Navigation

Skiplinks

Ebene Bund

1. Beschlüsse der HRK-Mitgliederversammlung am 15.11.2017 in Potsdam

Kooperation und Transfer als Hochschulaufgaben

Zur Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Wirtschaft und Gesellschaft verabschiedete die Mitgliederversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) eine Entschließung. HRK-Präsident Prof. Dr. Horst Hippler: „Wir sprechen bewusst nicht von einer ‚dritten Mission’. Denn wir haben Kooperation und Transfer noch nie als losgelöst von unseren Kernaufgaben in Forschung und Lehre gesehen.“ Die Entschließung behandelt Transfer und Kooperation als Einheit. Die HRK-Mitglieder machen deutlich, dass sie in einer Vielzahl von Bereichen – vom Technologietransfer bis zur sozialen Dienstleistung – für Wirtschaft und Gesellschaft aktiv sind.
Gleichzeitig warnen sie vor einer übermäßigen Fokussierung der Forschung auf solche Vorhaben, die kurzfristigen gesellschaftlichen oder ökonomischen Nutzen versprechen. Im Hochschulstudium sollten Lehrangebote, die das zivilgesellschaftliche Engagement fördern, die fachliche und methodische Qualifizierung ergänzen.

Promotionen mit externem Arbeitsvertrag

Ein weiteres Thema waren Promotionen, bei denen die Doktorand/innen einen Arbeitsvertrag bei einer externen Einrichtung wie einem Unternehmen oder einer außeruniversitären Forschungseinrichtung haben. In einem Eckpunktepapier machen die HRK-Mitgliedshochschulen deutlich, wie die Qualitätssicherung bei solchen Promotionen gestaltet werden kann. Dabei zeigen sie die Rechte und Pflichten der promotionsberechtigten Hochschulen, ihrer Fakultäten und Professorinnen und Professoren auf, die von den externen Partnern zu berücksichtigen sind.

Pflege-, Therapie- und Hebammenwissenschaften

Im Zusammenhang mit der Akademisierung in Gesundheitsfachberufen hat die HRK-Mitgliederversammlung Eckpunkte zur Entwicklung von Studiengängen in den Pflege-, Therapie- und Hebammenwissenschaften benannt. Für einen Teil der in den Gesundheitsfachberufen Tätigen ist nach allgemeiner Auffassung (unter anderem auch des Wissenschaftsrats) eine hochschulische Ausbildung erforderlich, weil die Entwicklung im Gesundheitswesen zunehmend höhere Anforderungen an die Qualifizierung stellt. Die HRK fordert die alleinige Verantwortung der Hochschulen für die Konzeption und Durchführung von primärqualifizierenden Studiengängen, um deren wissenschaftliche Fundierung sicherzustellen.

2. Hochschulräte fordern handlungsfähige Hochschulen und Hochschulleitungen

Hochschulräte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft sprechen sich für gesetzliche Regelungen aus, die Freiräume und Flexibilität für hochschulindividuelles Handeln eröffnen. Nur so könnten die Hochschulen im Zuge der Internationalisierung der Wissenschaft wettbewerbsfähig bleiben. Das ist die zentrale Forderung des Positionspapiers, das das Forum Hochschulräte auf seiner letzten Sitzung in Berlin erarbeitet hat. Anlass war die Diskussion in Baden-Württemberg, wo das Kabinett eine Novellierung des Hochschulgesetzes als Reaktion auf ein Urteil des Landesverfassungsgerichtes im November 2016 beschlossen hatte. Dem Gericht zufolge sind Teile des Landeshochschulgesetzes verfassungswidrig. Die Regelung, nach der Senat und Hochschulrat gemeinsam den Rektor wählen, würde die individuelle Wissenschaftsfreiheit der Hochschullehrer verletzen, so das Urteil. Die gewählten Hochschullehrer müssten bei der Wahl und Abwahl der Rektoren mehr Gewicht bekommen.

