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Zwei-Fächer-Bachelor Sozialwissenschaften

Regelstudienzeit: 3 Studienjahre

Kreditpunkte: 180 KP

Inhalt

Der Zwei-Fächer-Bachelorstudiengang Sozialwissenschaften ist einer der beiden vom Institut für Sozialwissenschaften angebotenen grundständigen Studiengänge. Dieser Studiengang, den alle Studierenden mit dem Interessensgebiet Sozialwissenschaften belegen können, eröffnet als polyvalenter Studiengang drei Perspektiven:

  1. Der Zwei-Fächer-Bachelor Sozialwissenschaften mit einem fachwissenschaftlichen Studienumfang von mindestens 60 KP ist Eingangsbedingung für den Fachmaster-Studiengang Sozialwissenschaften. Berufsziel: Ein in den Sozialwissenschaften ausgebildeter Master mit beruflichen Perspektiven in wissenschaftlichen und wissenschaftsverwertenden Bereichen.
  2. Der Zwei-Fächer-Bachelor Sozialwissenschaften ist Eingangsbedingung für die verschiedenen Master of Education-Studiengänge. Möglich sind an der Universität Oldenburg Abschlüsse als M.Ed. für die Bereiche a) Grund-, Haupt- und Realschulen,b) Sonderschulen und c) Berufsschulen. Berufsziel: Lehrer mit dem Unterrichtsfach Politik in der entsprechenden Schulform.
  3. Studienabschluss als Bachelor.

Dem Studienfach Sozialwissenschaften sind auf dem aktuellen Arbeitsmarkt zwar nur wenige Berufsfelder direkt zugeordnet, jedoch werden die Anforderungen vieler Stellenprofile aufgrund der Ausbildungsinhalte von sozialwissenschaftlichen AbsolventInnen erfüllt und diese Stellen auch regelmäßig an SozialwissenschaftlerInnen vergeben. Die hierzu im Studium vermittelten Qualifikationen sind vor allem die breite politikwissenschaftliche und soziologische Grundbildung, die Fähigkeit zur Bearbeitung des Sozialen auf verschiedenen Abstraktionsgraden und daraus resultierend die Fähigkeit zur Reflexion des eigenen Handelns im Kontext sozialer Zusammenhänge. Als besonders ausgebildete Schlüsselkompetenzen sind weiterhin Reflexions- und Argumentationsfähigkeit, ein methodisches Grundwissen, sowie soziale Kompetenz und Kreativität zu nennen.

Neben der klar umrissenen Tätigkeit als LehrerIn in den verschiedenen Schulformen und neben dem klassischen Berufsfeld der Arbeit an Hochschulen sind aus den genannten Gründen Tätigkeiten in allen Bereichen der Medienlandschaft, des außerschulischen Bildungswesesn, bei Behörden, Verbänden und im politischen Bereich gängige Arbeitsgebiete für SozialwissenschaftlerInnen. Hinzu kommen in jüngster Zeit verstärkt Beschäftigungen in Presse, Redaktion und Publizistik, in Unternehmensberatungen, Werbung und Personalwesen sowie in den Bereichen Unternehmens-, Kultur- und Wissenschaftsmanagement.

Qualifikationsziele des Studiengangs

Für die Sozialwissenschaften steht der Zusammenhang zwischen sozialen Phänomenen im Mittelpunkt des Interesses. Das Soziale an diesen Phänomenen äußert sich in einer über die Individualität einzelner Akteurinnen und Akteure hinausgehenden Gemeinsamkeit – die Produktion von Sinn als emergente Eigenschaft des Sozialen. Hierbei wird jedoch implizit oder explizit auf individuelles Handeln rekurriert, das sowohl als Folge als auch als Ursache sozialer Phänomene auftritt.

Das zentrale Ziel des grundständigen sozialwissenschaftlichen Studiums ist daher die Fähigkeit zur Reflexion des eigenen Handelns im Kontext des Sozialen auf verschiedenen Emergenzebenen. Die Sozialwissenschaften

  • verstehen soziologische und politische Phänomene als Aggregationen des Sozialen in unterschiedlichen Abstraktionen: Während das Problem der Emergenz in der Soziologie als Bedingung und Folge individuellen Handelns formuliert wird, entsteht es für die Politikwissenschaft als Problem kollektiven Handelns sowie dessen Bedingungen und Folgen,
  • entwickeln ihre Fragestellungen daher aus dem Spannungsverhältnis zwischen individuellen Handlungen und sozialen Strukturen, die als Leitdifferenz des Lehr- und Forschungsprofils gesetzt werden,
  • sind prinzipiell offen und verändern und erweitern ihre Gebiete kraft ihrer internen Dynamik und dank der immer neuen grundsätzlichen Fragen, die auch von anderen Disziplinen an sie herangetragen werden.

