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Jan Wolter

Jan Wolter
Wissenschaftlicher Mitarbeiter

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26129 Oldenburg 

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Sprechzeiten: siehe STUDIP

Leitung des Arbeitsbereichs

Prof'in Dr. Anke Spies

Jan Wolter

Arbeitsschwerpunkte

  • Disziplin und Schule
  • migrationspädagogische, bildungs-, differenz- und subjektivierungstheoretische Perspektiven auf institutionalisierte und organisationale Formen pädagogischer Praxis in der Migrationsgesellschaft
  • Rassismuskritik und Lehrer_innenbildung
  • Kooperation von Handlungsfeldern der Jugendhilfe und Schule
  • Interpretative (Bildungs-)Forschung (ethnografische, diskurs- und praxistheoretische Ansätze)

Aktuelles Forschungsprojekt

Arbeitstitel meines Promotionsprojektes: Disziplinierungspraktiken in der Grundschule – Eine qualitativ empirisch-theoretische Untersuchung zur (Re)Produktion von Disziplin und sozialen Differenzen in einer Grundschule

In meinem Promotionsprojekt frage ich nach der Verwobenheit von Disziplin und Differenzverhältnissen in der Grundschule. Aus machtanalytischer, subjektivierungs- und differenztheoretischer Perspektive nähere ich mich in der Analyse von Disziplierungspraktiken in der Grundschule möglichen Wechselverhältnissen und Rationalitäten im Hervorbringen von (schulischer) Disziplin und Differenzordnungen in der Grundschule.
Ich interessiere mich für das migrationsgesellschaftliche Herstellensgeschehen von Herrschaft in der Grundschule. Ich setze voraus, dass in Schule auf Dauer gestellte asymmetrische soziale Ordnung
hergestellt wird und Subjekte in diese Ordnung eingeführt, mit einem Wissen über sich, andere und die Welt ‚ausgestattet‘ und mit ihrer Position innerhalb dieser differenzierenden Ordnungen vertraut gemacht
und in diese eingeführt werden. Disziplin verstehe ich mit Michel Foucault als eine Macht, die in eine
soziale Ordnung integriert und Subjektivität produziert. Die Disziplinarmacht subjektiviert, sie bringt Individualitäten als kleinste Elemente des Sozialen hervor und setzt Subjekte zu sich in ein solches
Verhältnis. Mit dieser subjektvierungstheoretischen Ausrichtung, verstehe ich Disziplinierungen nicht als bloß unterwerfendes, sondern als zwar restringierendes und doch ermöglichendes Geschehen. Disziplinierungen setzen am Körper an, ordnen Körper im Raum an. Ich verstehe sie aber nicht nur als körperliche Einwirkungen (z.B. Schläge mit dem Rohrstock oder Anordnungen von Körpern im Raum). Vielmehr verstehe ich auch subtile Zwänge normativer Vorgaben des Sozialen als Disziplinierungen (z.B. Sanktionen oder Organisationsformen von Unterricht), in denen zum Beispiel Regeln hervorgebracht und sich durch Subjekte angeeignet werden. Sozialer Differenz kommt dabei ein zentrales Moment zu: Disziplinierungen differenzieren und passen an, sie normen, normieren und normalisieren; sie produzieren Normen und Normalität. Ich frage in dem Projekt nach unterschiedlichen praktischen Modi und Elementen der Disziplinierung und die dabei ermöglichten differenten und beschränkten Verhältnissetzungen.

Erstbetreuung: Anke Spies
Zweitbetreuung: Paul Mecheril

Voraussichtlicher Abschluss des Promotionsprojekts: 2020

Publikationen

Im Erscheinen

Spies, Anke/Wolter, Jan (i.E.): "Die Bildungslandschaft als Rahmenkonzept einer (pädagogischen) Verantwortungsgemeinschaft". In: Engel, N./Fahrenwald, C./Schröer, A. (Hrsg.): Jahrbuch Organisation und Verantwortung. Wiesbaden, VS- Verlag (i.E.).

Steinbach, Anja/Ivanova-Chassex, Oxana, Wolter, Jan (i.E.): Rassismuskritik in der Lehrer*innenbildung – Überlegungen zu und in einem Widerspruchsverhältnis. In: P. Mecheril/B. Schmidt/N. Streicher/S. Bücken/R. P. Cadeau/A. Velho (Hrsg.): „Migrationsgesellschaftliche Diskriminierungsverhältnisse als Gegenstand und strukturierende Größe in Bildungssettings“. Wiesbaden: VS- Springer.

2020

Ivanova-Chessex, Oxana/Steinbach, Anja/Wolter, Jan (2020): Critical reflexivity – theoretical considerations on subjection and postcoloniality for teacher education. In: Karakaşoğlu, Y./Mecheril, P./Heidrich, L./Shure, O. (Hrsg): Regimes of Belonging, Schools and Migrations. Teaching in (Trans)National Constellations. Wiesbaden: VS (in Druck).

2018

Wolter, Jan (2018): Disziplin. In: Bassarak, H. (Hrsg.): Lexikon der Schulsozialarbeit. Baden-Baden: Nomos, S. 139-140.

Wolter, Jan (2018): Disziplinierungspraktiken in der Grundschule: Formalisierung sozialer Bezugnahme und Egalisierung von Differenz. In: Budde, J./Weuster, N. (Hrsg.): Erziehung in Schule: Persönlichkeitsbildung als Dispositiv. Wiesbaden: VS- Springer, S. 93-114.

Spies, Anke/Wolter, Jan (2018): Das Konstrukt der Bildungslandschaft als Maßstab für (Grund)Schulentwicklungsprozesse In: Erziehung und Bildung, Jhg. 71. Heft 3, S. 274 – 291.

Spies, Anke/Wolter, Jan (2018): Das Selbstverständnis von Lehrer_innen in Erwartung von Schulsozialarbeit In: Miller, S./Holler-Nowitzki, B./Kottmann, B./Lesemann, S./Letmathe-Henkel, B./Meyer, N./Schroeder, R./Velten, K. (Hrsg.): Profession und Disziplin - Grundschulpädagogik im Diskurs. Jahrbuch Grundschulforschung. Band 22. Wiesbaden, VS- Springer, S. 230-236.

Gottuck, Susanne/Grünheid, Irina/Mecheril, Paul/Wolter, Jan (2018): Sehen lernen und verlernen: Perspektiven pädagogischer Professionalisierung. Wiesbaden: VS- Verlag.

2016

Wolter, Jan (2016): Disziplin(ierungs)praktiken in der Grundschule. In: Graff, U./Kolodzig, K./Johann, N. (Hrsg.): Ethnographie - Pädagogik - Geschlecht: Projekte und Perspektiven aus der Kindheits- und Jugendforschung. Wiesbaden: VS- Springer, S. 39-60.

Webm9e4masgcpmter:a9lmt B1sqv1ettinarqbo Mvdeywkn6rera+wo (bettina.me8nj1yer@uol.de23z0e) (Stand: 10.03.2020)