„Professionell agierende Hochschulleitungen in einem funktionierenden System von Checks und Balances sind unentbehrlich, damit Schwerpunktsetzungen, Profilierungen und Umstrukturierungen in Hochschulen möglich bleiben", erklärt Annette Fugmann-Heesing, Vorsitzende des Hochschulrates der Universität Bielefeld und Mitautorin des Papiers. „Eine starke Hochschulleitung ist darüber hinaus immer auch ein Garant der Wissenschaftsfreiheit gegenüber Eingriffen von außen."

3. Immer weniger MINT-Studienanfänger/innen im Lehramt

Das deutsche Hochschulsystem ist in den vergangenen fünf Jahren internationaler, durchlässiger und heterogener geworden. Jedoch ist der Wandel hin zu einem digitalen, flexiblen und optimal berufsvorbereitenden System noch nicht geschafft – so die Zwischenbilanz des Hochschul-Bildungs-Reports, den der Stifterverband und die Unternehmensberatung McKinsey gemeinsam seit fünf Jahren herausgeben.

Alarmierend sei die Zwischenbilanz besonders im Handlungsfeld Lehrer-Bildung: Es gibt immer weniger MINT-Studienanfänger im Lehramt und männliche Grundschullehramtsanfänger. Außerdem werden Berufs- und Praxisbezogenheit der Lehrveranstaltungen extrem schlecht beurteilt.

Dem Report zufolge hat sich die Chancengerechtigkeit des deutschen Hochschulsystems in den vergangenen Jahren nur allmählich verbessert. „Eine Hochschulzugangsberechtigung erwerben nur etwa halb so viele Nichtakademiker- wie Akademikerkinder", so Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes. Danach höre die soziale Selektion aber nicht auf: Nur acht von 100 Nichtakademikerkindern erwerben den Master gegenüber 45 Kindern aus Akademikerhaushalten. Und während jedes zehnte studierte Akademikerkind promoviert, ist dies nur bei jedem 100. Arbeiterkind an Universitäten der Fall. Um diesem Trend entgegenzuwirken, ist nach Ansicht des Hochschul-Bildungs-Reports unter anderem ein BAföG sinnvoll, das sich stärker an der Diversität der Studierenden und unterschiedlichen Studienformen orientiert.

Ebene Land/Metropolregion

4. Anwendungsorientierte Forschung: 29 neue Projekte zur Förderung empfohlen

Die praktische Umsetzung anwendungsorientierter Forschung ist ein wichtiges Ziel der Niedersächsischen Landesregierung. Aktuell sind 29 neue anwendungsorientierte Forschungs- und Infrastrukturprojekte an niedersächsischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen für Bewilligungen durch die NBank vorgesehen. Insgesamt werden hierfür rund 18 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, davon 8,5 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und rund 9,6 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt.

Bei den neuen Projekten handelt es sich um drei Innovationsverbünde, 20 Kooperationsprojekte mit Unternehmen, zwei Modellprojekte des Wissenstransfers sowie vier Infrastrukturvorhaben. Besonders die sogenannten Innovationsverbünde haben überregionale Bedeutung und Strahlkraft. Zu den aktuell zur Förderung empfohlenen Innovationsverbünden zählt auch „TurbuMetric" (Optische 3D-Messungen zur Erfassung von dynamischen Fluid-Struktur-Interaktionen in turbulenten Windumgebungen) von Jade Hochschule und Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (ca. 1,2 Mio. Euro).

Seit August 2015 wurden insgesamt 153 Projekte mit rund 41,4 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln sowie 30,7 Millionen Euro aus Landesmitteln finanziert. Grundlage ist die MWK-Richtlinie „Innovation durch Hochschulen und Forschungseinrichtungen".

Ebene Hochschule

5. Votum für Vizepräsident/innen Sabine Kyora, Esther Ruigendijk und Meinhard Simon

Auf Vorschlag von Präsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper hat der Senat der Universität am 1. November 2017 die Germanistin Prof. Dr. Sabine Kyora als Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Gleichstellung, die Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Esther Ruigendijk als Vizepräsidentin für Wissenschaftlichen Nachwuchs und Internationales und den Biologen Prof. Dr. Meinhard Simon als Vizepräsidenten für Forschung und Transfer bestätigt. Für Kyora und Ruigendijk ist dies bereits die zweite Amtsperiode. Simon folgt dem Physiker Prof. Dr. Martin Holthaus im Amt.

