Donnerstag, 29.09.: Fokus "Gesellschaft"

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Team der Pädagogischen Woche

Dr. Verena Niesel
Fedor Stern
Ina Becker

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Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Zentrum für Lehrkräftebildung – Didaktisches Zentrum (DiZ)
Ammerländer Heerstr. 114-118
26129 Oldenburg

Donnerstag, 29.09.: Fokus "Gesellschaft"

Fokus "Gesellschaft: mündig & engagiert"

PROGRAMMÜBERSICHT

DETAILBESCHREIBUNGEN

Impulsvortrag (09:00-10:00 Uhr)

"Fit für die Zukunft – Was Schüler*innen dafür brauchen"
Jamila Tressel, Berlin

3-A1, 09:00-10:00 Uhr

Format: Impulsvortrag
Zielgruppe: alle Zielgruppen
TN-Begrenzung: keine Begrenzung

Beschreibung:

„Weg von der unmündigen Pflichterfüllung, hin zum mutigen, verantwortungsvollen und selbstdenkenden Individuum“, das ist die zentrale Botschaft von Jamila Tressel. Sie ist ehemalige Schülerin von „Schule im Aufbruch“ und wird darüber berichten, welche Erfahrungen sie in ihrem Schulleben gemacht hat. Sie wird Möglichkeiten und Ideen aufzeigen, die ihr und ihren Mitschüler*innen geholfen haben, sich mit Verantwortung sowohl für sich selbst als auch in der Gesellschaft auseinanderzusetzen und diese auch zu übernehmen. Sie fordert Mut zur Veränderung an unseren Schulen: Mehr Selbstständigkeit, mehr Verantwortung, mehr Erfahrungen für das Leben in der Gesellschaft. Das ist ihr Erfolgsrezept für mündige verantwortungsvolle Menschen.

Wahlangebote B (10:45-11:45 Uhr)

"Demokratisches Leben und Handeln lernen an der Modernen Schule Hamburg"
Axel Beyer, Moderne Schule Hamburg

3-B1, 10:45-11:45 Uhr

Format: Vortrag
Zielgruppe: alle Zielgruppen
TN-Begrenzung: keine Begrenzung

Beschreibung:

Die Moderne Schule Hamburg (MSH) ist eine allgemeinbildende Schule von der Vorschule, Grundschule bis zum Abitur mit internationaler Ausrichtung und gleichzeitig dem besonderen Profil „Demokratisch Leben und Handeln lernen“. Die Schule erfüllt einerseits die Anforderungen an den Unterricht entsprechend des Bildungsplans der Hamburger Schulbehörde und anderseits wird viel Raum und Zeit zur Ausformung des Schulprofils gegeben. Dies stellt hohe Anforderungen an eine gute Organisation des Schulalltags. „Demokratisches Leben und Handeln lernen“ ist kein Unterrichtsfach oder eine Aufgabe einzelner Lehrkräfte, sondern es prägt den Alltag der Schule in einer ganzen Reihe von Elementen. Zuständig dafür ist das gesamte Team, vom Hausmeister bis zur Schulleitung. Dieses Ziel ist nur dann zu erreichen, wenn alle Mitarbeiter*innen gut miteinander kommunizieren und einen intensiven Kontakt zu den Schüler*innen und Eltern haben.

In der Demokratieerziehung wird in Deutschland auf politische Entwicklungen im eigenen Land hingewiesen und aktuelle politische Ereignisse als Anlass für das Handeln in der Schule genommen. In der MSH wird das aktuelle Lernen entscheidend durch eine internationale Ausrichtung ergänzt, denn die Herausforderungen, vor der alle Länder stehen, hängen mit globalen wirtschaftlichen und politischen Veränderungen zusammen. Die MSH reagiert darauf, indem die Schüler*innen neben Deutsch und Englisch auch Chinesisch lernen.

In der Veranstaltung wird das Konzept der Schule mit vielen verschiedenen Beispielen aus dem Alltag vorgestellt.

"'Nur noch Utopien sind realistisch' – die Zukunftswerkstatt als Methode"
Nikolaj Schulte-Wörmann & Prof. Dr. Tonio Oeftering, Universität Oldenburg

3-B2, 10:45-11:45 Uhr

Format: Seminar
Zielgruppe: Sek I, Sek II, BBS
TN-Begrenzung: 25

Beschreibung:

Angesichts einer von Unsicherheit geprägten Gegenwart und Zukunft und des Scheiterns der großen Gesellschaftsentwürfe und Ideologien wie Kommunismus und Neoliberalismus postuliert Oskar Negt, nur noch Utopien seien realistisch.

