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Dr. Ulrike Koopmann

 

Dr. Ulrike Koopmann (vorher Lingen-Ali)

Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Universität Oldenburg seit 2012

Promotion (Erziehungs- und Bildungswissenschaften) an der Universität Oldenburg

Sozialpädagogin im Autonomen Mädchenhaus Oldenburg e.V.

Pädagogikstudium (Diplom, Schwerpunkt Sozialpädagogik/Sozialarbeit) an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

 

Schwerpunkte

  • Pädagogik in gesellschaftlichen Ungleichheitsverhältnissen
  • Migrationspädagogik
  • Migrationsgesellschaftliche Geschlechterverhältnisse und -dynamiken
  • Migration und familiäre Strukturen
  • Identitäts- und Zugehörigkeitsordnungen
  • Interdependenzen von Zuschreibungsverhältnissen
  • Orientalismen, Othering, Postkoloniale Theorien

 

Forschungsprojekte

Geflüchtete Frauen, Familiendynamiken und Gewalt: Traumabewältigung, Intervention und Prävention im Aufnahmekontext

(2017-2020, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, ab Juni 2019 Projektleitung, Zentrum für Interdisziplinäre Frauen und Geschlechterforschung (ZFG), Carl von Ossietzky Universität Oldenburg)

Teilprojekt im Rahmen des Verbundprojekts „Gender, Flucht, Aufnahmepolitiken. Prozesse vergeschlechtlichter In- und Exklusion in Niedersachsen“. Beteiligte Universitäten: Göttingen (Prof. Dr. Sabine Hess und Prof. Dr. Elke Grittmann, Göttinger Centrum für Geschlechterforschung, GCG), Osnabrück (Prof. Dr. Helen Schwenken, Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien, IMIS), und Oldenburg.

Ziel des Oldenburger Teilprojekts ist die Analyse von Gewaltverhältnissen im Kontext der Aufnahmesituation unter Einbezug der Fluchtursachen und -prozesse. Dazu gehören die De-/ Thematisierung von Gewalterfahrungen und Traumatisierungen sowie die Verknüpfung von Geschlechterverhältnissen, Familiensituation und Gewalt. Im Projekt wird mit erweiterten Gewalt- und Familienbegriffen gearbeitet, die u.a. strukturelle Gewaltformen und fluchtbedingte familiäre Fragmentierungen wie auch Ressourcen miteinbeziehen.

 

Shifting Families: Interrogating notions of ‘family’ in a context of contemporary African migration and diverse urban spaces, using multi-sited case studies in South Africa, Morocco, and Germany

(2017-2019, Postdoc-Partner of Dr. Zaheera Jinnah, ACMS, University of the Witwatersrand, Johannesburg, Südafrika)

This project examines the intersection of migration and family using multi-sited case studies in Johannesburg (South Africa), Fes (Morocco), and Berlin (Germany). Drawing on an interdisciplinary approach from anthropology, education, gender, migration and linguistic studies, the main aim of this project is to interrogate the notions and dynamics of migrant families in/from Africa in the context of contemporary and multi-directional migration flows in three urban spaces.

In particular, this project explores how families renegotiate family systems and cope with structural, political and domestic violence throughout the migratory process. The project is based on an involved, mixed methodology consisting of analysis of census data, policy analysis and original empirical fieldwork in three countries.

 

Alleinerziehende Migrantinnen und Migranten in Niedersachsen – Lebenslagen und Fähigkeiten im Spannungsfeld von Armut und Selbstbestimmung (ALMIN)

(2012-2016, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Projektleitung Dr. Lydia Potts)

Bei dem abgeschlossenen Projekt handelt es sich um die erste wissenschaftliche Untersuchung, die die Familienform Alleinerziehend bei Migrantinnen und Migranten in den Fokus stellt. Jede achte Familie mit Migrationshintergrund ist inzwischen eine Ein-Eltern-Familie, mehr als jede fünfte Ein-Eltern-Familie weist einen Migrationshintergrund auf. Allerdings werden alleinerziehende Migrant_innen in den großen sozialwissenschaftlichen Studien zum Thema Alleinerziehende nicht berücksichtigt – ebenso fehlen in den Forschungen zu Migrationsfamilien Befunde zu Ein-Eltern-Familien. Berücksichtigt wurden in der Studie die heterogenen Herkunftskontexte und Migrationsbiografien. Das Forschungsprojekt war als empirische Untersuchung angelegt, die quantitative Sekundäranalysen mit qualitativen Methoden verknüpft. Insgesamt waenr die Dokumentation und Analyse der Lebenslagen von Alleinerziehenden mit Migrationshintergrund in Niedersachsen das primäre Ziel des Projekts. Damit sollten auch verbesserte Grundlagen für die Entwicklung sozialpolitischer Agenden geschaffen werden.

 

Publikationen (Auswahl)

Koopmann, Ulrike (2021): Normalität von Familie im Kontext von Flucht. Erfahrungen, Deutungen und Praxen geflüchteter Frauen. In: Schondelmayer, Anne-Christin/Riegel, Christine/Fitz-Klausner, Sebastian (Hg.): Familie und Normalität. Diskurse, Praxen und Aushandlungsprozesse. Verlag Barbara Budrich, S. 131-147.

