Vorgängerprojekt QiS
Kurz erklärt: Im Vorgängerprojekt QiS wurden auf Grundlage von 104 videografierten Unterrichtsstunden, 70 videostimulierten Interviews und Expert:innenworkshops normative Ansprüche, typische Anforderungssituationen und darauf bezogene Kompetenzprofile entwickelt. Daraus entstand eine Lehrsequenz aus Seminar, Praxissemester und E-Portfolio, deren Wirkungen mit drei videovignettenbasierten Testskalen untersucht wurden.
Das Projekt Qualifizierung angehender Sportlehrkräfte für einen inklusiven Sportunterricht (QiS) entwickelte und evaluierte eine kompetenzbasierte Lehrsequenz für die erste Phase der Sportlehrkräftebildung. Ausgangspunkt war der Befund, dass sich viele angehende und praktizierende Lehrkräfte auf den Unterricht in heterogenen Lerngruppen nicht ausreichend vorbereitet fühlen (Reuker et al., 2016). Besonders anspruchsvoll sind Situationen, in denen Lehrkräfte unter Zeit- und Handlungsdruck relevante Aspekte wahrnehmen, einordnen und angemessen entscheiden müssen.
Die empirische Grundlage bildeten 104 videografierte Unterrichtsstunden aus 14 Klassen an sechs Schulen sowie 70 videostimulierte Recall-Interviews. Auf dieser Basis wurden drei normative Ansprüche, elf typische Anforderungssituationen und darauf bezogene Kompetenzprofile herausgearbeitet (Erhorn & Langer, 2022). Diese Grundlagen flossen in eine Lehrsequenz ein, die ein universitäres Seminar mit videografischer Fallarbeit, ein begleitetes Praxissemester und ein E-Portfolio verband (Langer & Erhorn, 2023a, 2023b).
Zur Evaluation entwickelte das Projekt drei videovignettenbasierte Testskalen zu Anerkennung, individueller Förderung und Teilhabe (Langer et al., 2022, 2023, 2024). Die Studien zeigten deutliche Kompetenzzuwächse im Seminar. Die Entwicklung im Praxissemester fiel je nach Anspruchsdimension unterschiedlich aus. Diese Ergebnisse unterstreichen, dass Aufgaben, Begleitung und organisatorische Einbettung bei einem Transfer in neue Bildungskontexte mitentwickelt werden müssen (Erhorn et al., 2023, 2025).
