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Teilprojekt 4: Verfahren zur gegenseitigen Anrechnung von Studienleistungen und Abschlüssen

Auszug aus dem Projektantrag

Beschreibung:

Dieses Teilprojekt wird sich mit Verfahren der hochschul- und institutionenübergreifenden Anrechnung von Studienleistungen und Abschlüssen befassen, die an verschiedenen in- und ausländischen Universitäten und Fachhochschulen erbracht wurden bzw. erworben werden können.

Die bisherige Praxis der Anerkennung von Studienleistungen und Studienabschlüssen besteht zumeist darin, dass Prüfungsausschüsse oder gar einzelne Lehrende über die Anerkennung auf einer weitgehend individualisierten Basis entscheiden. Dieses Vorgehen ist in mehrfacher Hinsicht unbefriedigend. Studierende haben keine Garantie, dass an anderen Hochschulen erbrachte Leistungen anerkannt werden. Das bildungspolitisch gewünschte Ziel der Mobilität wird hierdurch eingeschränkt. Als Folge der Individualisierung der Anrechnungsverfahren sind verbindliche qualitative Standards bei der Bewertung von Studienleistungen weder innerhalb einer Hochschule, geschweige denn darüber hinaus gewährleistet. Mit zunehmender Diversifizierung des Bildungsmarktes wird die Transparenz der vorhandenen Abschlüsse und der ihnen zugrunde liegenden qualitativen Standards weiter eingeschränkt. Die Folge ist eine zunehmende Verunsicherung auch der Arbeitgeberseite bezüglich der Abschlüsse.

In diesem Teilprojekt sollen daher vorhandene Anerkennungs- und Anrechnungsverfahren in Weiterbil-dungsstudiengängen diesbezüglich analysiert, Problemfelder bestimmt und Lösungsansätze entwickelt werden. Dabei sind insbesondere in den Blick zu nehmen:

  • Anrechnungsverfahren zwischen Universitäten und Fachhochschulen unter besonderer Berücksichtigung des ECTS und qualitativer Standards
  • Kooperationsvereinbarungen zwischen Hochschulen bzgl. der wechselseitigen Anrechnung von Studienleistungen mit Blick auf ECTS und qualitative Standards
  • Empfehlungen zum Umfang der Anerkennung hochschulübergreifend erbrachter Leistungen

Zielsetzungen:

Ziele dieses Teilprojektes ist die Entwicklung von Gestaltungsempfehlungen zur hochschulübergreifenden Anerkennung von Studienleistungen bzw. Abschlüssen auf der Grundlage von Qualitätskriterien und des Workloads. Referenzmodelle hierfür sind die an den Teilprojekten beteiligten Weiterbildungsstudiengänge, die unter Einbeziehung von „Best Practice-Beispielen“ anderer in- und ausländischer Hochschulen entworfen werden. Dies betrifft sowohl die Anerkennung von einzelnen Studienmodulen als auch ganzer Abschlüsse.

Ergebnisse:

Das ECTS ist breitflächig eingeführt. Hinsichtlich der Möglichkeiten für Anrechnung erweisen sich neue Weiterbildungsstudiengänge als offener als „traditionelle“ Studienangebote. Hinsichtlich der Anrechnung außerhalb der Hochschule, z.B. bei der IHK oder Berufsakademien erbrachten Leistungen zeigen sich Universitäten und Fachhochschulen eher zurückhaltend (vgl. Teilprojekt 1). Die Anrechnung zwischen Fachhochschulen und Universitäten ist hingegen weniger problematisch. Das Interesse der Studierenden an der Anrechnung ist groß, aufgrund der oft beschränkten Möglichkeiten werden aber in der Praxis wenig Anträge gestellt. Diese sind für die Hochschulen sehr aufwendig in der Bearbeitung (bis zu 8h Bearbeitungszeit). Lösungsansätze sind in einer weiteren Verbreitung des ECTS zu sehen sowie in Kooperationsvereinbarungen zwischen Weiterbildungsstudiengängen und außerhochschulischen Bildungsanbietern, in denen nach einmaliger Qualitätsprüfung eine pauschale Anerkennung geregelt wird (z.B. Anrechnung des IHK-Fachwirt Betriebswirtschaft auf einen Weiterbildungsstudiengang Betriebswirtschaftslehre mit 10 ECTS).

