt- und Realschule mit Anglistik, Elementarmathematik, Germanistik oder ökonomischer Bildung; für das Lehramt an Gymnasien mit Anglistik, Germanistik, Mathematik oder Musik.

Begriffserläuterungen:

B.A. Bachelor of Arts
M.A. Master of Arts
M.Ed. Master of Education
KP Kreditpunkte
AM Aufbaumodul
SE Seminar
SWS Semester Wochen Stunden
ECTS European Credit Transfer and Accumulation System
PVO Lehramtsprüfungsverordnung
VL Vorlesung
Ü Übung
WS Wintersemester
SS Sommersemester

Professionalisierungsbereich:
Der Professionalisierungsbereich dient der Berufsfeldorientierung. Er unterstützt den Übergang in die anschließende Berufstätigkeit, zum fachwissenschaftlichen Master oder zum lehramtsbezogenen Master of Education.

Kreditpunkt:
Für erfolgreich absolvierte Lehrveranstaltungen erhalten die Studierenden Kreditpunkte (KP), die sich nach dem erforderlichen Arbeitsaufwand bemessen. Ein KP entspricht etwa 25-30 Arbeitsstunden.

Wenn ein Seminar beispielsweise mit 6 KP verpunktet ist, erfordert es einen Arbeitsaufwand von 180 Stunden (maximal). Ein Semester läuft über 14 Wochen, auf die sich die Arbeitszeit verteilt. Bei zwei Semesterwochenstunden werden also von 180 Stunden 28 abgezogen, die übrige Zeit ist vorgesehen für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts, für Referate und für die Erstellung der Seminararbeit oder anderer Prüfungsleistungen (siehe auch beispielhafte Modulbeschreibung). In einem Fach wie Niederlandistik wird mit fortschreitendem Studium der größte Teil der Kreditpunkte für das Lesen von Texten veranschlagt werden. Dieses Punktsystem hat zum Ziel, das Studium und den Arbeitsaufwand transparent und vergleichbar zu machen. Wenn etwa zur Vorbereitung Texte zu lesen sind, wird je nach Schwierigkeitsgrad ein Durchschnittswert an Seiten zugrunde gelegt, die in einer Stunde zu lesen sind.

Pro Studienjahr werden in der Regel 60 KP erworben, nach drei Jahren ergibt sich dann eine Punktzahl von 180 KP, die sich auf das Kernfach / die Kernfächer und den Professionalisierungsbereich verteilen.

Modul:
Ein Modul setzt sich aus mehreren Lehrveranstaltungen (mindestens drei) zusammen, die inhaltlich aufeinander abgestimmt sind. Es gibt Pflichtmodule und Wahlmodule.

Workload:
Arbeitsaufwand

2. Aufbau des Studiums

* 1-semestrige Module: AM 6 SS, AM 8 WS, AM 10 SS

BM : Basismodule (Pflicht)
AM : Aufbaumodule (Wahlpflicht)

Erläuterung der Graphik und Studienverlaufsplan:

Da der Studiengang davon ausgeht, dass Studierende in der Regel ohne Kenntnisse des Niederländischen an die Universität kommen, werden im ersten Studienjahr zunächst die Grundlagen der Niederländischen Sprache vermittelt (Basismodul 1 in Kombination mit Basismodul 2). Der sprachpraktische Unterricht ist Teil eines übersichtlichen, straff organisierten ersten Studienjahrs. Die Studierenden sollen befähigt werden, am Ende des ersten Studienjahres das Niveau C1 (Europäischer Referenzrahmen) im Bereich der Fertigkeiten Lesen und Hören zu erreichen, im Bereich Schreiben und Sprechen soll dieses Niveau bis spätestens zum Ende des BA-Studiums erreicht werden können. Aus sprachdidaktischen Gründen setzt das Fach auf eine intensive Sprachlernphase mit 10 SWS Präsenzzeit im ersten Studienjahr (6 SWS im WS, 4 SWS im SS). Im Professionalisierungsbereich werden zu Beginn des Studiums Überblicksvorlesungen angeboten, die Grundkenntnisse in Bereichen wie Kulturwissenschaft, Kunstgeschichte, Musik oder Literatur vermitteln und das Studium des eigenen Fachs in größere Zusammenhänge einbetten.

