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Pädagogik und Didaktik der Emotionalen und Sozialen Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung inklusiver Bildungsprozesse

Prof. Dr. Blanka Hartmann

JJW 1-119

Postanschrift

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Fakultät I - Bildungs- und Sozialwissenschaften
Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik
Gebäude JJW
Ammerländer Heerstraße 114-118
26129 Oldenburg

Die Postfächer der Fachgruppe befinden sich in Raum JJW 1-115

Fachgruppe Pädagogik und Didaktik der Emotionalen und Sozialen Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung inklusiver Bildungsprozesse

Herzlich Willkommen

Unser Leitbild

Die Fachgruppe „Pädagogik und Didaktik der Emotionalen und Sozialen Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung inklusiver Bildungsprozesse“ verfolgt in Bezug auf die Zielgruppe/n, das Selbstverständnis, das Begriffs- und Inklusionsverständnis sowie den Auftrag in Lehre und Forschung das folgende Leitbild.

 

Präambel

Die Fachgruppe identifiziert sich mit einer bedürfnis-, ressourcen- und lösungsorientierten Pädagogik im Sinne eines humanistisch geprägten Menschenbildes, das die Partizipation aller zum Ziel hat. 

Ein zentraler Aspekt fokussiert die Triade Wahrnehmen – Verstehen – Handeln: Erst die professionelle Wahrnehmung von Verhaltensweisen bzw. Störungen des Verhaltens schafft die Voraussetzung dafür, ein pädagogisches Verstehen zu ermöglichen. Dieses ist die Grundlage für professionelles Handeln: Jedes menschliche Verhalten ist ein subjektiv problemlösendes.

Lösungen für erschwerte Erziehungs- und Bildungsprozesse bilden in der Pädagogik bei Verhaltensstörungen den Kern des Faches. Der Fokus des Faches liegt somit auf der mehrstufigen Prävention von Beeinträchtigungen in der sozial-emotionalen Entwicklung in den Lebensabschnitten Kindheit und Jugend.

 

Zielgruppe/n

Die Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte der Fachgruppe fokussieren dabei Kinder und Jugendliche mit emotionalen und sozialen Beeinträchtigungen, die innerhalb der schulischen und außerschulischen Organisationsformen eines gestuften Systems sonderpädagogischer Förderung unterstützt werden. Das dabei adressierte fachliche Spektrum reicht von inklusiven bis hin zu intensivpädagogischen Settings und versucht somit die Spezifität und Heterogenität von emotionalen und sozialen Beeinträchtigungen der Zielgruppe zu berücksichtigen. Dabei ist die schulische, berufliche und gesellschaftliche Partizipation von Kindern und Jugendlichen mit emotionalen und sozialen Beeinträchtigungen primäre Zielsetzung.

 

Fachliches Selbstverständnis

Aus der Perspektive der Fachgruppe sind folgende Aspekte im fachlichen Selbstverständnis hervorzuheben.

  • Die Genese von emotionaler und sozialer Beeinträchtigung wird als komplexer Prozess der Wechselwirkungen biopsychosozialer Risikofaktoren und gesellschaftlicher Zuschreibungsprozesse verstanden, die unterschiedliche wissenschaftliche Erklärungsmodelle berücksichtigt.
  • Im Rahmen eines interaktionistischen Verständnisses bilden emotionale und soziale Beeinträchtigungen eine Problematik im Person-Umfeld-Bezug.
  • Verhaltensweisen werden als individuelle Bewältigungsstrategien betrachtet, die zeit- und kulturspezifischen Normen unterliegen und als adaptiv oder maladaptiv wahrgenommen werden.
  • Der Handlungsansatz zur Wahrnehmung und Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen basiert auf einer ressourcenorientierten Sichtweise.
  • In der schulischen und außerschulischen Förderung ist eine hohe Fachlichkeit gefordert, die sich auf ein flexibel auf die Bedarfe in der Praxis ausgerichtetes gestuftes System professioneller Förderung stützen kann.
  • Viele Heranwachsende bedürfen vor diesem Hintergrund komplexer Förderarrangements, wobei der Kooperation und Vernetzung der professionellen Akteurinnen und Akteure ein besonderer Stellenwert zukommt.

 

Begriffsverständnis

Die Fachgruppe verfolgt einen mehrperspektivischen Ansatz, der den schulischen und außerschulischen Dimensionen Rechnung trägt.

Der bildungspolitische Begriff der KMK „Förderschwerpunkt emotionale-soziale Entwicklung“ wird als gemeinsame Kommunikationsformel innerhalb eines multiprofessionellen Arbeits- und Handlungsfeldes im Förderschwerpunkt der emotionalen und sozialen Entwicklung verstanden. Inklusive Bildungsprozesse nehmen dabei einen zentralen Stellenwert ein.

Die Mehrperspektivität der Begrifflichkeiten zeigt die Komplexität der Verhaltensweisen, Lebens- und Risikolagen der Zielgruppe sowie die Pluralität der Handlungsfelder auf. Vor diesem Hintergrund sehen wir folgende Konnotationen in den etablierten Begrifflichkeiten:

  • Der Terminus „Verhaltensstörung“ fungiert als phänomenologischer Kontraktionsbegriff und hat die Aufgabe deutlich unterscheidbare Verhaltensmuster zusammenzufassen.
  • Der Terminus „Verhaltensauffälligkeiten“ weist auf eine normenorientierte Perspektive hin, in deren Fokus die Maladaptivität eines gezeigten Verhaltens steht.
  • Der Terminus „Gefühls- und Verhaltensstörungen“ bietet eine emotionsakzentuierte Perspektive.
  • Der Terminus „Beeinträchtigung“ impliziert die Lebens- und Risikolagen der Kinder und Jugendlichen sowie deren Partizipationsmöglichkeiten.