Gesellschaftlicher Fortschritt und eine Überwindung aktueller Krisenerscheinungen wäre demzufolge nur unter Verzicht auf überlieferte „Rezepte“ gegen diese Krisen möglich, weil sich diese als untauglich erwiesen haben. Voraussetzung hierfür wäre jedoch, dass das utopische Denken „rehabilitiert“ wird, also Räume entstehen, in denen utopische Gesellschaftsentwürfe entwickelt und reflektiert werden können.

Im Zentrum des Seminars steht die Methode der Zukunftswerkstatt. Bei dieser Methode handelt es sich um ein mehrstufiges Verfahren, bei dem im Anschluss an eine kritische Bestandsaufnahme der Gegenwart in einem zweiten Schritt Vorstellungen einer geglückten Zukunft entworfen und auf Möglichkeiten ihrer Umsetzung hin reflektiert werden. Deswegen ist die Methode in besonderem Maße geeignet, Schüler*innen zum kritischen Denken anzuregen und sie gleichzeitig zu ermutigen, jenseits fatalistischer Resignation angesichts einer hochkomplexen und von Unsicherheit geprägten Gegenwart und Zukunft eigene positive Vorstellungen davon zu entwickeln, wie sie als gegenwärtige und zukünftige mündige Bürger*innen ihre Welt gestalten wollen.

"Gesellschaftliche Partizipation durch „Verantwortung" und „Herausforderung" an Schulen"
Anja Keiten & Merlin Hankel, IGS Oyten

3-B3, 10:45-11:45 Uhr

Format: Interaktiver Vortrag
Zielgruppe: Sek I, Sek II
TN-Begrenzung: 20-30

Beschreibung:

Die Schule ist die „Wiege“ der Gesellschaft, wenn man den Fokus auf die Entwicklung der Charakterbildung, die kognitive und affektive Sicht auf Lebewesen und die Welt richtet. Die jungen Menschen werden an diesem Ort, den sie besuchen müssen, stark geprägt. Jede Person, die sich mit Veränderungsprozessen der Gesellschaft befasst, kommt an Schule und Schüler*innen nicht vorbei. Für die Veränderungsprozesse in unserer Gesellschaft hat sich Schule bisher nur teilweise öffnen können. Das enge Fächerkorsett verhindert ein Denken in größeren systemischen Zusammenhängen. Junge Menschen, die den Zusammenhang zwischen Technik und Ethik durch die Schule erst zu trennen lernen (… „das gehört hier nicht hin“) haben später Schwierigkeiten, diese Dinge wieder „zusammen zu denken“. Es wird Zeit, dass sich die Schulen an den Interessen der Schüler*innen und den Global Goals ausrichtet, die von der UNESCO vorgeschlagen wurden.

Die IGS Oyten hat sich dieses zum Ziel gesetzt und schon viele Schritte auf diesem Weg zurückgelegt. Sie möchte über die Partizipation von Schüler*innen eine Schulgemeinschaft schaffen. Deshalb hat die Schulleitung beschlossen, Schüler*innen in den Gremien in Entscheidungsprozesse einzubinden. Des Weiteren geht es auch um die Partizipation der Schüler*innen in der Gesellschaft – hier wird die globale Ethik praktisch gelebt. Ziel ist es, dass sich junge Menschen direkt in Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse vor Ort und in der Welt einbringen. Dazu gibt es an der IGS Oyten unterschiedliche Formate, z.B. Podiumsdiskussionen mit Politiker*innen, öffentliche Messen und Präsentationen im Schulforum und die Fächer „Verantwortung“ und „Herausforderung“.

Mit unserer Konzeptvorstellung möchten wir Interessierte aufrufen, sich mit uns zu vernetzen. Unsere Fächer „Verantwortung“ und „Herausforderung“ überwinden mit vielen anderen Angeboten schon heute die Grenzen zwischen Schule und Gesellschaft.