Lingen-Ali, Ulrike/Mecheril, Paul (2020) (Hrsg.): Geschlechterdiskurse in der Migrationsgesellschaft. Zu ‚Rückständigkeit‘ und ‚Gefährlichkeit der Anderen. Bielefeld: transcript Verlag

Lingen-Ali, Ulrike (2020) Alleinerziehung und Flucht_Migration. In: Sozialmagazin 7/8 2020 – Risikofaktor Alleinerziehend?! S. 56-63.

Lingen-Ali, Ulrike/Mecheril, Paul (2020): Integration – Kritik einer Disziplinierungspraxis. In: Decker, Oliver/Kailitz, Steffen/Pickel, Gert/Röder, Antje/Schulze Wessel, Julia (Hg.): Handbuch Integration. Springer VS, doi.org/10.1007/978-3-658-21570-5_11-1.

Lingen-Ali, Ulrike/Mecheril, Paul (2020): Familie und Migrationsgesellschaft. Zwei Topoi und ihre Verschränkung. In: Ecarius, Jutta/Schierbaum, Anja (Hg.): Handbuch Familie: Erziehung, Bildung und pädagogische Arbeitsfelder. Wiesbaden: Springer VS, DOI: 10.1007/978-3-658-19861-9_22-1.

Ullmann, Johanna/Schulz, Arezou/Lingen-Ali, Ulrike (2020): Normative Adressierungen an Familien und die Rolle von Elternschaft im Flucht_Migrationskontext: Aushandlungsverhältnisse geflüchteter Frauen. In: Buschmeyer, Anna/Zerle-Elsäßer, Claudia (Hg.): Komplexe Familienverhältnisse – Wie sich das Konzept ‚Familie‘ im 21. Jahrhundert wandelt. Münster: Westfälisches Dampfboot, S. 239-265.

Ullmann, Johanna/Lingen-Ali, Ulrike(2018): Zur Lebenssituation geflüchteter Frauen in Deutschland. Beitrag für die Website der Bundeszentrale für politische Bildung im Dossier Perspektiven auf die Integration von Geflüchteten. www.bpb.de/gesellschaft/migration/kurzdossiers/280382/gefluechtete-frauen-in-deutschland.

Lingen-Ali, Ulrike/Mecheril, Paul (2017): Rassismuskritik als konstitutives Moment Sozialer Arbeit in der Migrationsgesellschaft. In: Polat, Ayça (Hg.): Migration und Soziale Arbeit. Wissen, Haltung, Handlung. Reihe Grundwissen Soziale Arbeit, Band 14. Verlag Kohlhammer, S. 37-50.

Lingen-Ali, Ulrike/Mecheril, Paul (2016): Religion als soziale Deutungspraxis. In: Österreichisches Religionspädagogisches Forum, Anerkennung von Diversität und/oder Integration durch religiöse Bildungsprozesse, Ausgabe: 24, H.2/2016 (S. 17-24).

Gardi, Nissar/Lingen-Ali, Ulrike/Mecheril, Paul (2016): Politische Bildung unter Bedingungen von Flucht und globaler Ungleichheit. In: Journal für Politische Bildung: Vertreibung, Flucht, Asyl. No.2/2016, S. 8-16.

Lingen-Ali, Ulrike/Potts, Lydia Potts (2016): Escaping a Life of Violence? Migrant Mother Families in Germany: Coping with Gender-Based Violence and Racism. In: Motapanyane, Maki (Ed.): Motherhood and Lone/Single Parenting: A 21st Century Perspective. Bradford, Ontario: Demeter Press, pp.265-284.

Lingen-Ali, Ulrike (2016): Managing the Family, Combatting Violence: Faith as Resource and Promise of the Good Life. Case Studies of Migrant Muslim Mothers in Germany. In: Pappano, M. Aziza/Olwan, Dana M. (Eds.): Muslim Mothering. Bradford, Ontario: Demeter Press, pp.187-204.

Lingen-Ali, Ulrike (2015): ‚Die Flüchtlinge‘ gibt es nicht. In: Grundschule, Heft 10, Dezember 2015, S. 32-34.

Lingen-Ali, Ulrike (2015): Die ‚andere‘ Religion: Muslimisierung und Selbstpositionierung – Wie der Islam (nicht nur) im Religionsunterricht als Differenzlinie fungiert. In: Leiprecht, Rudolf/Steinbach, Anja (Hg.): Schule in der Migrationsgesellschaft. Ein Handbuch. Schwalbach/Taunus: Wochenschau Verlag, S. 324-341.

Lingen-Ali, Ulrike/Potts, Lydia (2013): Alleinerziehende Migrantinnen und Migranten in Deutschland – Lebenspraxen zwischen Ausgrenzung und Handlungsfähigkeit. In: Migration und Soziale Arbeit, Nr. 2, 2013, S. 132-140.

Lingen-Ali, Ulrike (2013): Agency im Kontext. Eine transkulturelle, biografische Untersuchung zu frauenpolitischen Akteurinnen in Palästina und in Deutschland. Münster: LIT-Verlag.

Lingen-Ali, Ulrike (2012) ‚Islam‘ als Zuordnungs- und Differenzkategorie. Antimuslimische Ressentiments im Bereich von Bildung und Sozialer Arbeit. In: Sozial Extra, Heft 9/10 2012, S. 24-27.

(Stand: 09.06.2021)