Das Basismodul 2 dient zum einen dazu, den Spracherwerbsprozess zu vertiefen, indem grundlegende kulturhistorische Kenntnisse über die Niederlande und Flandern vermittelt werden – diese werden innerhalb des Moduls in einem Lektürekurs anhand niederländischsprachiger Texte exemplarisch vertieft. Zugleich soll in diesem Modul in die Grundlagen des wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens anhand grundlegender fachdidaktischer Modelle eingeführt werden.

Ab dem zweiten Studienjahr ist eine individuelle Schwerpunktsetzung möglich. Drei Profile stehen zur Auswahl:

  • Niederländische Philologie
  • Vermittlung der Niederländischen Sprache und Kultur (Lehramt)
  • Kultur und Landeswissenschaft (Niederlande-Studien)

Die Studierenden entscheiden sich am Anfang des zweiten Studienjahres für eins der genannten Profile. Jedes Profil besteht aus zwei Aufbaumodulen (AM), die entweder im 3. Semester oder im 3. und im 4. Semester zu belegen sind. Vgl. 3: Erläuterung der Profile.

Im dritten Studienjahr wird ein Seminar in entweder Sprach- oder Literaturwissenschaft belegt, zur Vorbereitung auf die Erstellung der Bachelorarbeit. Voraussetzung für die Belegung dieses BA-Abschlußmoduls ist die Belegung des entsprechenden Aufbaumoduls (das heißt: eines Aufbaumoduls aus dem Bereich Sprach- oder Literaturwissenschaft). Von dieser Einschränkung abgesehen, können Aufbaumodule in den Semestern 3-6 belegt werden. Für die BA-Arbeit in der Niederlandistik sind neben sprach- und literaturwissenschaftlichen auch fachdidaktische und übersetzungstheoretische Fragestellungen möglich, unter bestimmten Rahmenbedingungen auch Fragestellungen aus Bereichen außerhalb der Niederlandistik (näheres dazu in der Prüfungsordnung).

Prüfungsergebnisse und Diplom: Das Hochschuldiplom wird eine Abschrift mit folgenden Daten enthalten: die Aufstellung der absolvierten Kurse, erworbene Leistungspunkte, erzielte lokale Noten, ECTS-Noten (transcript of records).

Dem Hochschuldiplom wird als Anlage eine individuelle Auflistung der Art, Stufe, Kontext und Status der vom Graduierten erbrachten Studienleistungen beigefügt (diploma supplement).


3. Erläuterung der Profile

  • Niederländische Philologie (Auswahl von zwei Modulen aus AM 1 - 4):

Der Schwerpunkt Niederländische Philologie konzentriert sich auf die Vermittlung der Kernkompetenzen in den Bereichen Literatur- und Sprachwissenschaft.

Im Bereich der Literaturwissenschaft werden zum einen die Kernkompetenzen Analyse von literarischen Texten und Kontextualisieren von Literatur vermittelt (AM 3), zum anderen geht es um die Analyse literarischer Institutionen (AM 4). Die alternative Wahlmöglichkeit zwischen AM 3 und AM 4 wird geboten auf der Grundlage eines für beide Module gemeinsamen (Einführungs-)Seminars jeweils im Wintersemester. Auf dieser Grundlage ist mit gewissen Einschränkungen auch im Sommersemester noch die Wahl zwischen den Aufbaumodulen 3 und 4 möglich.

Darüber hinaus wird methodisches und gegenstandsbezogenes Überblickswissen der Niederländischen Literaturwissenschaft vermittelt, sowie die Fähigkeit, wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet Niederländische Literaturwissenschaft kritisch beurteilen zu können (Vorbereitung auf MA Niederländische Philologie).

