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Warum Physik studieren?

Antworten von Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier, Leiter der Medizinischen Physik

Ist Physik ein Fach mit Zukunft?
Nach Schätzungen werden zurzeit nur halb soviel Physikerinnen und Physiker ausgebildet wie gebraucht würden. Der Grund: PhysikerInnen können universell auf dem Arbeitsmarkt eingesetzt werden. Sie sind im Gegensatz zu Ingenieuren oder Informatikern nicht auf ein bestimmtes Fachgebiet festgelegt.

Was haben denn PhysikerInnen besonderes zu bieten?
Das analytische Denken, das sie im Studium erworben haben, macht sie zu „Allround- Problem-Lösern“. Deshalb sind sie in der Industrie auch so begehrt. Das Erfolgsrezept der Physik ist die Interaktion zwischen Theorie und Experiment.

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In welchen Bereichen des Arbeitsmarktes werden PhysikerInnen gesucht?
Neue Branchen sind vor allem die Umwelt-Industrie und die Medizin-Technik. Klassische Bereiche sind u.a. die Elektroindustrie, Informations-Technik und die Energie-Branche. Aber auch Behörden, Unternehmensberatungen und Banken beschäftigen PhysikerInnen. Und es gibt noch immer einen Mangel an Physik-LehrerInnen in den Schulen.

Was ist das Besondere am Physik-Studium in Oldenburg?
In Oldenburg bieten wir sowohl die Grundlagenforschung in der Physik als auch die Verbindung zu den angrenzenden Fächern wie der Biologie, den Ingenieurwissenschaften, der Informatik bis hin zur Medizin an. Insgesamt sind wir traditionell besonders anwendungsorientiert ausgerichtet. Ein Beispiel dafür ist die Physik regenerativer Energiequellen oder die Medizinische Physik. Als einziger Physik-Fachbereich in Deutschland bieten wir eine Ausbildung zum Medizin-Physiker an. Eine weitere Besonderheit ist unser Studiengang Engineering Physics, der gemeinsam mit der Jadehochschule Wilhelmshaven/ Oldenburg/Elsfleth angeboten wird: Wer stärker anwendungsorientiert und weniger Theorie-Inhalte studieren möchte, hat hier eine Alternative zu dem, teilweise als recht schwer empfundenen, klassischen Physik-Studium.

Wofür qualifiziere ich mich mit einem Bachelor- Abschluss in Physik?

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Der Bachelor ist ein erster Hochschul- Abschluss, der ungefähr dem früheren Fachhochschulabschluss entspricht. Der Bachelor ermöglicht den Übergang zu unterschiedlichen Master-Programmen. Der klassische Weg führt vom Physik Bachelor in den Physik Master. Aber auch ein direkter Start in das Berufsleben steht den AbsolventInnen offen. In Oldenburg legen wir deshalb besonderen Wert auf die Vermittlung von so genannten soft skills. Diese beinhalten unter anderem BWL, Fremdsprachen oder Programmier-Sprachen, die in der Industrie eine große Rolle spielen.

Was ist ein Master-Abschluss in Physik?
Der Master-Abschluss ist der Regelabschluss in der Physik, der zum einen die Standard-Ausbildung ist, um in die Industrie zu gehen oder in andere akademische Berufe, für den ein Physik Abschluss benötigt wird. Als Basis brauche ich eine fundierte Grundausbildung in der Physik. Eben das, was während des Bachelor- Studiums in theoretischer, experimenteller und angewandter Physik gelernt wird. Gegen Ende des Bachelor-Studiums und weiter im Master-Studium legt sich dann jede/r auf einen Bereich fest: zum Beispiel in Akustik oder biomedizinische Physik, Photonik, Energie- und Halbleiterforschung, Meeres-Physik, Physik-Didaktik oder Theoretischen Physik. Während des Master-Studiums können sich die Studierenden weiter spezialisieren und eigene Forschungsarbeiten durchführen.

Was muss ich für ein Physik- Studium an der Universität Oldenburg mitbringen?
Natürlich ist die Begeisterung für das Fach und die Faszination an Naturwissenschaften und Technik eine grundlegende Voraussetzung. Ein Physik-Leistungskurs in der Oberstufe ist nützlich, aber keine Voraussetzung. Zu Beginn des Physik-Studiums müssen die StudentInnen eine gewisse Hürde nehmen: Die quantitativen Methoden. Dazu ist es nötig, etwas Mathematik zu lernen sowie die Methoden der theoretischen Physik. Ziel ist, das physikalische-analytische Denken zu trainieren. Ab diesem Zeitpunkt können sie mit einer gelernten Methodik an unterschiedlichste Probleme herangehen, es wird also leichter. Hinzu kommt, dass gemeinsam mit KollegInnen, die an ähnlichen Problemen forschen, im Team gearbeitet wird.

Webmas7dmternod (webt31seczagrvik8wcwce.physik@kngxuol.acde/k5p) (Stand: 07.11.2019)