TP 6 + 7

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Teilprojekt 6: Finanzierungsmodelle: Kalkulation, Gebühren und Abrechnungsmodelle

Auszug aus dem Projektantrag

Beschreibung:

Bis auf wenige Ausnahmen werden heute Angebote wissenschaftlicher Weiterbildung gegen Gebühren oder Entgelte angeboten. Die Finanzierung erfolgt darüber hinaus auch durch öffentliche Förderung z.B. im Falle von Modellversuchen oder durch besondere Verträge mit Firmen, die die Kosten für einzelne Teilnehmer oder ganze Programme übernehmen. Ein Teil der Finanzierung erfolgt auch durch Haushaltsmittel der Hochschulen, die mehr oder weniger in die Gebühren/Entgelte eingerechnet werden. Kennzeichnend ist in nahezu jedem Fall eine Mischfinanzierung aus unterschiedlichen Quellen. Für die Finanzierung ist u.a. auch zu beachten, dass die wissenschaftliche Weiterbildung dort, wo es dem Markt entspricht, entsprechende Finanzierungsmodelle anwendet. Allerdings ist es auch die Aufgabe wissenschaftlicher Weiterbildung, solche Angebote zu machen, die (noch) nicht marktgängig sind, sei es, weil der Forschungs- und Entwicklungsbezug dies nicht erlauben, sei es, weil bildungspolitische Gründe dafür maßgebend sind.

Die meisten Landesgesetze sprechen Regelungen über Gebühren und Entgelte an. Die Regelungen in den Landeshochschulgesetzen werden jedoch vielfach durch andere einschlägige Gesetze oder Verordnungen ergänzt. Gebühren- und Entgeltordnungen haben einerseits orientierenden Charakter, können aber durchaus in Widerspruch zum Wettbewerbsrecht stehen, da sie regulierend in das auf Wettbewerb ausgerichtete Marktgeschehen eingreifen.

Allgemein stehen Planungen von Angeboten wissenschaftlicher Weiterbildung vor der offenen Frage meist fehlender Investitionsmittel und damit verbunden des „return on investment“.

Es ergibt sich somit eine Problemlage, die gekennzeichnet ist durch unterschiedliche Verfahrensweisen in der Finanzierung über die Regulation durch Markt, durch Fördermittel und durch Satzung.

Zielsetzungen:

Zielsetzung des Projektes ist es, die unterschiedlichen Finanzierungsmodelle weiterbildender Studien zu erforschen und im wesentlichen hinsichtlich ihrer Struktur, ihrer rechtlichen Verfassung und ihrer Effizienz darzustellen. Ein besonderes Augenmerk soll auf Finanzierungsmodelle zwischen Hochschulen und ihnen zuzuordnenden Weiterbildungseinrichtungen, zwischen mehreren Hochschulen sowie Hochschulen und außerhalb des Wissenschaftsbereiches angesiedelten Akteuren gerichtet werden. Die zu erwartenden Ergebnisse liegen in der Typisierung und Bewertung von Finanzierungsmodellen.

Ergebnisse:

Hinsichtlich des Themas Finanzierung zeichnete sich bei der Befragung von Hochschulen folgende Problemlage ab:

  • Gesetzliche Einschränkungen / fehlende monetäre Anreize insbesondere durch die Einschränkungen im Nebentätigkeitsrecht und Dienstrecht
  • Uneinheitliche Organisationsformen wissenschaftlicher Weiterbildungsstudiengänge
  • Noch) geringe Marktfähigkeit weiterbildender Studiengänge (hoher Anteil nicht-vollkostendeckender Angebote)
  • Fehlendes Problembewusstsein für eine Reformierung der derzeitigen Finanzierungsmodelle
  • Erarbeitete Ansätze zur Problemlösung:
    • Beseitigung gesetzlicher Einschränkungen
    • Einrichtungen verfügen über die Einnahmen
    • Lehrdeputatsanrechnung für Leistungen in der Weiterbildung
    • Attraktive Vergütung der Dozenten
    • Bündelung des Angebots weiterbildender Studiengänge an einer Hochschule (zentrale Einrichtung)
    • Mischfinanzierung
    • Einbezug innovativer Finanzierungsansätze
    • revolvierende Fonds
    • kreditäre Vorfinanzierung neuer Angebote

Material:

Bericht TP 6 [pdf, 534KB]

Teilprojekt 7: Kooperation zwischen weiterbildenden Studiengängen

Auszug aus dem Projektantrag

Beschreibung:

Bislang sind die wenigen Weiterbildungsstudiengänge an Hochschulen als hochschulinterne Einzelprojekte organisiert und weder indirekt noch direkt an hochschulübergreifende Studien- und Qualifizierungsangebote desselben Fachgebietes angebunden. Weiterbildungsinteressierte haben damit nur sehr eingeschränkt die Möglichkeit, ihre Studieninhalte einer individuellen Qualifizierungsstrategie bzw. aktuellen (arbeitsmarktorientierten) Bedarfen anzupassen, sondern sind in ihrer Auswahl der Studieninhalte auf das Angebot einer Hochschule beschränkt. Eine solche Flexibilität zu schaffen, ist aber ein wesentliches Ziel der Bemühungen um Modularisierung und der Einführung von Kredit- und Leistungspunktsystemen sowie gestufter Studienabschlüsse. Für die Weiterbildung sind diese Aspekte vor dem Hintergrund der sich herausbildenden Wissensgesellschaft und im Kontext der Förderung des lebenslangen Lernens von besonderer Bedeutung. In diesem Teilprojekt werden daher verschiedene Modelle möglicher Kooperationsformen im Bereich wissenschaftlicher Weiterbildungsstudiengänge von Hochschulen und auch anderer Weiterbildungsanbieter entwickelt. Dabei sollen insbesondere folgende Kooperationen in den Blick genommen werden:

  • innerhalb verschiedener weiterbildender Studiengänge derselben Hochschule,
  • zwischen den weiterbildenden Studienangeboten von zwei oder mehreren Hochschulen sowie
  • zwischen den weiterbildenden Studienangeboten von Hochschulen und Qualifizierungsange-boten anderer Einrichtungen der Weiterbildung.