Im Bereich der Sprachwissenschaft wird zunächst im Wintersemester das Handwerkszeug der Sprachwissenschaft vermittelt: Dies leistet die Einführung in die niederländische Sprachwissenschaft. In der dazugehörigen Vorlesung werden die Variationen und der Sprachwandel des Niederländischen besprochen. Im Modul AM2 werden die grundlegenden Kenntnisse und Fähigkeiten dann in einem Seminar über den Niederländischen Satz erweitert, wobei einerseits die Struktur und dessen Analyse studiert wird, und anderseits die Satzverarbeitung. Ziel dieses Seminars ist es, Überblickswissen über die Syntax des Niederländischen zu vermitteln und dieses Wissen in eine Einführung in (psycholinguistische) Modelle der Satzverarbeitung einzubetten. Das Aufbaumodul AM1 hat den gleichen Aufbau, und konzentriert sich im Seminar auf die Variation und die Geschichte des Niederländischen.

  • Vermittlung / Lehramt (AM 3 + 5)

Da die Anforderungen des Profils Vermittlung zu großen Teilen von der offiziellen Prüfungsordnung (PVO-Lehr 1998) bestimmt sind, kann für diejenigen Studierenden, die einen Abschluß als M.Ed anstreben, im Aufbaucurriculum keine Wahlmöglichkeit geboten werden.

Im Bereich Literaturwissenschaft wird auf der Grundlage des Einführungsseminars im Wintersemester, in dem alle drei Kernkompetenzen der Literaturwissenschaft in ihren wichtigsten methodischen Varianten und Möglichkeiten vorgestellt und exemplarisch angewandt werden, im Sommersemester die Fähigkeit der Anwendung des Analysierens literarischer Texte und des Kontextualisierens von Literatur unter Anleitung erworben werden (AM 3). Die Einübung in die Reflexion literaturdidaktischer Fragestellungen wird in das Seminar integriert. Auch in diesem Profil wird darüber hinaus das Ziel verfolgt, den Studierenden methodisches und gegenstandsbezogenes Überblickswissen der Niederländischen Literaturwissen-schaft sowie die Fähigkeit zu vermitteln, auf der Grundlage fachdidaktischer Konzeptionen und Modelle Gegenstände im Hinblick auf ihre Vermittlung auszuwählen und vorzubereiten (Vorbereitung auf M.Ed Niederländisch).

Im Bereich Sprachwissenschaft ist das Modul Sprache und Vermittlung (AM 5) zu wählen. Dieses Modul besteht zum einen aus der oben genannten Einführung in die niederländische Sprachwissenschaft und der Vorlesung über Sprachwandel und Variation und zum anderen aus einem Seminar, in dem der Spracherwerb zentral steht. Im Seminar wird ein Überblick über die Themen ‚Niederländisch als Erstsprache’ (also z.B. die Sprachentwicklung bei Kindern mit Niederländisch als Erstsprache), und ‚Niederländisch als Zweitsprache’ geboten. Hierbei wird die Entwicklung in den verschiedenen sprachlichen Bereiche besprochen (Phonologie, Lexikon, Morphologie, Syntax) und auch die Unterschiede zwischen Erst- und Zweitspracherwerb werden zur Sprache kommen. Das Seminar bietet Überblickswissen, damit Studierende die verschiedenen Stufen und Aspekte des Spracherwerbs kennen und außerdem die (sprachwissenschaftliche) Literatur über Sprachentwicklung selbständig studieren und kritisch beurteilen können.

  • Kultur und Landeswissenschaft (Auswahl aus AM 1-5 + Auswahl aus AM 6-10)

Das dritte Profil dient zum einen dazu, generalistische Kernkompetenzen und Überblickswissen aus den Bereichen der niederländischen Sprach- und Literaturwissenschaft (AM 1-5) erwerben zu können. Darüber hinaus soll Studierenden die Möglichkeit geboten werden, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich der niederländischen Sprache und Kultur zu kombinieren mit Niederlande-bezogenen Fragestellungen und wissenschaftlichen Analyseverfahren im Bereich der Disziplinen Recht, Wirtschaft, Politik, Geschichte. Dafür stehen die Aufbaumodule 6-10 zur Auswahl

Das Ziel dieses Profils ist, neben dem oben Angeführten, die Vermittlung von Fähigkeiten und Kenntnissen, die den Transfer von exemplarischem Wissen und Überblickswissen der niederländischen und flämischen Kultur sowie den Transfer der erworbenen Analysekompetenzen auf Berufsfelder mit Niederlande-Bezug vorzubereiten und exemplarisch zu erproben.