Für die Zukunft gehen die Gestaltungsempfehlungen für Hochschulen hin zu einer Förderung und damit verbunden zur Forderung nach einem Paradigmenwechsel (von der Input- zur Outputsichtweise), beispielsweise durch Akkreditierungsagenturen. Dies kann durch die Entwicklung eines Qualifikationsrahmen auf nationaler Ebene erfolgen, der mittelfristig in einer Weiterentwicklung zu Levelbeschreibungen mündet. Eine mögliche Aufteilung in die Kompetenzfelder könnte wie folgt aussehen:

  • Wissen und Verstehen
  • Anwendung von Wissen von Verstehen
  • Allgemeine kognitive Fähigkeiten
  • Präsentationskompetenz, Umgang mit EDV, Umgang mit Zahlen
  • Organisations- und Sozialkompetenz (Kommunikation, Selbständigkeit, Verantwortung, Teamwork)

Material:

Annette Knauer, Holger Oetken, Prof. Dr. Michael Schlaak:
Abschlussbericht zum Teilprojekt 4 [pdf, 296KB]

Teilprojekt 5: Geschäftsmodelle für die Vermarktung

Auszug aus dem Projektantrag

Beschreibung

Dieses Teilprojekt wird sich unter Berücksichtigung vorhandener Rahmenbedingungen mit der Vermarktung weiterbildender Studiengänge befassen und hierfür ein Geschäftsmodell entwickeln, das nicht nur die Profilbildung der Hochschule unterstützt, sondern auch die vielfältigen Interessen von Studierenden, zukünftigen Arbeitgebern und des Staates aufnimmt. Aus diesen Marktanforderungen resultieren u.a. hohe Anforderungen an die Flexibilität und die Bereitschaft zu ständigen Anpassungen von Studienangeboten. Innerhalb dieser Rahmenbedingungen sollen vorhandene Erfahrungen bei den bestehenden Weiterbildungsstudiengängen und sonstigen Weiterbildungsangeboten analysiert und mittels des zu entwickelnden Geschäftsmodells erweitert werden.

Zielsetzungen:

Ziel dieses Teilprojektes ist die Entwicklung einer spezifischen Marketingstrategie zur Implementierung und nachhaltigen Absicherung weiterbildender Studiengänge. Damit soll u.a. die Akzeptanz der Studienangebote und –abschlüsse bei Studieninteressierten und Arbeitgebern gesichert werden. Marketinginstrumente sind vor allem im Bereich der Kommunikations- und Vertriebspolitik auf ihren Einsatz im Hochschulbereich zu eruieren. Ergebnis des Projektes ist ein Leitfaden für die Nutzung von kommunikations- und vertriebspolitischen Marketinginstrumenten in weiterbildenden Studiengängen.

Ergebnisse:

Gut die Hälfte der untersuchten weiterbildenden Studiengänge wurde anhand von markt- bzw. nachfrageorientierten Kriterien bzw. unter Einbeziehung von potentiellen Kunden und deren Arbeitgebern entwickelt. In der Vermarktung werden die Kontakte zu Arbeitsgebern/Berufsverbänden und Alumni hingegen fast gar nicht genutzt. Unter Marketing wird vorwiegend Werbung verstanden. Als wichtiges Kommunikationsmittel zur Erreichung der Kunden erweist sich das Internet (z.B. via Website eines Weiterbildungsstudiengangs). Des weiteren wird Pressearbeit (z. T. mit Unterstützung durch die Pressestelle) betrieben sowie Flyer und Broschüren an Interessenten verschickt. Eine Kommunikationsstrategie oder gar ein umfassendes Marketingkonzept findet sich bei keinem der untersuchten Beispiele. Das mag auch an den geringen Ressourcen (Geld und Personal) begründet sein, dass für diese Aktivitäten zur Verfügung steht. In der Regel werden Vermarktungsaufgaben von denselben Personen übernommen, die auch für die Ablauforganisation eines Studiengangs zuständig sind. Die gefundenen guten Ansätze der verschiedenen untersuchten Studiengänge wurden um einige Grundkonzepte und –fragen des Marketings ergänzt und als Handreichung für die Praxis in einem Marketingleitfaden zusammengefasst.

Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass insbesondere für weiterbildende Studiengänge, jedoch auch für die Hochschulen insgesamt die Herausforderungen in einer verstärkten Beschäftigung mit Marketing und einem Aufbau von Marketing-Kompetenz liegen wird. Offen bleibt je nach individueller Situation, wie die Kompetenzen aufgebaut werden können.

Das Projekt schlägt in seiner Abschlussbemerkung für den professionellen Aufbau solcher Kompetenzen die Einrichtung einer zentralen Marketing-Abteilung mit Serviceangeboten vor. Dabei könnten Leitprojekte diese Form der Unterstützung in die Praxis umsetzen und verschiedene Modelle testen.

Material:

Annette Knauer, Holger Oetken, Prof. Dr. Michael Schlaak:
Abschlussbericht zum Teilprojekt 5 [pdf, 500KB]

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