Transferverständnis
Kurz erklärt: Transfer wird nicht als Weitergabe eines fertigen Wissenspakets verstanden, sondern als gemeinsamer Entwicklungsprozess. Wissenschaft, Bildungspraxis und Bildungsadministration bestimmen relevante Handlungsprobleme, passen Lösungen an den jeweiligen Kontext an, erproben sie und entwickeln sie auf Grundlage der Erfahrungen weiter.
Transfer scheitert häufig, wenn wissenschaftlich entwickelte Konzepte wie fertige Wissenspakete an die Praxis weitergegeben werden. Unterschiedliche institutionelle Logiken, Anforderungen und Handlungsmöglichkeiten können dazu führen, dass ein Konzept im jeweiligen Nutzungskontext nicht hinreichend anschlussfähig ist (Schäffter, 2017; Schmiedl, 2022).
QiS-Transfer versteht Transfer deshalb als relationalen und ko-konstruktiven Entwicklungsprozess. Wissenschaft, Bildungspraxis und Bildungsadministration schaffen einen gemeinsamen Arbeitszusammenhang, in dem sie relevante Handlungsprobleme bestimmen, Lösungen an die jeweiligen Bedingungen anpassen, erproben und gemeinsam weiterentwickeln.

Diesen Prozess gestaltet der Verbund in zwei Zyklen des Design-Based Research. Die Wissenschaft bringt den empirisch fundierten Transfergegenstand, theoretische Perspektiven sowie Verfahren der Begleitforschung und Evaluation ein. Die Partner:innen aus Praxis und Bildungsadministration steuern ihr Erfahrungswissen, ihre Bedarfe und ihre Kenntnisse der institutionellen Rahmenbedingungen bei. Auf diese Weise entstehen Lehr-Lern-Formate, die fachlich begründet und im jeweiligen Kontext nutzbar sind (McKenney & Reeves, 2012; Komorek & Prediger, 2013).
Bei der Entwicklung und Untersuchung der Transferstrategie berücksichtigt QiS-Transfer förderliche und hemmende Bedingungen auf mehreren Ebenen. Dazu gehören Merkmale des Transfergegenstandes, die Qualität der Unterstützungsangebote, die Voraussetzungen der implementierenden Personen sowie organisationale und institutionelle Rahmenbedingungen. Die Untersuchung verbindet fachbezogene Evaluation mit Implementations- und Governanceforschung (Schrader et al., 2020).