Das Votum des Senats wird nun zusammen mit der Stellungnahme des Hochschulrats, der am 21. November tagte, dem Niedersächsischen Wissenschaftsministerium zur Entscheidung vorgelegt. Die zweijährige Amtszeit der nebenamtlichen Vizepräsident/innen beginnt am 1. Januar 2018.

Die gemeinsame Arbeit im Präsidium habe er in den vergangenen beiden Jahren als überaus fachkundig, konstruktiv und zukunftsorientiert erlebt, erklärte Universitätspräsident Piper. Umso mehr freue er sich, dass Sabine Kyora und Esther Ruigendijk für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stünden. Mit Blick auf das Ressort Forschung und Transfer sagte er: „Mit Meinhard Simon gewinnen wir eine ausgewiesene und hochengagierte Forscherpersönlichkeit als Nachfolger für Martin Holthaus, dem ich im Namen der Universität für seine herausragende Arbeit in den vergangenen Jahren danke.“ 

Kyora betonte bei der Anhörung im Senat, dass das forschende Lernen ein zunehmend fest verankertes Profilelement der Universität darstelle. Nun gelte es, auf eine erneute Förderung in der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ hinzuarbeiten, um zusätzliche Impulse etwa in puncto Fortbildung, Digitalisierung oder dem Umgang mit Heterogenität im Klassenzimmer setzen zu können. Mit Blick auf die Gleichstellung hob Kyora das aktive Bemühen der Universität um hochqualifizierte Wissenschaftlerinnen hervor – „insbesondere in Feldern, wo diese bislang unterrepräsentiert sind“. 

Ruigendijk erklärte, sie wolle sich weiterhin dafür einsetzen, die Situation junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern. Ihr Ziel sei ein angemessener Anteil unbefristeter Stellen – etwa zur Verstärkung der Lehre. Hinsichtlich der Internationalisierung sei es gelungen, sie als strategisches Querschnittsthema noch stärker an der Universität zu verankern. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Sabine Kyora widme sie sich der Internationalisierung des Lehramtsstudiums und dem Orientierungsjahr für Geflüchtete. Außerdem solle die Attraktivität der Universität für internationale Studierende weiter erhöht werden.

Simon, neuer Vizepräsident für Forschung und Transfer, will dazu beitragen, die strukturellen Rahmenbedingungen, Forschungsinitiativen und -projekte der in vielen Fachrichtungen sehr erfolgreichen Oldenburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weiter voranzubringen. „Dazu gehört das Identifizieren und der Anschub von vielversprechenden und innovativen Projekten, ob in Forschungsverbünden oder in Einzelprojekten mit Potenzial für zukünftige Verbünde“, so Simon.

6. Feierlicher Start ins Akademische Jahr mit Altkanzler Gerhard Schröder

Mit Altkanzler Gerhard Schröder als Festredner haben am 19. Oktober 2017 die Universität Oldenburg und die Universitätsgesellschaft Oldenburg e.V. (UGO) erstmals in einer gemeinsamen Veranstaltung im Audimax das Akademische Jahr eröffnet. Schröder sprach vor rund 800 Gästen aus Stadt, Region und Universität über „Politische Herausforderungen und Perspektiven für Europa“.

