Trauma-related Challenges in Dementia Care (TraCe)
Abteilung Präventions- und Rehabilitationsforschung
Department für Versorgungsforschung
Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Trauma-related Challenges in Dementia Care (TraCe)
Herausforderungen in der pflegerischen Versorgung von Menschen mit Demenz und Traumaerfahrungen
Projektleitung:
Prof. Dr. Kathrin Boerner (Abteilung Prävention- und Rehabilitation)
Prof. Dr. Rebecca Palm (Abteilung Pflegewissenschaft)
Wissenschaftliche Mitarbeit:
Katharina Reinhart, M.Sc.
Förderzeitraum:
Seit 01.03.2026
Projektförderung:
Eigenmittel
Projektbeschreibung:
In der pflegerischen Versorgung von Menschen mit Demenz haben das Wahrnehmen und Erkennen von potenziellen traumatischen Erfahrungen in der Lebensgeschichte eine große Bedeutung. Pflegehandlungen wie beispielsweise das Waschen oder Anziehen sowie bestimmte Geräusche, Gerüche oder Dialekte können Auslöser darstellen, die zu einem Wiedererleben traumatischer Erfahrungen oder zu einer Retraumatisierung führen.
In den letzten Jahren wurden die Zusammenhänge zwischen einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und Demenz zunehmend untersucht. Studien zeigten, dass Personen mit einer PTBS ein erhöhtes Risiko haben, im Laufe ihres Lebens an einer Demenz zu erkranken. Zudem wiesen Studien darauf hin, dass Demenz das Auftreten von einer PTBS mit verzögertem Symptombeginn (Delayed-onset PTSD) begünstigen kann. Diese Erkenntnisse beruhen vor allem auf Untersuchungen mit Kriegsveteranen und Holocaust-Überlebenden. Über spezifische Herausforderungen, die sich in der Versorgung von Menschen mit Demenz und traumatischen Erfahrungen ergeben, ist jedoch bislang wenig bekannt.
Das Forschungsprojekt Trauma-related challenges in dementia care (TraCe) untersucht das Erleben und die Erfahrungen von Pflege-, Beratungs- und Bezugspersonen im Umgang mit Menschen mit Demenz und traumatischen Erfahrungen. Im Fokus stehen dabei Herausforderungen in der pflegerischen Versorgung von Menschen mit Demenz und Traumata aufgrund sexualisierter Gewalt. Das Projekt umfasst sowohl eine strukturierte wissenschaftliche Literaturrecherche, als auch empirische Forschungsarbeiten. Im Rahmen eines Scoping Reviews wird zunächst der Forschungsstand systematisch aufgearbeitet und bestehende Forschungslücken identifiziert. Qualitative Datenerhebungen dienen dazu, ein umfassendes Verständnis über die Herausforderungen in der pflegerischen Versorgung und damit einhergehende Vulnerabilitäten, Umgangsstrategien, Ressourcen und bisher blinde Flecken zu gewinnen. Dabei kommen verschiedene Erhebungsmethoden, darunter problemzentrierte Interviews, zum Einsatz. Auf Grundlage der Forschungsergebnisse können Maßnahmen für eine traumasensible Versorgung entwickelt werden.