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Physiklehrerin / Physiklehrer werden

Ein Gespräch mit Prof. Dr. Michael Komorek-
Leiter der Arbeitsgruppe Didaktik und Geschichte der Physik

BildEines Ihrer Arbeitsfelder ist die Ausbildung von PhysiklehrerInnen. Was spricht für ein Lehramtstudium im Fach Physik?
Der Lehrerberuf ist eine faszinierende Tätigkeit, auch wenn in den Medien oft die negativen Seiten auftauchen. Aus meiner zwölfjährigen Teilzeittätigkeit als Mathematik- und Physiklehrer weiß ich, dass Last und Lust dicht beieinander liegen. Aber wer gern mit jungen Menschen umgeht und sie zum Lernen und Gestalten anregen möchte, wer Sachverhalte anwendungsnah vermitteln will und neuen Entwicklungen offen gegenübersteht, der sollte sich für den Lehrerberuf entscheiden.

Warum gerade Physiklehrerin oder -lehrer?
Nun, das Studium ist interessant und vielseitig. Theorie, experimentelle Praxis und Schulpraktika sind zentrale Bausteine im Studium. Und der Beruf der PhysiklehrerIn kann ausgesprochen befriedigend sein, weil man junge Menschen dazu bringen kann, Fragen zu stellen, die sie sonst nie stellen würden. Sie können SchülerInnen dazu motivieren, Phänomene zu beobachten, eigenen Forschungsaufgaben nachzugehen, oder Gelerntes z.B. beim Bau eigener Geräte umzusetzen.

Warum sollte ich mich gerade in Oldenburg zur PhysiklehrerIn ausbilden lassen?
Grundsätzlich gilt: Physiklehrkräfte werden auch in den nächsten Jahren dringend gebraucht. Dennoch schleusen wir nicht einfach alle, die LehrerIn werden wollen einfach durchs Studium. Wir wollen die Besten, die fachliche, pädagogische und fachdidaktische Kompetenzen entwickeln. In Oldenburg haben wir ein gutes Betreuungssystem, das über Durstsrecken im Studium hinweghelfen kann. In der Physik sind die Wege kurz,  wir kennen  uns untereinander und Unterstützung gibt es reichhaltig. Als Fachberater für den Zwei-Fächer-Bachelor Physik bin ich oft die erste Anlaufperson, um weiter zu vermitteln. Meine Bürotür steht immer offen, meine reguläre Sprechstunde ist donnerstags, zwischen 12 und 14 Uhr.

Für Oldenburg als Studienort spricht vieles: die optimale Größe der Stadt, das vielfältige kulturelle Leben, die gute Wohnsituation für Studierende, die kurzen Wege an der Uni. Das Lehramtsstudium Physik zeichnet zudem aus, das von der fachlichen Seite viele interessante Vertiefungen im Bereich Akustik, Medizin und vor allem im Bereich der Energieforschung möglich sind. Wir arbeiten gerade daran, im so genannten Professionalisierungsbereich, der die "soft skills" im Lehramtsbereich abdeckt, ein Profil "Energiebildung" aufzubauen. Außerdem werden in Oldenburg LehrerInnen für alle Schulformen ausgebildet, so dass ein Wechsel zwischen den  Ausrichtungen und auch zwischen reiner Fachausbildung und Lehramtsausbildung - wenn auch mit zusätzlichen Aufwand - möglich ist.

Sie sprechen von fachdidaktischer Forschung. Was ist das überhaupt?
Die fachdidaktische Forschung umfasst in unserer Arbeitsgruppe zwei Stränge. Zum einen den historisch-didaktischen Ansatz. Dabei wollen wir aus der Geschichte der Physik über die Erkenntnisprozesse unserer Wissenschaft lernen. Die Rolle des Experiments steht dabei im Mittelpunkt. Der Nachbau historischer Experimente und das Experimentieren mit ihnen haben bereits oft zu neuen Erkenntnissen geführt.
Für den Lehrerberuf ist es wichtig, die Prozesse der Wissenschaften zu kennen, denn in der Schule soll nicht nur physikalisches Wissen, sondern auch Wissen über die Wissenschaft Physik vermittelt werden. In unserem Projekt HIPST (History and Philosophie in Science Teaching) untersuchen wir zusammen mit erfahrenen Lehrkräften, wie man diese Aspekte in den Physikunterricht integrieren kann.

Zum anderen betreiben wir empirische Lehr-Lern-Forschung. Im Projekt ProDid untersuchen wir Vorstellungen und Lernprozesse von SchülerInnen, die für das Lernen von Physik wichtig sind. Im Projekt Physik im Kontext piko-OL entwickeln und erproben wir zusammen mit  30 Physiklehrkräften, wie kontext-orientierter Physikunterricht gestaltet sein kann, der  junge Menschen  anspricht. 

Was finden Sie an ihrer Tätigkeit spannend, was schwierig?
Nicht einfach ist sicherlich, in dem doch recht verschulten Bachelor- und Mastersystem Freiräume zu schaffen, in denen ohne Leistungsdruck über die Rolle als PhysiklehrerIn nachgedacht werden kann und in denen zusätzliche Aktivitäten z.B. in Projekten möglich sind. Spannend bleibt aber weiterhin die Vielseitigkeit meines Berufs zwischen Fachlichem, Lehre und fachdidaktischer Forschung. Der Kontakt mit den Studierenden ist mir dabei besonders wichtig und ist eine meiner "Energiequellen".

Zum Schluss: Ihr Rat an Studieninteressierte?
Einfach vorbeikommen, besser mit Termin, oder die Infoangebote wie den Hochschulinformationstag  oder den Tag der Physik (November) und die Homepage des Instituts nutzen.

Kontakt: Michael Komorek

Verantwortlich für diese Seite: Melanie Pust

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