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Institut für Geschichte  (» Postanschrift)

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Mittwochs 14.15-15 Uhr (ab 27.10.21) und nach Vereinbarung

Shirin S. Schnier

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Zur Person

Forschungs - und Dissertationsprojekt

Zukunftsforschung und Prognostik in der Sowjetunion der 1960er bis 80er Jahre

Das Forschungsvorhaben beschäftigt sich mit der von der sowjetischen wissenschaftlichen Intelligenz betriebenen Zukunftsforschung, insbesondere der Prognostik, die sich im „Tauwetter“ der Chruščev-Ära als eigener Wissenschaftsbereich etablierte, in enger Verbindung mit Kybernetik und Computertechnologie zur wissenschaftlichen Grundlage des Regierens erklärt wurde und unter Brežnev zur elementaren Methodik der Planwirtschaft aufstieg. Als Bestandteil umfassender technokratischer Modernisierungsvisionen hatte die Prognostik neben technisch-wissenschaftlichen und wirtschaftlichen dabei auch stets eine deutliche soziale Komponente.

Das Dissertationsprojekt fragt nach den in den sowjetischen Wissenschaftsdiskursen anzutreffenden Zukunftsvorstellungen und setzt sie in Beziehung zu zeitgenössischen internationalen Trends der Futurologie. Darüber hinaus schlägt das Projekt eine Brücke von der wissenschaftlichen Theorie zur Praxis und behandelt Implementierungsversuche entwickelter Zukunftsmodelle im sozialen Raum.

Einer breiteren gesellschaftlichen Rezeption ausgesetzt, stieß der offizielle Zukunftsdiskurs vielschichtige Modernisierungs- und Fortschrittsdebatten an, die zunehmend auch modernekritische Stimmen beinhalteten. Letztere sollen als mögliche Indikatoren einer sowjetischen reflexiven Moderne beleuchtet werden.

(Stand: 05.07.2021)