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Zwischenevaluation des Hamburger Programms "Soziale Stadtteilentwicklung"

 

  • Projektbeschreibung

 

Projektleitung und -bearbeitungDr. Hans-Norbert MayerZeitraum2/2003 - 9/2003Auftraggeber und FinanzierungFreie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Bau und Verkehr

 

Projektbeschreibung

 

Ausgangslage:

Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg hat im September 1998 das Hamburger Programm "Soziale Stadtteilentwicklung" beschlossen. Diese Neuorientierung der Stadterneuerungsplanung richtet sich vor allem auf Stadtviertel mit wirtschaftlichen Problemen, hoher Arbeitslosigkeit, knappem und schlechtem Wohnraum, mit ökologischen, städtebaulichen, sozialen und kulturellen Defiziten. Von solchen sozialräumlichen Polarisierungen besonders betroffen sind heute verstärkt die großen Wohnsiedlungen aus den sechziger und siebziger Jahren. Um dort das Entstehen von sogenannten ´Problemgebieten´ zu verhindern, scheinen weder die klassischen baulich orientierten Sanierungsmaßnahmen noch die auf Individuen bezogenen sozialpolitischen Programme allein auszureichen.

Durch schwerpunktmäßige Förderung ausgewählter Gebiete auf die Dauer von sieben Jahren und die Durchführung von aktiven Prozessen der Quartiersentwicklung unter Beteiligung der Bewohner sollen nun die Lebensbedingungen in diesen Quartieren verbessert und die sozialen Strukturen stabilisiert werden. Das Programm "Soziale Stadtteilentwicklung" verfolgt dabei den Ansatz, auf Quartiersebene möglichst viele Handlungsstränge der Hamburger Politik zusammenzuführen, Ressourcen der einzelnen Fachbehören zu bündeln und das eigenverantwortliche Handeln auf lokaler Ebene zu fördern. Die Ziele und Ansprüche des Hamburger Programms decken sich weitgehend mit dem ein Jahr später aufgelegten Bund-Länder-Programm "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die soziale Stadt".

1999 hat der Hamburger Senat die Quartiere Horner Geest im Bezirk Hamburg-Mitte, Lurup und Osdorfer Born im Bezirk Altona, Lenzsiedlung, Stellingen-Süd und Schnelsen-Süd im Bezirk Eimsbüttel, Barmbek-Süd im Bezirk Hamburg-Nord sowie Lohbrügge-Nord im Bezirk Bergedorf in das Programm "Soziale Stadtteilentwicklung" aufgenommen. Im Jahr 2000 sind in diesen acht Gebieten Verfahren der Quartiersentwicklung nach den Vorgaben des neuen Programms eingeleitet und Quartiersentwickler für die Durchführung bestellt worden.

Ziel:

In der beauftragten Zwischenevaluation sollen die bisherigen Erfahrungen mit der Umsetzung des Programms in den genannten acht Quartieren erfasst und bewertet werden. Dabei sollen die grundsätzlichen Handlungsmöglichkeiten des Programms und sinnvolle zukünftige Handlungsschwerpunkte für Hamburg aufgezeigt werden. Das Gutachten soll Empfehlungen für die Fortführung der laufenden Verfahren sowie für die beabsichtigte Fortschreibung des Programms enthalten.

Zentrale Fragestellungen:

- Wurde die Bündelung von Ressourcen der einzelnen Fachbehörden für einen effektiven Einsatz in den Quartieren erreicht?

- Wirken Bewohner und lokale Akteure in angemessener Vertretung bei der Quartiersentwicklung mit?

- Wird das Quartiersentwicklungskonzept als ein wichtiges Instrument der Kommunikation und der Transparenz begriffen?

- Sind die aufgestellten gebietsbezogenen Entwicklungsziele im Rahmen des Programms erreichbar und gibt es Kriterien für die Erfolgskontrolle?

- Wurde der Anspruch, möglichst viele Synergieeffekte zu erzielen, bei der Projektentwicklung ausreichend berücksichtigt?

- Sind bereits positive Effekte in den Gebieten sichtbar?

- Konnten neue Selbsthilfeaktivitäten auf Quartiersebene angeregt werden?

Methoden:

Die Sekundäranalyse fallbezogener Unterlagen umfasst in erster Linie die Auswertung der vorliegenden Quartiersentwicklungskonzepte sowie von behördeninternen Berichten und Stellungnahmen. Zentrale Untersuchungsmethode sind jedoch offene, qualitative Experten-Interviews mit den Quartiersentwicklern, den Beauftragten der Bezirke, Mitarbeitern von Fachbehörden sowie weiteren am Prozess beteiligten Akteuren vor Ort.

Fk. I /6avyGeschäftsstettublle (norbert.gestring@uol.de) (Stand: 21.08.2020)