Teilprojekte

Vier Forschungsteams aus dem Norden Deutschlands arbeiten Hand in Hand – jedes Teilprojekt fokussiert einen entscheidenden Baustein der inklusiven Sportbildung:

Teilprojekte

Teilprojekt Oldenburg

Funktionen und Forschungsschwerpunkt

Im Teilprojekt am Standort Oldenburg werden zwei zentrale Funktionen übernommen: die übergeordenete Verbundkoordination sowie die inhaltliche Leitung des Transfers in Niedersachsen. Der Fokus liegt dabei auf der kontextspezifischen Adaption und Evaluation der videografischen Fallarbeit.

Das Teilprojekt Oldenburg verbindet Transferarbeit und Forschung besonders eng. Dabei liegen die Schwerpunkte auf:

  • dem Netzwerkmanagement, um die Transferbündnisse organisatorisch und inhaltlich-konzeptionell zu begleiten (→ Zusammenschlüsse aus Wissenschaft, Weiterbildungspraxis und Bildungsadministration)
  • der Adpation, die die Transfergegenstände an die spezifischen Zielgruppen und Kontexte in Niedersachsen anpasst
  • der Verankerung, um die Lehr-Lern-Formate auf drei Ebenen nachhaltig zu etablieren auf den Ebenen der Lehrkäftebildung, Lehrkräfteweiterbildung und der regionalen Schul(sport)entwicklung

Zentrale Forschungsfragen

Zentrale Forschungsfragen sind unter anderem: 

  • Wie verändern sich Lehr-Lern-Formate durch kontextspezifische Adaptionen?
  • Welche Faktoren beeinflussen die Wirksamkeit videografischer Fallarbeit?
  • Welche Rolle spielen Relevanzwahrnehmung, Unterstützung und institutionelle Einbettung?

Methodik

Methodisch arbeitet das Teilprojekt mit qualitativen Verfahren (Beobachtungen, Artefaktanalysen),quantitativen Kompetenztests auf Basis etablierter Vignetteninstrumente sowie der systematischen Rückkopplung der Ergebnisse in die DBR-Zyklen. Ein zusätzlicher Schwerpunkt liegt auf der Evaluation der Digital-Media-Strategie: Website, Open Educational Resources, Social-Media-Formate. Damit leistet Oldenburg einen zentralen Beitrag zur Dissemination und nachhaltigen Verankerung der Projektergebnisse.

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Das Team

Prof. Dr. Jan Erhorn

Projektleitung

Universität Oldenburg

E-Mail:

Marleen Mühlenberg

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Universität Oldenburg

E-Mail:

 

Dr. Tobias Hillebrand

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Universität Oldenburg

E-Mail:

Teilprojekt Flensburg

Schwerpunkt: Qualitative Governance‑Analyse – Wie wirken Diskurse, Kommunikationsprozesse und institutionelle Routinen im Transferprozess?

Das Flensburger Teilprojekt untersucht, wie Konzepte inklusiver Bildung in Lehrer*innenbildung und Schule übertragen, angepasst und wirksam gemacht werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie wissenschaftliches Wissen, professionelle Routinen, administrative Vorgaben und schulische Praxis im Transfer zusammenspielen und wo dabei Spannungen entstehen. Transfer wird dabei nicht als einfache Weitergabe von Erkenntnissen verstanden, sondern als gemeinsamer Aushandlungs- und Übersetzungsprozess. Ziel ist es, empirisch sichtbar zu machen, unter welchen Bedingungen Transfer gelingt, wo er an Grenzen stößt und wie inklusive Bildung in schulischen Ordnungen verhandelt wird.