Unter Schröder als Ministerpräsident hatte der Niedersächsische Landtag 1991 den Weg für die von der Universität Oldenburg gewünschte Namensgebung nach Carl von Ossietzky freigemacht. Schröder betonte, er habe es für einen Fehler gehalten, dass alle niedersächsischen Landesregierungen es abgelehnt hatten, Oldenburgs junge Universität nach Carl von Ossietzky zu benennen. „Als ich Ministerpräsident wurde, gehörte es zu meinen ersten Amtshandlungen, diesen Zustand zu beenden. Ich kann mich noch gut an den offiziellen Festakt am 3. Oktober 1991 erinnern, als in Anwesenheit der Tochter von Carl von Ossietzky die offizielle Benennung der Universität erfolgte. Damit war – man muss es so sagen: endlich – diesem mutigen Mann ein würdiges Andenken zuteil geworden. Aber auch der fast zwei Jahrzehnte währende Kampf der Universität für diesen Namen war erfolgreich beendet.“

„Mit der heutigen Auftakt-Feier lenken wir den Blick auch auf die Entwicklung, die unsere Universität seit ihrer Gründung vor 44 Jahren nahm: hin zu einer Universität mit kritischem Geist und innovativer Wissenschaft, die ein Motor der Gesellschaft im Nordwesten ist“, erklärte Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper in seiner Ansprache. Der Vorsitzende der Universitätsgesellschaft, Prof. Dr. Werner Brinker, unterstrich in seiner Rede die hohe Bedeutung von Wissenschaft und Forschung für eine erfolgreiche Volkswirtschaft. „Umso wichtiger ist es, den Gedankenaustausch zwischen Universität und Wirtschaft zu intensivieren.“ 

Im Rahmen der Veranstaltung zeichnete die UGO die Soziologin Prof. Dr. Jannika Mattes mit dem mit 5.000 Euro dotierten „Preis für exzellente Forschung 2017“ aus. Der Physiker Dr. Sebastian Wilken erhielt als Nachwuchsforscher den mit 2.000 Euro dotierten „Preis für herausragende Promotion 2017“.

7. Waskönig-Stiftung vergibt Stipendien an drei Studierende

Die Dr. h.c. Peter Waskönig-Stiftung hat in einer Feierstunde am 18. Oktober 2017 Stipendien an drei Studierende vergeben. Zwei Masterstudentinnen und ein Bachelorstudent, die laut Stiftungskuratorium ein hohes Maß an Können, Initiative und Verantwortung gezeigt haben, erhalten ab sofort ein halbes Jahr lang 500 Euro monatlich für die abschließende Phase ihres Studiums. Die Auszeichnungen gingen an Tanja Feller (Master of Education Deutsch/Spanisch/Russisch), Kerstin Schäfer (Master of Education Sachunterricht/Englisch) und Linus Kemme (Bachelor of Science Engineering Physics).

Die Stiftung, 1996 vom kürzlich verstorbenen Unternehmer und Ehrenvorsitzenden der Universitätsgesellschaft Oldenburg, Dr. h.c. Peter Waskönig, gegründet, fördert jährlich drei Studierende der Universität. Seit Anfang September ist der Vorsitzende des Hochschulrats der Universität, Jörg Waskönig, ebenfalls Vorsitzender der Stiftung. Er setzt so das Engagement seines Vaters fort.

8. Erste Oldenburger Medizinstudierende mit Zweitem Staatsexamen

Die ersten fünf Studierenden der 2012 gegründeten European Medical School Oldenburg-Groningen (EMS) haben das Zweite Staatsexamen bestanden. Sie starten nun ins Praktische Jahr – den letzten Teil ihrer medizinischen Ausbildung. Besonders erfreulich: Die Oldenburger Teilnehmer/innen beantworteten im Mittel knapp 80 Prozent der mehr als 300 Prüfungsfragen korrekt. Damit liegt die Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften im bundesweiten Vergleich aller Medizinischen Fakultäten auf Platz 5.

„Unser humanmedizinische Modellstudiengang kann sich ohne jeden Zweifel mit der traditionellen Medizinerausbildung messen“, sagt der kommissarische Dekan der Fakultät VI, Prof. Dr. Hans Gerd Nothwang.

In jedem Wintersemester nehmen 40 Studierende ihr Humanmedizinstudium in Oldenburg auf. Die fünf angehenden Mediziner/innen mit Zweitem Staatsexamen – drei Frauen und zwei Männer – gehören zu der ersten Kohorte, die im Wintersemester 2012/13 begonnen hat. Im kommenden Frühjahr werden weitere Studierende aus dieser Gruppe das Zweite Staatsexamen absolvieren. 