4. Modulübersicht

Basismodul 1: Sprachpraxis
5 Ü; 15 KP

Basismodul 2: Landeswissenschaft und Vermittlung
1 SE, 1 Ü, 1 SE; 15 KP

Aufbaumodul 1: Sprachvariation und Sprachwandel: Niederländisch
1 SE, 1 VL, 1 SE; 15 KP

Aufbaumodul 2: Sprache und Sprachanalyse
1 SE, 1 VL, 1 SE; 15 KP

Aufbaumodul 3: Textinterpretation
1 SE, 1 VL, 1 SE; 15 KP

Aufbaumodul 4: Analyse literarischer Institutionen
1 SE, 1 VL, 1 SE; 15 KP

Aufbaumodul 5: Sprache und Vermittlung: Niederländisch
1 SE, 1 VL, 1 SE; 15 KP

Aufbaumodul 6: Aspekte der niederländischen Geschichte
1 VL, 1 SE, 1 Ü; 15 KP

Aufbaumodul 7: Grundzüge des niederländischen Rechts
1 SE, 1 Ü, 1 SE; 15 KP

Aufbaumodul 8: Niederländische Politik
1 VL, 1 SE, 1 Ü; 15 KP

Aufbaumodul 9: Deutsch-niederländische Wirtschaftsbeziehungen
2 VL mit 1 Tutorium, 1 Ü, 1 SE; 15 KP

Aufbaumodul 10: Übersetzen
1 Ü, 1 SE, 1 Projekt; 15 KP

BA-Abschlußmodul
1 SE, 6 KP; BA-Arbeit, 9 KP

5. Beispielhafte Modulbeschreibung: AM3 – Textinterpretation

Im folgenden wird das Aufbaumodul Textinterpretation erläutert, um an einem Beispiel zu zeigen, wie sich die Aufteilung der Kreditpunkte erklärt und wie die verschiedenen Modulteile miteinander verknüpft sind.

Aufbau des Moduls:

  • Einführung in die niederländische Literaturwissenschaft (WS, 6 KP)
  • Vorlesung Niederländische Literaturgeschichte (SS, 3 KP)
  • Seminar Textinterpretation (SS, 6 KP)

Das Modul verteilt sich über zwei Semester. In der Einführung wird ein Überblick über verschiedene Methoden vermittelt. Darauf aufbauend übt das Seminar in die Anwendung dieser Methoden ein und integriert im Hinblick auf das Lehramt auch die Möglichkeit der fachdidaktischen Reflexion. Die Vorlesung vermittelt den literaturhistorischen Kontext der zu interpretierenden Texte. Im Wintersemester wird die Einführung für Studierende des 2. Studienjahres angeboten (Präsenzzeit: 2 SWS), im Sommersemester die Vorlesung und das Proseminar (Präsenzzeit SS: 4 SWS).

Prüfungsleistungen: Das Modul wird mit einer Hausarbeit im Seminar abgeschlossen, die in der exemplarischen Textanalyse auch die Verarbeitung der Kenntnisse der Vorlesung und der Einführung zeigen muss (60%). Ein Zwischenstand der eigenen Analyseleistung ist in einem Referat (20%) zu präsentieren. Die Lernziele der Einführung und der Vorlesung werden zudem begleitend durch ein Portfolio überprüft (20%).

Angaben zum studentischen workload: Für die Lektüre wissenschaftlicher Texte werden in der Regel ca. 10 Seiten in 60 Minuten Zeit veranschlagt, für Primärtexte der niederländischen Literatur etwa 10-15 Seiten pro Stunde.

Einführung:
1 KP: Präsenz
4 KP: Vor- und Nachbereitung
1 KP: Portfolio I

Vorlesung:
1 KP: Präsenz
0,5 Portfolio II
1,5: begleitende Lektüre

Seminar:
1 KP: Präsenz
2-2,5: Vor- und Nachbereitung
0,5 Vorbereitung Referat
2-2,5: Hausarbeit (ca. 10 Seiten)

Wejlmbmastel6pirpk84 (sabiejna.chmplwujeye@uol.dczkzne) (Stand: 07.11.2019)