In einem ersten Schritt soll erhoben werden, welches Spektrum an Zusammenarbeit die jeweils hochschulrechtlichen Grundlagen bieten, welche Möglichkeiten derzeit tatsächlich aktiv genutzt werden, welche Synergieeffekte damit angestrebt und welche tatsächlich erzielt werden.

Auf dieser Grundlage erfolgt dann in einem zweiten Schritt die Entwicklung und Erprobung erweiterter bzw. neuer Kooperationsmodelle unter Berücksichtigung bereits bewährter Verfahren.

Nach einer Phase der Evaluation und Überarbeitung der Modelle in einem dritten Schritt werden diese so aufbereitet, dass entsprechende Handlungsempfehlungen hinsichtlich der Kooperationsformen und deren Inhalte sowie Ausgestaltung entwickelt und gegeben werden können.

Einen wichtigen Bezugspunkt für dieses Teilprojekt stellt der MBA-Studiengang Educational Management der Universität Oldenburg dar. An diesem sollen folgende konkrete Fragestellungen für eine Zusammenarbeit mit Studienangeboten der Universität Bielefeld geklärt werden:

  • Austausch von Modulen,
  • Anerkennung von Vorleistungen (vgl. auch TP 1 und TP 4),
  • Integration „fremder“ Angebote in Studien- und Prüfungsordnung,
  • gemeinsame Weiterentwicklung und Neuerstellung von Modulen,
  • Bedingungen der Einschreibung für die Studierenden.

Zielsetzungen:

Ziel des Projekts ist es, die möglichen Kooperationsformen im Bereich wissenschaftlicher Weiterbildungsstudiengänge von Hochschulen zu beschreiben und Handlungsempfehlungen für die Umsetzung der verschiedenen Modelle zu liefern. Als Ergebnis sollen damit zunächst innerhalb gesicherter Rahmenbedingungen die Wahlmöglichkeiten der Weiterbildungsstudierenden der Universitäten des Projektverbundes erhöht werden. Perspektivisch soll durch die Bildung von themenorientierten Kooperationsnetzwerken die Profilbildung der beteiligten Hochschulen im Weiterbildungsbereich unterstützt werden, da die Schwerpunktbildung an den Einzelhochschulen erleichtert wird, wenn nicht in allen Bereichen ein breitflächiges Angebot vorgehalten werden muss, sondern dies durch eine Kooperation abgesichert ist.

Ergebnisse:

Im Rahmen der Untersuchungen dieses Teilprojektes wurden durch eine qualitative Analyse bestehende Kooperationsformen und Erfahrungen im Bereich wissenschaftlicher Weiterbildungsstudiengänge von Hochschulen und auch anderer Weiterbildungsanbieter erhoben. Auf dieser Grundlage wurden fünf Kooperationsmodelle beschrieben. Anschließend wurden Praxisbeispiele (auf Grundlage einer Liste des Teilprojekts 2) diesen Kooperationsmodellen zugeordnet und jeweils 1 bis 2 Best-Practice-Beispiele im Rahmen von Interviews im Detail erkundet. In Kürze lassen sich die Problem- und Brennpunkte wie folgt darstellen:

  • Kommunikations- und Aushandlungsschwierigkeiten in Entstehungsphase
  • Konfliktpotential durch Zusammentreffen unterschiedlicher organisationskultureller Hintergründe (z.B. unterschiedliche soziale Modelle, Lehrstile etc.)
  • Veränderungen und Unsicherheiten durch Bologna Prozess tragen zur Verunsicherung in Bezug auf Kooperationsgestaltung bei
  • • Unterschiedliche Ländergesetze erschweren Kooperationen zwischen Hochschulen verschiedener Bundesländer
  • • Auswahl des Kooperationspartners eher nach persönlichen als nach inhaltlichen Gründen
  • • Koordination und Organisation des komplexen Prozesses „Kooperation“ (zeit) aufwändig
  • Fehlende Transparenz innerhalb von Kooperationen
  • Marketingaktionen finden isoliert voneinander statt
  • Gemeinsame virtuelle Lern- und Kommunikationsplattformen selten
  • Austausch von Informationen, Materialien und Erfahrungen aufwändig
  • Unterschiedliche Kulturen und Werte in internationalen Kooperationen
  • Wenig Anerkennungsregelungen für Joint Masterprogramme in Europa
  • Fehlendes Bewusstsein für Chancen und Möglichkeiten von Modulaustausch bei Teilnehmern und Anbietern
  • Mangelnde Beratungsmöglichkeiten für Studierende in Bezug auf Kombinierbarkeit von Modulen
  • Auseinandersetzungen in Bezug auf Ziele und Inhalte der Module
  • Kompatibilitätsprobleme bei studiengangsübergreifender Verwendung von Modulen
  • Anerkennung von beruflichen Vorleistungen uneinheitlich geregelt

Die hier vorliegenden Erfahrungen wurden nun als Handlungsempfehlungen für die Gestaltung von inhaltsbezogenen Kooperationen in der wissenschaftlichen Weiterbildung zusammengefasst.

Material:

Dr. Gernot Graeßner, Dipl. Päd. Marina Böhner:
Abschlussbericht zum Teilprojekt 7  [pdf, 315KB]

(Stand: 21.08.2020)