Das Flensburger Teilprojekt nimmt diese Zielsetzung aus einer gouvernancetheoretischen und qualitativ-rekonstruktiven Perspektive in den Blick. Im Zentrum steht die Frage, wie Transferkonzepte für inklusive Bildung in Schule und Lehrer*innenbildung praktisch hervorgebracht, koordiniert, legitimiert und begrenzt werden. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass in den vergangenen Jahren zahlreiche Konzepte, Module und Materialien zur Förderung inklusiver Bildung entwickelt wurden, deren Überführung in schulische Praxis jedoch vielfach hinter den Erwartungen zurückbleibt. Dies verweist weniger auf ein bloßes Anwendungsdefizit als auf grundlegende Spannungen zwischen wissenschaftlichem Wissen, professionellen Routinen, institutionellen Steuerungslogiken und schulen Problemwahrnehmungen.
Das Projekt untersucht Transfer daher nicht als lineare Weitergabe wissenschaftlicher Erkenntnisse, sondern als relationale, ko-konstruktive und konflikthafte Praxis. Aus praktikentheoretischer Perspektive wird gefragt, wie Akteur*innen in Prozessen des „doing Transfer“ Wissen übersetzen, Zuständigkeiten aushandeln, Erwartungen stabilisieren oder verschieben und dabei zugleich normative Vorstellungen von Inklusion, Leistung, Professionalität und schulischer Machbarkeit aktualisieren. Eine gouvernancetheoretische Perspektive ermöglicht es, diese Prozesse als Zusammenspiel unterschiedlicher Steuerungsformen zu analysieren: wissenschaftliche Evidenz, administrative Vorgaben, professionelle Deutungen und schulische Routinen treten nicht bruchlos ineinander, sondern erzeugen spezifische Passungsprobleme.
Ziel des Teilprojekts ist es, Möglichkeiten und Grenzen von Transferkonzepten für inklusive Bildung empirisch sichtbar zu machen. Damit soll ein vertieftes Verständnis dafür entwickelt werden, unter welchen Bedingungen Transfer gelingt, wo er blockiert wird und inwiefern gerade inklusive Bildung als umkämpfter Gegenstand in exkludierenden schulischen Ordnungen erscheint.

Das Team

Prof. Dr. Jürgen Budde

Teilprojektleitung

Universität Flensburg

E-Mail:

Dr. Eik Gädeke

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Universität Flensburg

E-Mail:

Teilprojekt Kiel

Das Teilprojekt am Standort Kiel verantwortet die inhaltliche Leitung des Transfers des Lehr-Lern-Formats in Schleswig-Holstein. 

Der Fokus liegt, analog zum Standort Oldenburg, dabei besonders auf der kontextspezifischen Adaption und evaluationsbasierten Weiterentwicklung des Transfergegenstandes unter ko-konstruktiver Einbindung aller beteiligten Akteur:innen.

Dazu sollen unterschiedliche Transferbündnisse sowie ein Transfer- und Transformations-Hub im Land etabliert werden. Intendiert ist eine nachhaltige, an die Spezifika und Bedarfe verschiedener Transferkontexte (universitäre Lehrkräftebildung, Lehrkräftefort- und -weiterbildung, regionale Schul(sport)entwicklung) angepasste Implementierung des Lehr-Lern-Formats. Im Sinne eines Design Based Research-Ansatzes soll der Transfergegenstand über zwei Zyklen hinweg weiterentwickelt werden.

Zentrale Forschungsfragen, die in diesem Rahmen untersucht werden sollen, fokussieren unter anderem unterschiedliche Einflussfaktoren auf die Weiterentwicklung situationsspezifischer Fähigkeiten, die Effekte der jeweiligen Interventionen auf diese Fähigkeiten sowie die wahrgenommene Relevanz des Lehr-Lern-Formats für die Teilnehmenden.

Methodisch sind qualitative Verfahren (Beobachtungen, Artefaktanalysen, Gruppendiskussionen, Protokolle lauten Denkens) sowie quantitative Kompetenztests auf Basis etablierter Vignetteninstrumente vorgesehen.

Das Team

Prof. Dr. Britta Fischer

Britta Fischer hat die Professur für Sportpädagogik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Sie arbeitet insbesondere im Bereich der Digitalisierung in sportbezogenen Handlungsfeldern, der Professionalisierung von (angehenden) Sportlehrkräften, der Motivationsförderung im (Schul-)Sport und zu gesundheitsbezogenen Fragestellungen.