 

Inklusionsverständnis

Die Fachgruppe versteht unter (schulischer) Inklusion den Zugang zu bestmöglicher Bildung unter der Berücksichtigung individueller Bedürfnisse und Voraussetzungen der Kinder und Jugendlichen. Insbesondere in Hinsicht auf Kinder und Jugendliche mit dem Förderschwerpunkt ESE/Beeinträchtigungen in der emotionalen und sozialen Entwicklung ist ein System gestufter Hilfen jenseits der beiden Extreme Separation vs. Integration/Inklusion zielführend, in dem sonderpädagogische Expertise als Grundlage verankert ist. Dabei ist eine enge Kooperation aller Beteiligten notwendig, um die Organisationsformen im Sinne der universellen, selektiven und indizierten Prävention unter erschwerten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen („schulische Inklusion in nicht inklusiver Gesellschaft“) gestalten zu können.

Inklusive Schulentwicklung ist aus der Perspektive der Bedarfe der Schüler und Schülerinnen mit Beeinträchtigung der emotionalen und sozialen Entwicklung zu betrachten. Vor diesem Hintergrund ist es Aufgabe der Sonderpädagogik, im schulischen Bildungssystem innerhalb eines ressourcenorientierten Ansatzes die allgemeinen Schulen in der Entwicklung von Förderkompetenz zu unterstützen und ihre soziale Integrationskraft sowie ihr Förderpotenzial zu stärken. In diesem Rahmen sind wichtige Ziele zu definieren: zum einen die Stärkung der Bewältigungskompetenzen der Schülerinnen und Schüler im Umgang mit risikobelastenden Lebenslagen und zum anderen die Schaffung von Förderbedingungen in der Schule, die eine störungsarme und gesunde Entwicklung ermöglichen.

 

Auftrag

Die Fachgruppe macht es sich in der schulischen und außerschulischen Ausbildung zum Auftrag, den Studierenden nicht nur vertieftes Fachwissen zu vermitteln und ihre Kompetenzen auf- und auszubauen, sondern sie darüber hinaus auch dazu zu befähigen, in anschließenden Ausbildungsphasen und Tätigkeitsfeldern einen Theorie-Praxis-Transfer leisten zu können. Der Fokus liegt hierbei auf der Vermittlung umfassender Fachkenntnisse zum sonderpädagogischen Handeln in den verschiedenen Praxisfeldern der schulischen und außerschulischen Organisationsformen des gestuften Systems sonderpädagogischer Förderung und zielt auf eine frühzeitige Aneignung berufsfeldbezogener Kompetenzen sowie auf die Entwicklung eines Professionalisierungsprofils mit individuellem Schwerpunkt auf Grundlage profunder Methoden-, Selbst- und Sozialkompetenzen.

Das Studium an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis gestattet es, die Studierenden so vorzubereiten, dass diese qualifiziert sind, pädagogische Prozesse wie z.B. Diagnostik, Förderung, und Beratung auf dem Fundament einer professionellen Grundhaltung und unter der Maßgabe von Multiperspektivität selbständig zu planen, durchzuführen und kritisch zu reflektieren. Insbesondere im Bereich der Sonderpädagogik ist eine humanistische Wertauffassung von eminenter Bedeutung. Vor diesem Hintergrund ist es ein zentrales Anliegen, im Zuge der Ausbildung die Entwicklung einer professionellen Haltung anzubahnen.

 

Lehre & Forschung

Ziele & Bausteine einer gelungenen Ausbildung

Oberstes Ziel für unsere Auffassung einer gelungenen Ausbildung ist die Vermittlung einer sonderpädagogischen Fachexpertise an unsere Studierenden, um sie zu theoriereflektierten Sonderpädagog*innen mit breiter Handlungskompetenz auszubilden.

Dies basiert auf unterschiedlichen Säulen:

  • Förderung und Bildung einer (sonderpädagogischen) Grundhaltung sowie einer kritisch-konstruktiven Perspektive
  • einschlägige Handlungskompetenzen im Handlungsfeld des Schwerpunktes ESE
  • theoriereflektiertes Denken und Verknüpfung theoretischer sowie empirischer Ansätze
  • Anwendungsbezüge in Bezug zum praktischen Handlungsfeld ESE

 

Forschung

Die Multidimensionalität und Mehrperspektivität der Zielgruppe und Handlungsfelder erfordern ein breites empirisches Forschungsprofil. In diesem findet Grundlagenforschung, im Sinne eines vom Individuum oder einer Institution ausgehenden Ansatzes, Schulentwicklungsforschung insbesondere im inklusiven Setting sowie evidenzorientierte Forschung in Bezug zu Diagnostik, Prävention und Intervention ihren Platz. Mittels theoretisch und empirisch fundierter Forschungsmethoden wird so an den für das Fachgebiet drängenden Problemen angesetzt und es werden Lösungen entwickelt, um Partizipation zu ermöglichen und Dropout zu vermeiden.

Themenvorstellung der Abschlussarbeiten 2020/2021

Die Themen für die Abschlussarbeiten 2020/2021 der Fachgruppe ESE finden Sie hier.

Aktuelle Forschungsprojekte

Aktuelle Forschungsprojekte finden Sie hier.

(Stand: 09.06.2021)