"Die Neue Rechte – Digitale Bildungsangebote zum Umgang mit Extremismus und Hass im Netz"
David Salim, MyGatekeeper, Hannover

3-B4, 10:45-11:45 Uhr

Format: Interaktiver Vortrag
Zielgruppe: Sek I, Sek II, BBS
TN-Begrenzung: keine Begrenzung

Beschreibung:

Dieser interaktive Vortrag wird sich mit der Frage beschäftigen, wie zeitgemäße Unterrichtseinheiten entwickelt oder fächerübergreifende Projekte umgesetzt werden können, die sich mit den Themen „Hate Speech“ und Extremismus im Internet beschäftigen. In diesem Kontext werden Methoden, Narrative und Räume vorgestellt, die von der Neuen Rechten zur Ansprache von Schüler*innen im Internet genutzt werden. Oftmals handelt es sich dabei, neben den gängigen sozialen Medien, um unpolitische Plattformen oder Kanäle. Für Elternteile oder Lehrkräfte ist es in der Regel daher nur schwer nachzuvollziehen, worin bedenkliche Haltungs- oder Gemütsänderungen der Schüler*innen ihren Ursprung haben.

Anhand verschiedener Praxisbeispiele wird gezeigt, sowohl im Rahmen der curricularen Vorgaben als auch im Kontext themenbezogener Projektwochen, wie Radikalisierungsprävention, pädagogische Lernziele und digitale Medienkompetenz gemeinsam bearbeitet werden können. Das Ziel des Vortrages ist es, die Teilnehmenden darüber aufzuklären, was die potenziellen Gefahren für die Schüler*innen sind, aber auch welche Chancen sich durch den Einsatz digitaler Werkzeuge und Informationsangebote eröffnen können.

"Gelebte Partizipation und Förderung des Engagements von Schüler*innen im Schulalltag und darüber hinaus"
Kim Blanke & Katja Peper, Peer-Leader-International e.V., Ostrhauderfehn

3-B5, 10:45-11:45 Uhr

Format: Interaktiver Vortrag
Zielgruppe: alle
TN-Begrenzung: keine

Beschreibung:

"Die gegenwärtige gesellschaftliche Situation und das Erfordernis, mit dieser lösungsorientiert umzugehen, benötigt eine an sie neu angepasste Vorbereitung von Schüler*innen auf aktuelle und zukünftige Wirklichkeiten. Hierbei geht es nicht mehr nur um das Nachvollziehen von Realitäten, sondern vielmehr um die gemeinsame Lösungsfindung für komplexe Probleme. Im Vordergrund dieses Anspruchs stehen die von allen Nationen beschlossenen 17 Nachhaltigkeitsziele als Zukunftsversprechen für dieses Jahrzehnt sowie die Standards einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung, wie sie in Niedersachsen zuletzt im BNE-Erlass (gültig seit 01. Juni 2021) definiert wurden. Der Verein Peer-Leader-International e.V. setzt sich mittels informeller Bildungskonzepte und -projekte dafür ein, dass junge Menschen zu der Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft und der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele beitragen können. Ziel ist es, dass junge Menschen ganzheitliche Kompetenzen erlangen und ihre Potenziale entfalten können, gleich, welche Hintergründe und (Lern-)Bedürfnisse sie mitbringen. Dafür entwickelt der Verein Peer-Education-Konzepte für unser Bildungssystem, die u.a. die Elemente entgrenztes Lernen, vertikale und horizontale Vernetzung, Plattform-Lernen, intrinsische Motivation, soziales Engagement, Frei-Raum-Lernen sowie globale Kooperation an der Schule stärken.

Im Vortrag geben wir mit der Vorstellung unserer “Future-Peer”-Projekte einen Einblick in unsere Konzepte und lassen teilnehmende Schüler*innen zu Wort kommen. In diesem Projekt-Format werden je 2-6 Schüler*innen aus unterschiedlichen Schulen in Niedersachsen, Hamburg und Berlin zu sogenannten “Future-Peers” ausgebildet, die wiederum eigene Gruppen an ihren Schulen bilden, um eigenständig Projektideen im Sinne der 17 Nachhaltigkeitsziele zu entwickeln und diese auszuführen."