9. Universität mit historischem Projekt in Akademienprogramm aufgenommen

Die Universität Oldenburg übernimmt ab 2018 im Rahmen des Akademienprogramms, das von Bund und Ländern finanziert wird, die wissenschaftliche Durchführung des Projekts „Prize Papers“. Das Fördervolumen beträgt 9,7 Millionen Euro bei einer Laufzeit von 20 Jahren.

Unter Leitung der Historikerin Prof. Dr. Dagmar Freist wird das Forschungsvorhaben 2018 in der Trägerschaft der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen starten. Ziel ist das Erfassen, Digitalisieren und Veröffentlichen von bisher unerforschten Dokumenten aus der Frühen Neuzeit, die in den Britischen Nationalarchiven in London lagern. Die Papiere – darunter ungeöffnete Briefe, Tagebücher, Journale, Logbücher, Verwaltungsakten, Frachtlisten und weitere Dokumente – stammen aus der Zeit der Seekriege zwischen 1600 bis 1817.

„Die Aufnahme in das Akademienprogramm kommt einem Ritterschlag gleich. Ich freue mich sehr, dass die intensive Vorarbeit unserer Historikerinnen und Historiker diese außerordentliche Würdigung erfährt und das Projekt nun langfristig gesichert ist“, sagt Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper. Projektleiterin Freist ergänzt: „Die Prize Papers sind ein einmaliger historischer Bestand: Sie sind nahezu unberührt und können uns viel über das tatsächliche Leben der Menschen in der Frühen Neuzeit verraten. Als Historikerin empfinde ich es als besondere Ehre, diesen Schatz gemeinsam mit meinem Team heben zu dürfen.“

10. Medizinische Bilder automatisch untersuchen

Eine Software entwickeln, die medizinische Bilder auf Besonderheiten hin, wie z.B. Tumore, automatisch analysiert – das ist das Ziel eines neuen Kooperationsprojekts, an dem die Universität Oldenburg beteiligt ist. Das Zentrum für Medizinische Bildgebung des University Medical Center Groningen (UMCG) leitet das Vorhaben, das mit insgesamt rund 1,1 Millionen Euro aus dem Interreg-Programm der EU gefördert wird. Mit dem Projekt DAME (Deep Learning Algorithms for Medical Image Evaluation) stärken die Oldenburger und Groninger Mediziner ihre Zusammenarbeit in der Forschung. Das Oldenburger Teilvorhaben koordiniert Prof. Dr. Björn Poppe, Hochschullehrer an der Universität Oldenburg und Wissenschaftlicher Leiter der Universitätsklinik für Medizinische Strahlenphysik am Pius-Hospital, gemeinsam mit Klinikdirektor Dr. Kay Willborn.

11. Klinisches Trainingszentrum der Medizinischen Fakultät offiziell eröffnet

Im Klinischen Trainingszentrum (KTZ) der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften lernen Studierende des Modellstudiengangs Humanmedizin, ihr theoretisches Wissen praktisch anzuwenden. Am 23. Oktober 2017 wurde das Zentrum im Gebäude V02 eröffnet.

Das KTZ bietet den Studierenden die Möglichkeit, klinisch-praktische Fertigkeiten an Modellen und Simulatoren zu üben und zu vertiefen. Hierfür stehen beispielsweise Inkubationstrainer, Reanimationspuppen und Modelle zur Geburtsvorbereitung zur Verfügung. Ein weiterer Schwerpunkt: das Training der Kommunikation mit den Patienten. Dafür stehen eigens geschulte „Schauspieler-Patienten“ zur Verfügung. Die angehenden Mediziner lernen auf diese Weise, Symptome zu deuten, Untersuchungsmethoden einzusetzen und die richtigen Fragen für die Diagnose zu stellen.