E-Mail:

Dr. Astrid Schmidt

Astrid Schmidt ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am ISW der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Abteilung Sportpädagogik und Sportdidaktik. Ihre aktuellen Forschungsinteressen liegen in den Bereichen der Professionalisierung von (angehenden) Sportlehrkräften, der Unterrichtsqualität und Qualitätsentwicklung im Fach Sport sowie virtuellen Lehr-Lern-Szenarien (VR-Sporthalle) zur Förderung der professionellen Wahrnehmung und Performanz im Sportunterricht.

E-Mail:

Teilprojekt Osnabrück

Forschungsvorhaben


Wie gelingt Transfer in der Praxis?

Am Standort Osnabrück untersuchen wir, unter welchen Bedingungen innovative Lehr-Lern-Formate für inklusiven Sportunterricht erfolgreich umgesetzt werden können. Uns interessiert, was den Transfer in die Praxis unterstützt – und was ihn erschwert. Dabei schauen wir auf unterschiedliche Kontexte: die universitäre Lehrkräftebildung, die Lehrkräfteweiterbildung und den schulischen Ganztag.

Forschungsschwerpunkt


Wie können wissenschaftlich entwickelte Konzepte nachhaltig in der Praxis ankommen?
Wir beschäftigen uns mit der Frage, wie evidenzbasierte videografische Fallarbeit für inklusiven Sportunterricht erfolgreich umgesetzt und langfristig verankert werden kann. Im Mittelpunkt stehen Bedingungen, die den Transfer fördern oder behindern – zum Beispiel Kooperation, Rahmenbedingungen oder die Perspektiven der Beteiligten. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie Innovationen in unterschiedlichen Bildungsbereichen wirksam werden können.

Ziele des Standorts Osnabrück


Was möchten wir erreichen?
• förderliche und hinderliche Bedingungen für erfolgreichen Transfer identifizieren 
• verstehen, wie innovative Lehr-Lern-Formate in verschiedenen Kontexten umgesetzt werden 
• Erkenntnisse für eine nachhaltige Verankerung inklusiver Bildungsangebote gewinnen 
• die Weiterentwicklung evidenzbasierter Transferstrategien unterstützen 

Aufgaben des Standorts Osnabrück


Was macht Osnabrück im Projekt?
Der Standort Osnabrück begleitet die Implementations- und Transferforschung im Projekt. Wir untersuchen, wie der Transfergegenstand in unterschiedlichen Kontexten aufgenommen, umgesetzt und langfristig genutzt wird. Dafür arbeiten wir eng mit den anderen Projektstandorten zusammen und verbinden quantitative Forschung mit qualitativen Erkenntnissen aus dem Projektverbund.

Zusammenarbeit im GI-Hub 


Wie arbeiten die Standorte zusammen?
Im Governance- und Implementationsforschungs-Hub (GI-Hub) arbeitet Osnabrück eng mit dem Standort Flensburg zusammen. Während in Flensburg Austauschprozesse, Perspektiven und Praktiken qualitativ untersucht werden, analysiert Osnabrück quantitative Bedingungen für erfolgreiche Implementation und nachhaltigen Transfer. So entsteht ein umfassender Blick auf Veränderungsprozesse in der Praxis.

Relevanz


Warum ist das wichtig?
Gute Konzepte allein reichen oft nicht aus – entscheidend ist, ob sie in der Praxis angenommen und dauerhaft genutzt werden. Deshalb untersucht der Standort Osnabrück, wie evidenzbasierte Ansätze für inklusiven Sportunterricht nachhaltig in Aus-, Fort- und Weiterbildung verankert werden können.
 

Das Team

Prof. Dr. Christian Reintjes

Teilprojektleitung

Universität Osnabrück

E-Mail:

Dr. Isabelle Winter

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Universität Osnabrück

E-Mail:

(Stand: 11.06.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p118922
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