Wahlangebote C (13:00-14:00 Uhr)

"Datenschutz – Wieso, weshalb, warum?"
Jessica Wawrzyniak, Digitalcourage e.V., Bielefeld

3-C1, 13:00-14:00 Uhr

Format: Interaktiver Vortrag
Zielgruppe: alle Zielgruppen
TN-Begrenzung: keine Begrenzung

Beschreibung:

In dem Vortrag werden verschiedene Aspekte zum Datenschutz erläutert. Dabei wird geklärt, welche Datenspuren wir im Alltag und im Netz hinterlassen und wieso wir unsere privaten Daten schützen müssen, vor allem die unserer Kinder. Kinder und Jugendliche sind in vielerlei Hinsicht Profis an ihren Geräten, doch in Bezug auf Datenschutz brauchen sie Nachhilfe. Der Schutz der eigenen Privatsphäre, das Hinterfragen wirtschaftlicher Geschäftsmodelle und eine realistische Einschätzung über den Einfluss der Digitalisierung auf die Gesellschaft, sind Kernkompetenzen, die weit über den Begriff der Medienkompetenz hinausgehen: Wir sprechen hier von Grundsteinen für digitale Mündigkeit.

Kinder haben nicht immer genügend Abstand zu den Themen, um sich selbst zu helfen, denn sie sind selbst Teil der blühenden Geschäftsmodelle von Google, Amazon, Facebook, Microsoft & Apple, die sich durch Daten finanzieren. Daher müssen reflektierte Mediennutzung und schützende Handlungsmöglichkeiten (schrittweise) ab der Grundschule gelehrt werden. Die Referentin gibt Tipps, wie Lehrkräfte und Eltern – ohne selbst Expert*innen auf dem Gebiet zu sein – zur Aufklärung von Kindern beitragen können. Sie stellt in diesem Vortrag Lehrmittel für den Unterricht vor und hat konkrete Vorschläge, wie Schulen – im Zuge der Digitalisierung – zum Schutz ihrer Schüler*innendaten beitragen können.

"Dialog und Demokratie lernen mit dem Klassenrat"
Frank Beckmann, Mediationsstelle BRÜCKENSCHLAG e.V, Lüneburg

3-C2, 13:00-14:00 Uhr

Format: Interaktiver Vortrag
Zielgruppe: alle Zielgruppen
TN-Begrenzung: keine Begrenzung

Beschreibung:

Echte Dialogfähigkeit von Kindern und Jugendlichen scheint immer weniger selbstverständlich, ist jedoch für das Gelingen des Miteinanders (nicht nur) in der Schule grundlegend. Dialogfähigkeit mit Kindern und Jugendlichen entwickeln heißt, ihnen Hilfen und Gelegenheiten zu geben, wahrzunehmen und auszudrücken, was sie bewegt. Die Kinder sollen auch lernen, anderen „mit Ohren, Augen und Herz“ zuzuhören und aus dem Eigenen und dem Anderen etwas Gemeinsames zu entwickeln. Das Instrument Klassenrat bietet eine Struktur, in der Praxis entlang der Alltagsthemen einer Klassengemeinschaft Dialogfähigkeit einzuüben. Auf dieser Grundlage kann auch ein Ausbau der Demokratieerziehung durch die Einführung und Etablierung etwa von Schülerparlamenten geschehen; eine Reihe von Schulen haben hier Praxismodelle entwickelt. Der Vortrag will grundlegend orientieren zum Instrument Klassenrat und kurz vorstellen, wie Schulen daran anknüpfend weitere Elemente der Schüler*innen-Beteiligung und -Mitbestimmung nutzen können.

"Der ökologische Fußabdruck – die Folgen des eigenen Konsums"
Jan Meiners & Clemens Kanschat, BBS Ammerland, Bad Zwischenahn

3-C3, 13:00-14:00 Uhr

Format: Vortrag
Zielgruppe: Sek I, Sek II, BBS
TN-Begrenzung: 25

Beschreibung:

In dieser Veranstaltung wird das Konzept der Unterrichtseinheit „Fußabdruck auf dem Planeten“ vorgestellt, die in der Kategorie „Unterricht innovativ“ mit dem Deutschen Lehrerpreis 2019 ausgezeichnet wurde. In der Unterrichtseinheit ergründen und hinterfragen Schüler*innen die Folgen ihres eigenen Konsums an Hand von ausgewählten Themenkomplexen. Sie recherchieren Produktions- und Beschaffungswege und ermitteln dadurch den persönlichen CO2-Ausstoß und werden so für die Folgen ihres Konsumverhaltens sensibilisiert. Die Inhalte der Themenkomplexe recherchieren die Schüler*innen eigenständig in kleinen Gruppen. Die Ergebnisse werden in interaktiven Karten, Grafiken und Tabellen dargestellt.