Als Qualifikationsziele für die Studierenden ergeben sich aus diesem Selbstverständnis sowohl Kriterien auf fachlicher wie auch auf persönlicher Ebene. Ziele sind

  • einen Überblick über die zentralen Gebiete der traditionellen Disziplinen Politikwissenschaft und Soziologie zu gewinnen,
  • ausgewählte Theorien der Disziplinen zu erfassen,
  • theoretische Ansätze so zu analysieren, dass sie in Übereinstimmungen und Differenzen verstanden sind und einander ergänzend eingesetzt werden können,
  • methodisch fundiert sowohl mit Quellen und Texten, als auch mit quantitativen und qualitativen empirischen Daten umgehen zu können,
  • auf Basis der eigenen Interessen ein individuelles fachbezogenes Wissensportfolio innerhalb des Fachkanons auszubilden,
  • didaktische Kompetenz im Bezug auf fachliche Inhalte, aber auch auf eigene Gedankengänge zu entwickeln,
  • kritischen Umgang mit Quellen, Daten und Inhalten zu erlernen, der mit argumentativer Klarheit und Genauigkeit sowohl schriftlich als auch mündlich angewendet wird und auf Bereiche außerhalb der Fachwissenschaft übertragen werden kann.

Ziel des gesamten Zwei-Fächer-Bachelor-Studiengangs ist es, die geschilderten sozialwissenschaftlichen und persönlichen Ziele auf einem sehr guten grundständigen und fortgeschrittenen akademischen Niveau zu realisieren. Dabei wird die fachspezifische Ausbildung so umfassend und umfangreich gestaltet, dass sie zu einer Fortsetzung der Ausbildung in den verschiedenen Master-Studiengängen auf gehobenem wissenschaftlichen Niveau befähigt. Die vorgestellten Ziele und die damit implizit verbundenen persönlichen Kompetenzen machen den Bachelor auch zu einem berufsqualifizierenden Abschluss für diejenigen, die mit diesem Abschluss in einen Beruf oder andere Bereiche wechseln möchten.

Curriculum

Das Lehrangebot im Zwei-Fächer-Bachelorstudium Sozialwissenschaften ist als Vollzeitstudium mit einer Dauer von drei Studienjahren/sechs Semestern ausgelegt. Es lässt sich aber auch als Teilzeitstudium mit entsprechend verlängerter Studiendauer absolvieren.

Im Zwei-Fächer-Bachelor Sozialwissenschaften kann das Fach Sozialwissenschaften mit verschiedenen KP-Anteilen belegt werden. Bachelor-Studiengänge ohne Lehramtsbezug können im Umfang von 30, 60 oder 90 KP studiert werden.

Bachelor-Studiengänge mit Lehramtsbezug haben einen Umfang von 30, 54 oder 60 KP, der sich nach der gewünschten Schulform richtet. Zwischen den Studiengängen mit und ohne Lehramtsbezug wird innerhalb des Curriculums nur an zwei Stellen spezialisiert, wodurch keine doppelte Darstellung des Studiengang-Curriculums erforderlich ist. An der jeweiligen Stelle wird auf die Besonderheiten für den Lehramtsbezug hingewiesen. Alle weiteren Grundlagenregelungen, die den Studienaufbau und die abweichenden Praktikumsregelungen für Studiengänge mit Lehramtsbezug betreffen, sind in der fächerübergreifenden Systembeschreibung Kapitel 3 beschrieben.

Der Zwei-Fächer-Bachelor Sozialwissenschaften hat eine Regelstudienzeit von sechs Semestern, wovon die ersten fünf Semester für den Besuch von Lehrveranstaltungen vorgesehen sind und das letzte Semester für das Verfassen der Bachelorarbeit reserviert ist. Inhaltlich gliedert sich der Studiengang in drei curriculare Stufen:

  • Erste Stufe ist das Basiscurriculum mit einem Umfang von 30 KP. Dieser Studienabschnitt muss von allen Studierenden belegt werden und wird in der Regel im ersten Studienjahr absolviert.
  • Zweite Stufe ist das Aufbaucurriculum, das mit einem Umfang von weiteren 30 KP belegt wird. Es wird je nach gewünschtem Abschluss im zweiten bzw. zweiten und dritten Studienjahr belegt.
  • Dritte Stufe ist das Akzentsetzungscurriculum, in dem erneut 30 KP erworben werden. Es wird je nach Studienfortschritt im Anschluss an das Aufbaucurriculum, teilweise auch parallel zu diesem studiert.