12. Frei zugängliche Publikationen: Erneute Förderung für Open Access

An der Universität Oldenburg gewonnene wissenschaftliche Erkenntnisse für jedermann frei zugänglich machen – das ist das Ziel des Open Access-Publikationsfonds, den das Universitätspräsidium vor zwei Jahren eingerichtet hat. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert den Fonds nun für weitere zwei Jahre. Insgesamt stehen dafür rund 185.000 Euro bereit, 40 Prozent davon trägt die Universität.

Der Publikationsfonds entlastet die Oldenburger Wissenschaftler/innen von den Artikelbearbeitungsgebühren, die Verlage für Open Access-Publikationen erheben. Bei Überzeichnung des Fonds übernimmt das Präsidium die Kosten für die Publikationen. „Dies ist für uns ein starkes Signal für das Open Access-Publizieren an der Universität Oldenburg“, sagt Bibliotheksdirektor Hans-Joachim Wätjen. Das DFG-Konzept sieht zudem vor, dass ab 2019 die Autoren 50 Prozent der Publikationskosten selbst tragen. In den vergangenen zwei Jahren hat der Fonds rund 180 Publikationen finanziert. „Die Nachfrage ist in den Naturwissenschaften und in der Medizin besonders stark“, erläutert der Open Access Beauftragte der Universitätsbibliothek Kim Braun.

13. Buch über Uni-Geschichte in zweiter Auflage erschienen

„Mehr Lust als Last?“ heißt das 2011 erschienene Buch, das die Geschichte der Universität Oldenburg aus Sicht ihres Gründungsrektors und ihrer ehemaligen Präsidentinnen und Präsidenten beschreibt. Die Idee ging auf den kürzlich verstorbenen Unternehmer und Ehrenvorsitzenden der Universitätsgesellschaft Oldenburg e.V. (UGO), Dr. h.c. Peter Waskönig, zurück.

Die jetzt erschienene erweiterte zweite Auflage enthält auch Beiträge von Prof. Dr. Babette Simon und Prof. Dr. Katharina Al-Shamery. In ihre Amtszeiten (2010-2015) fielen u.a. die Gründung der Medizinischen Fakultät und die Eröffnung der European Medical School Oldenburg-Groningen (EMS), die Bewilligung des  Exzellenzclusters „Hearing4all“, die Beteiligung an der Karl Jaspers-Gesamtausgabe und die Übergabe des Tiefseeforschungsschiffs „Sonne“.

Gerhard Harms und Peter Waskönig (Hrsg.), „Mehr Lust als Last?“, Oldenburg 2017, BIS-Verlag, 13,50 Euro.

14. „Namibia und Deutschland“: Ausstellung in der Universitätsbibliothek

„Namibia und Deutschland – Aktuelle Aspekte einer besonderen Beziehung“ heißt eine Ausstellung im Foyer der Universitätsbibliothek (15.11.-15.12.2017). Auf dem Gebiet des heutigen Staates Namibia existierte von 1884 bis 1915 die Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Daraus ergibt sich einerseits eine besondere Verantwortung Deutschlands, andererseits aber auch eine enge kulturelle Bindung zur deutschsprachigen Gemeinschaft in Namibia – noch heute ist Deutsch dort eine wichtige Verkehrssprache.

Die Wanderausstellung ist ein Projekt der Deutsch-Namibischen Gesellschaft. Mitveranstalter in Oldenburg sind die Evangelische Studierendengemeinde, das Ökumenische Zentrum e.V, der Förderverein Internationales Fluchtmuseum und das Bibliotheks- und Informationssystem der Universität Oldenburg (BIS).

Öffnungszeiten: Mo-Fr 8.00-24.00 Uhr, sonnabends und sonntags 10.00-19.00 Uhr.

15. Forschungspreis für Neurobiologin Kathrin Thedieck

Prof. Dr. Kathrin Thedieck, Leiterin des Labors für Metabolische Signaltransduktion des University Medical Center Groningen (UMCG) und der European Medical School (EMS) Oldenburg-Groningen, ist mit dem Forschungspreis der Deutschen Tuberöse Sklerose Stiftung ausgezeichnet worden. Die Wissenschaftlerin erhielt die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihre Forschungen zu den Signal- und Stoffwechselwegen von Tuberöser Sklerose (TSC). Die bisher kaum erforschte Krankheit verursacht tumorartige Veränderungen in fast allen Organen des menschlichen Körpers. In ihrem nun ausgezeichneten Forschungsprojekt hat Thedieck einen Signalweg identifiziert, der an den zellulären Veränderungen beteiligt ist, die mit der Krankheit einhergehen. Ziel ist es, neue Behandlungsstrategien zu entwickeln.