Mit dieser Unterrichtseinheit wird das Fachwissen zum Klimawandel von den Ursachen bis hin zu den Folgen von den Lernenden selbstständig erarbeitet und die Schüler*innen lernen dadurch, ihr eigenes Handeln selbstkritisch zu reflektieren.

"Design Thinking in der Schule"
Joachim Oest, Deichdenker – Institut für zeitgemäße Bildung und Innovation, Borkum

3-C4, 13:00-14:00 Uhr

Format: Interaktiver Vortrag
Zielgruppe: alle Zielgruppen
TN-Begrenzung: 30

Beschreibung:

Früher konnten Lehrende davon ausgehen, dass die Inhalte, die sie im Unterricht vermittelten, Lernende ihr ganzes Leben begleiten. Das hat sich geändert und wirft neue Fragen auf. Die Schüler*innen werden später Berufe ausüben, die es heute vielleicht noch gar nicht gibt. Sie werden Technologien nutzen, die bisher noch nicht erfunden sind. Kurz: Sie werden in einer Welt leben, von der wir heute noch gar nicht genau wissen, wie sie aussehen wird. Wie können die Lernenden bestmöglich auf diese Realität vorbereitet werden? Sind neue Herangehensweisen erforderlich? Neue Herangehensweisen verlangen nach innovativen Veränderungen an den Schulen. Design Thinking ist eine Möglichkeit, diesen Veränderungsprozess in Gang zu setzen. Design Thinking ist ein systematischer Innovationsansatz, der hilft, neuartige Lösungen für Probleme unterschiedlicher Art zu entwickeln. Ausgangspunkt und Fokus sind dabei die Bedürfnisse der Nutzer*innen, für die die Lösung entwickelt wird.

"Mit „Klarer Kante“ gegen Hate Speech, Populismus und Bullshit"
Dr. Thomas Thielen, Studienseminar Stadthagen, Garbsen

3-C5, 13:00-14:00 Uhr

Format: Interaktiver Vortrag
Zielgruppe: Sek I, Sek II
TN-Begrenzung: 50

Beschreibung:

In Zeiten von Covidiotie, Rechtspopulismus und Angriffskrieg ist die Rhetorik in so dunkler Mission unterwegs wie lange nicht mehr: „Wie kann ich am wirkungsvollsten die Realität so verbiegen, dass mein Fähnchen den richtigen Wind erhält?“, scheint sich die halbe Welt zu fragen. Es ist wie bei Star Wars: Wie die dunkle Seite der Macht von den Jedi, so kann eloquente Manipulation durch diskurslogische Aufklärung besiegt werden. In KLARE KANTE geht es darum, miese Argumente und emotionalisierende Verkleidungen für kompletten Unsinn entdecken, kontern und am besten noch elegant einsehbar machen zu lernen. Wie tritt man in den Sozialen Medien Hate Speech gegenüber, ohne sich selbst in Empörung ein stumpfes Schwert zuzuteilen? Wie führt man Gespräche so, dass Gesprächspartner wie Guérot, Gauland, Goebbels als, im wahrsten Sinne, Schwach-Sinn-iges Sprechende sichtbar werden? Und wenn Sie jetzt, durch die Alliteration dazu manipuliert, unterstellen wollten, dieser Text hätte diese drei gleichgesetzt, sollten Sie auf jeden Fall mal vorbeischauen; denn dann wären Sie genau auf die Tricks reingefallen, die dekodieren zu lehren die Veranstaltung antritt.

Wahlangebote D (14:30-15:30 Uhr)

"Schule lehrt Vielfalt – „Regenbogenkompetenz“ als Zukunftskompetenz"
Leo Lunkenheimer, Stiftung Akademie Waldschlösschen, Gleichen

3-D1, 14:30-15:30 Uhr

Format: Interaktiver Vortrag
Zielgruppe: alle Zielgruppen
TN-Begrenzung: 30

Beschreibung:

Eine Schülerin outet sich als trans*, ein Kind an der Schule hat zwei Mütter, eine Kolleg*in ist intergeschlechtlich und gleichzeitig wird „schwul“ weiterhin als Schimpfwort auf dem Schulhof benutzt. Geschlechtliche Vielfalt und sexuelle Orientierung sind per se Thema an Schulen und dieses wird implizit in den unterschiedlichsten Konstellationen und Wertungen in Klassenzimmern sowie unter Kindern und Jugendlichen behandelt. Explizit findet dieser Themenkomplex nur langsam angemessen Einzug in Curricula und Schule im Allgemeinen. Dabei benötigen LGBT*IQ+ bzw. queere Kinder und Jugendliche im Besonderen Unterstützung bei der Erarbeitung ihrer Identität (vgl. Watzlawik, 2020).