Die Zuordnung der Curricula zu den verschiedenen Studienjahren oder Semestern ist abhängig vom KP-Umfang in dem das Fach Sozialwissenschaften belegt wird. Falls nicht anders angegeben beziehen sich die Angaben auf einen Studienumfang von 60 KP.

Basiscurriculum (30 KP)

Das für alle verpflichtende Basiscurriculum vermittelt Grundlagenkenntnisse in den Fächern Soziologie und Politikwissenschaft und führt in die Didaktik der Politischen Bildung ein. Damit ist auch der Erwerb einer basalen Methodenkompetenz sowie grundlegender Techniken wissenschaftlichen Arbeitens verbunden.

Im Basiscurriculum werden insgesamt fünf Module angeboten, die verpflichtend belegt werden müssen. Im ersten Wintersemester werden grundlegend die beiden  fachspezifischen Module BM 1 Einführung in die Soziologie und BM 2 Einführung in die Politikwissenschaft belegt. Sie bestehen aus jeweils einer Vorlesung und einer begleitenden Übung, in welchen Überblicke über die Bandbreite der Fächer und Einblicke in die spezifischen Denkweisen vermittelt werden. Im folgenden Semester wird dies weitergeführt durch die Module BM 3 Politisches System Deutschlands und der EU, BM 4 Einführung in die Sozialstruktur Deutschlands und BM 5 Einführung in die Politikdidaktik. In BM 3 und BM 4 werden die Grundlagen des politischen Systems und der Sozialstruktur Deutschlands dargestellt und in historischer und  europäischer Perspektive verortet. Hierdurch werden für das ganze Studium wichtige Basiselemente wie die verschiedenen politischen Institutionen und konstituierende Elemente der Sozialstruktur eingeführt und können als Schlüsselbegriffe vorausgesetzt werden. Das Modul BM 5 schließlich vermittelt eine strukturierte Einführung in die Begriffe, Gegenstände, Reflexionsebenen und Aufgabenfelder der Politikdidaktik.

Wird das Fach Sozialwissenschaften in Kombination mit einem anderen Fach im Umfang von 90 KP studiert, ist das fachwissenschaftliche Studium mit dem erfolgreichen Abschluss des Basiscurriculums beendet. Durch das Verfassen der Bachelor-Arbeit kann der akademische Bachelor-Grad erworben werden.

Wurde als 90 KP-Fach Sonderpädagogik belegt, qualifiziert dieser Studienabschluss zur Belegung des Master of Education, Berufsziel Lehramt Sonderschule. Wurde als 90 KP-Fach Wirtschaftspädagogik belegt, qualifiziert dieser Studienabschluss zur Belegung des Master of Education, Berufsziel Lehramt berufsbildende Schulen.

Aufbaucurriculum (30 KP)

Im Aufbaucurriculum ist es Ziel, neben der Vermittlung grundlegender inhaltlicher und methodischer Kenntnisse der Fächer Soziologie und Politikwissenschaft ein Studium der theoretischen Ansätze der Sozialwissenschaften und ausgewählter Anwendungsfelder zu ermöglichen, wodurch die Kompetenz zur analytischen Durchdringung gesellschaftlicher und politischer Strukturen vermittelt wird. Vertieft werden in diesem Kontext auch die didaktischen Fähigkeiten der Studierenden.

Strukturell besteht das Lehrangebot im Aufbaucurriculum aus drei Pflichtmodulen und vier Wahlpflichtmodulen, von denen zwei belegt werden müssen. Im Pflichtbereich wird ansetzend an die Kenntnisse aus dem Basiscurriculum durch die Module AM 1 Einführung in die Politische Theorie und Ideengeschichte und AM 2 Einführung in die Soziologische Theorie ein erster Zugang zu Theorien und Theoriebildung eröffnet. Ergänzt wird dies auf methodischem Gebiet durch das Modul AM 3 Einführung in die Methoden der Empirischen Sozialforschung, in dem auf wissenschaftstheoretischer Grundlage ein Überblick über gängige Methoden vermittelt wird und diese auch praktisch angewandt werden. Mittels der Wahlpflicht-Module AM 4 Soziologische Theorien, AM 5 Politische Theorien, AM 6 Internationale Beziehungen und AM 7 Didaktik der politischen Bildung können die Studierenden schließlich nach eigenen Präferenzen erste Wahlmöglichkeiten nutzen. Werden sie im Aufbaucurriculum nicht gewählt, können je nach Studienumfang die Module AM 4, AM 5 und AM 6 später im Akzentsetzungsbereich belegt werden.

