Relatives Alter und Händigkeit in interaktiven Individualsportarten

Neuer Beitrag zum Thema „Relatives Alter und Händigkeit“ in der Fachzeitschrift Frontiers in Sports and Active Living erschienen.

Relative Alterseffekte (RAE) sind ein weit verbreitetes Phänomen im Sport. Sie kennzeichnen den unbeabsichtigten Nebeneffekt der jährlichen Altersgruppeneinteilung, so dass Sportler*innen, die in der Nähe eines bestimmten Stichtags geboren sind (z.B. 1. Januar), mit höherer Wahrscheinlichkeit einen höheren Leistungsstatus erreichen als später geborene Sportler*innen. Die Seltenheit von Linkshänder*innen und ihr Leistungsvorteil in verschiedenen interaktiven Sportarten könnten das Auftreten von RAE in dieser Gruppe im Vergleich zu Rechtshänder*innen weniger wahrscheinlich machen.
In einem aktuellen Open-Access-Beitrag wird dieser Vermutung anhand umfassender Studien mit männlichen und weiblichen Junioren- und Seniorensportlern der internationalen Elite in den interaktiven Sportarten Fechten (Degen, Florett und Säbel), Tischtennis, Tennis und Squash nachgegangen. Insgesamt kann in beiden Studien keine empirische Unterstützung für die Hypothese gefunden werden, dass Linkshändigkeit weniger als Rechtshändigkeit mit dem Phänomen des RAE assoziiert ist. Entgegen der aus früheren Studien gezogenen Schlussfolgerungen könnte die Händigkeit kein praxisrelevanter Moderator des RAE sein, zumindest nicht im Bereich der internationalen Elite der in dieser Studie betrachteten Sportarten. Die Studienergebnisse werfen neue Fragen hinsichtlich der potenziellen Rolle auf, die die Händigkeit im Verlauf des Entwicklungsweges der Athlet*innen vom Junioren- zum Seniorenbereich in interaktiven Sportarten auf nationaler und internationaler Ebene spielen könnte.

Quelle (frei zugänglich):
Loffing, F., & Schorer, J. (2021). Handedness and relative age in international elite interactive individual sports revisited. Frontiers in Sports and Active Living, 3(62). https://doi.org/10.3389/fspor.2021.662203

(Stand: 09.06.2021)