Dieser interaktive Vortrag gibt einen Überblick darüber, was sexuelle und geschlechtliche Vielfalt meint. Es soll eine Sensibilisierung angestoßen werden, um Vorurteilen und Unsicherheit im Umgang mit queeren Menschen (vgl. Hackbart, 2020) reflektiert zu begegnen. Anhand von deutschen Studienergebnissen (u. a. Decker et al., 2020; Krell & Oldemeier, 2018; Krell & Oldemeier, 2015) und Erfahrungen der Vortragenden in Schulklassen und Lehrkräftefortbildungen werden die Fragen diskutiert: Wie sieht die Lebensrealität queerer Jugendlicher überhaupt aus? Welche Unterstützung brauchen sie? Und wie können alle Schüler*innen von einer vielfaltsoffenen Pädagogik profitieren?

Schließend werden Möglichkeiten der thematischen Vertiefung erörtert. Im Speziellen wird die positiv evaluierte Lehrkräfte-Fortbildungsreihe der Akademie Waldschlösschen und deren Angebote für Beratungsweiterbildungen präsentiert. Der Input richtet sich an Menschen mit wenig Vorwissen, die das Themenfeld geschlechtliche und sexuelle Vielfalt in ihrer Arbeitspraxis mehr in den Blick nehmen möchten.

"Künstliche Intelligenz erkennen, entdecken, erklären"
Prof. Dr. Ira Diethelm, Universität Oldenburg

3-D2, 14:30-15:30 Uhr

Format: Vortrag
Zielgruppe: Primar, Förder, Sek I
TN-Begrenzung: keine Begrenzung

Beschreibung:

Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung hält auch künstliche Intelligenz Einzug in viele Alltagsbereiche. Vielen Menschen macht dies Angst, auch weil wir nicht so recht wissen, welche Prinzipien dahinterstecken und welche Veränderungen noch zu erwarten sind. Die meisten Lehrkräfte aller Schulformen haben hierzu nichts studiert und stehen den Fragen von Kindern manchmal hilflos gegenüber: „Woher weiß Siri, wo der nächste Supermarkt ist?“, „Werden Roboter mein Zimmer aufräumen können?“ oder „Werden KIs irgendwann die Macht übernehmen?“. In diesem Vortrag soll das Feld KI zunächst ausgehend von Alltagsvorstellungen aufgespannt und strukturiert werden. Im Anschluss daran werden neue Unterrichtsmaterialien des freien Pakets IT2School vorgestellt, die das Thema KI ab der Grundschule aufgreifen und Kinder und Lehrkräfte befähigen hiermit selbstbestimmter umzugehen und dazu auch als Fachfremde spannenden Unterricht zu gestalten.

"Schüler*innen fragen nach – Workshop in a Box"
Lena Stelling, beWirken – Jugendbildung auf Augenhöhe gUG, Lüneburg

3-D3, 14:30-15:30 Uhr

Format: Interaktiver Vortrag
Zielgruppe: Sek I, Sek II, BBS
TN-Begrenzung: keine Begrenzung

Beschreibung:

Das innovative Bildungsformat und Material des „Workshop in a Box: Schüler*innen fragen nach“ von beWirken bringt Mitbestimmung in die Schule und setzt einen niedrigschwelligen Impuls, Bildung zu verändern. In diesem interaktiven Vortrag stellen wir das Format vor und Sie bekommen Tipps für die Anwendung in Ihrer Schule. Eine Box enthält das gesamte Material für einen Workshop, dessen Kernelement eine selbst entwickelte digitale Schülerumfrage ist, die von den Schüler*innen an der eigenen Schule durchgeführt wird. Die Schüler*innen durchlaufen einen Prozess, in dem sie sich damit auseinandersetzen, was für sie gute Schule ausmacht, was sie in ihrer Schule verändern wollen und wie das gelingen kann. Mit der digitalen Schülerumfrage ermöglichen Sie die Beteiligung aller Schüler*innen und überprüfen ihre Hypothesen.
Der Workshop basiert auf Ansätzen aus dem Design Thinking und nutzt die von beWirken selbst entwickelte Jugendbeteiligungs-App Snippet. Dieses Workshopformat stärkt Demokratie an Schule, ermöglicht Selbstwirksamkeitserfahrungen und kann sogar als Anstoß für Schulentwicklung dienen. Das Format richtet sich primär an Schülervertretungen, kann jedoch auch von anderen Schülergruppen (z.B. AGs) umgesetzt werden. Die Box enthält alle Materialien, die es braucht, um den Workshop als Lehrkraft ohne viel eigene Vorbereitung durchzuführen. Sie kann alternativ auch komplett selbstständig von den Schüler*innen genutzt werden.

"Nachhaltige Lebensstile entwickeln mit der „Klimaschutzschule“ und den 17 „Goals in the Box“"
Edgar Knapp & Dana Wölki, Umweltbildungszentrum Stadt Oldenburg

3-D4, 14:30-15:30 Uhr

Format: Seminar
Zielgruppe: Sek I, Sek II, BBS
TN-Begrenzung: 24

Beschreibung:

In der „Klimaschutzschule“ werden im Dreischritt von Erkennen – Bewerten – Handeln die Herausforderungen, die der Klimawandel an uns und zukünftige Generationen stellt, bearbeitet und individuelle Lösungen für den Alltag auf kreative Weise entdeckt. Zunächst eignen sich die Schüler*innen an E-Learning-Stationen Grundlagen und Hintergründe zu den Themenfeldern Klimawandel an. Ihre individuellen klimarelevanten Lebensstilentscheidungen werden abgefragt und symbolische CO2-Äquivalente als Holzklötze in einen realen (Klima-)Rucksack gefüllt, der von Station zu Station schwerer wird. In der Bewertungs- und Handlungsphase begeben sich die Jugendlichen auf eine fiktive Lernreise in das Jahr 2040 und entwerfen in Kleingruppen klimafreundliche und nachhaltige Zukunftsvisionen, die sie zugleich lebens- und erstrebenswert finden und die ihren Klimarucksack entlasten können.
Mit unserem neuen Unterrichtsangebot „Goals in the Box - Mit 17 Zielen um die Welt“ wird gezeigt, dass die Nachhaltigkeitsziele nicht nur von den Regierungen aller Staaten, sondern von jeder und jedem umgesetzt werden können. Mit 17 Rätselboxen können sich Schüler*innen in Zweiergruppen mit Knobeleien, Spielen und Aufgaben innerhalb von sechs Unterrichtsstunden mit der globalen und der lokalen Bedeutung und den eigenen Umsetzungsmöglichkeiten der Nachhaltigkeitsziele beschäftigen.

"Leben lernen – ein neues Projekt an der Waldschule Hatten"
Silke Müller & Hauke Behrens, Waldschule Hatten

3-D5, 14:30-15:30 Uhr

Format: Vortrag
Zielgruppe: alle Zielgruppen
TN-Begrenzung: keine Begrenzung

Beschreibung:

Verträge lesen und verstehen, Briefe schreiben, sich im Tarifdschungel zurechtfinden, medien-, sozial- und berufskompetent sein, sich richtig ernähren, einen Haushalt führen, die Finanzen im Griff haben, sich auf dem gesellschaftlichen Parkett durch gute Etikette und durch die Fähigkeit gekonnter Kommunikation sicher bewegen: all dass sollen unsere Kinder heute möglichst können, wenn sie ins Erwachsenenleben eintreten. Das lernen sie jedoch nicht von selbst und leider auch nicht mehr zuverlässig außerhalb von Schule. Deshalb haben wir uns gedacht: Wir müssen unserer Verantwortung gerecht werden – wir machen das Leben zum Unterrichtsfach. In diesem Unterrichtsfach soll Lebenskompetenz vermittelt werden. Wie sich das Fach in die institutionalen und organisatorischen Rahmenbedingungen einbettet, welche Lehrkräfte es unterrichten und wie das Fach bewertet wird, erfahren Sie in unserem Vortrag.

(Stand: 28.06.2022)