Studierende, die den Master of Education mit der Fachrichtung Gymnasium anstreben, müssen das Modul AM 7 Didaktik der politischen Bildung belegen. Studierende, die das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen anstreben, absolvieren das Modul AM 7 im Masterstudiengang. In diesem Fall ergibt sich die Besonderheit, dass sich die KP-Anzahl des Aufbaucurriculums um 6 KP auf 24 KP verringert

Wird das Fach Sozialwissenschaften in Kombination mit einem anderen Fach im Umfang von 60 KP studiert, ist das fachwissenschaftliche Studium mit dem erfolgreichen Abschluss des Aufbaucurriculums beendet. Durch das Verfassen der Bachelor-Arbeit kann der akademische Bachelor-Grad erworben werden.

Studierende, die den Master of Education mit der Fachrichtung Gymnasium anstreben, und Studierende, die das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen anstreben sind nach erfolgreichem Abschluss gemäß der vorstehenden spezifischen Regelungen für den entsprechenden MA Ed. qualifiziert.

Akzentsetzungscurriculum (30 KP)

Im Rahmen des Akzentsetzungscurriculums werden auf der Basis der vermittelten grundlegenden Kenntnisse in den Sozialwissenschaften vertiefte theoretische, analytische und didaktische Kompetenzen erworben, die es erlauben, die sozialen und politischen Strukturen gesellschaftlicher Systeme zu erfassen, zu vergleichen und darzustellen. Dabei wird auch auf die Vermittlung methodischer Kompetenzen Wert gelegt. Insgesamt soll das Verhältnis von politikwissenschaftlichen und soziologischen Modulen im Studienverlauf ausgeglichen sein, das heißt, es sind von den Aufbau- und Akzentsetzungsmodulen mindestens vier politikwissenschaftliche und vier soziologische Module zu absolvieren.

Die acht Module, die im Rahmen des Akzentsetzungscurriculums angeboten werden, sind Wahlmodule. Insgesamt müssen hieraus fünf Module belegt werden. Neben den Modulen des Aufbaucurriculums  AM 4, AM 5 und AM 6 werden zur weiteren Spezialisierung die Module AS 1 Politische Systeme im Vergleich, AS 2 Entwicklung und Theorien moderner Gesellschaften, AS 3 Spezielle Soziologie I, AS 4 Internationale Beziehungen II und AS 5 Spezielle Soziologie II angeboten.

Diese Module sind in sich noch deutlich weiter differenziert. Dies geschieht innerhalb von zwei Strukturformen: Die Module AS 1, AS 2 und AS 4 differenzieren durch verschiedene Veranstaltungsthemen, die jeweils ein Spezialgebiet des übergeordneten Modulthemas darstellen. Die Module AS 3 und AS 5 differenzieren über das parallele Angebot mehrerer dieser Module, bei der jeweils das ganze Modul eine Spezialisierung mit mehreren Veranstaltungen darstellt. Um die Erklärungen hierzu nicht unnötig zu verlängern sei an dieser Stelle auf die Modulübersicht unter Punkt 2.6 verwiesen, anhand derer die beschriebenen Strukturen nachvollziehbar sind.

Bemerkt werden muss abschließend jedoch noch, dass die dargestellte inhaltliche Differenzierungsbreite an die in der Lehreinheit verfolgten Forschungsziele gekoppelt ist. Die angegebenen Spezialisierungen sind daher eine Momentaufnahme und werden dynamisch der Personalstruktur angepasst.

Wird das Fach Sozialwissenschaften in Kombination mit einem anderen Fach im Umfang von 30 KP studiert, ist das fachwissenschaftliche Studium mit dem erfolgreichen Abschluss des Akzentsetzungscurriculums beendet. Durch das Verfassen der Bachelor-Arbeit kann der akademische Bachelor-Grad erworben werden.

Fk. I Geschäftsstelle (Stand: 10.09.2018)