16. Soziologe Thomas Alkemeyer neuer Sprecher in Fachgesellschaft

Prof. Dr. Thomas Alkemeyer, Hochschullehrer für Soziologie und Sportsoziologie am Institut für Sportwissenschaft, ist in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie kürzlich zum Sprecher der Sektion „Soziologie des Körpers und des Sports“ gewählt worden. Er war zuvor bereits von 2005 bis 2010 Mitglied im Vorstand der Sektion.

17. Detlef Haberland neuer Präsident des Mitteleuropäischen Germanistenverbands

Der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Detlef Haberland ist zum neuen Präsident des Mitteleuropäischen Germanistenverbands (MGV) gewählt worden. Dem 2002 gegründeten Verein gehören Wissenschaftler/innen aus den Bereichen Literatur, Kulturwissenschaft und Linguistik aus dem deutschsprachigen Raum sowie aus Polen, Tschechien, Ungarn, den baltischen Staaten, Bulgarien, Kroatien, Slowenien, Rumänien, Frankreich, Großbritannien und den USA an. Haberland lehrt und forscht seit 2010 als außerplanmäßiger Professor am Institut für Germanistik der Universität und ist bereits seit 2007 am Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) wissenschaftlich tätig.

18. Meeresforscher Helmut Hillebrand erneut unter meistzitierten Wissenschaftler/innen

Prof. Dr. Helmut Hillebrand, Meeresbiologe und Biodiversitätsforscher an der Universität Oldenburg, zählt dem aktuellen Zitationsranking „Highly Cited Researchers“ zufolge weiter zu den weltweit meistzitierten Wissenschaftlern. Hillebrand, der auch Direktor des Helmholtz-Instituts für Funktionelle Marine Biodiversität (HIFMB) ist, wird als einer von weltweit gut 3.300 Forscherinnen und Forschern aus 21 Fachgebieten aufgeführt. Aus dem Bundesgebiet sind 200 Wissenschaftler/innen berücksichtigt.

19. Wissenschaftspreis für Forschung zu Smartglasses

Für seine Dissertation „Private Nutzung von Smartglasses im öffentlichen Raum“ hat der Jurist Dr. Thomas Schwenke den GDD-Wissenschaftspreis 2017 der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit e.V. (GDD) erhalten. Betreut wurde die Arbeit durch den Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Taeger (Department für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften). Die GDD begründet die Wahl ihres Preisträgers damit, dass sich Schwenke mit grundlegenden Fragen der Digitalisierung auseinandergesetzt habe, wie der Beziehung Mensch-Maschine, der Unterscheidung von öffentlichem und privatem Raum oder der Idee einer radikal transparenten Gesellschaft. Das mache die Arbeit zu einem wichtigen Beitrag für die Zukunft.

20. Termine

11. Dezember 2017, Schloss
Oldenburger Schlossgespräche

11. Dezember 2017, 18.00 Uhr, Interkultureller Treff (SSC)
Verleihung des DAAD-Preises

18. Januar 2018, 18.00 Uhr, Staatstheater
Neujahrsempfang von Universität und Universitätsgesellschaft

26. Januar 2018, 15.00 Uhr, A14
Absolvent/innenfeier Fakultät I

2. Februar 2018, 15.00 Uhr, A14
Absolvent/innenfeier Fakultät III

7. Februar 2018, 13.00 Uhr, Senatssaal (A14-111)
Empfang der internationalen Wissenschaftler/innen

9. Februar 2018, 16.00 Uhr, A 14
Absolvent/innenfeier Fakultät V

Webmaster (Stand: 10.09.2018)