Referate

Stichworte zur Anfertigung von Referaten

Ein Referat umfasst in der Regel

  1. einen mündlichen Vortrag im Seminar,
  2. die Diskussion des Vortrag,
  3. die schriftliche Ausarbeitung (siehe hierzu auch Hinweise zum Schreiben von Hausarbeiten und Hinweise für die formale Gestaltung von Hausarbeiten).

Die Sitzungen werden durch die Referentinnen und Referenten in Absprache mit den Lehrenden vorbereitet und geleitet.

Wesentliche Aufgabe eines Referates ist es, den Stoff, etwa die Thesen einer Autorin oder eines Autors bzw. die Kontroversen über ein Thema oder das Wissen über einen Gegenstand aufgrund der einschlägigen Studien möglichst genau darzustellen und kritisch zu reflektieren. Dabei ist die Trennung von Darstellung des Stoffs und eigener Einschätzung und Kritik notwendig.

Das Referierte sollte mit eigenen Worten dargestellt werden, d.h., die Referentin bzw. der Referent sollte sprachlich nicht eng am Text kleben und keine ausführlichen Zitate bringen. Zitate müssen auch in Referaten stets als solche gekennzeichnet werden.

Für den mündlichen Vortrag sollte ein angemessener Einsatz von Medien und ggf. ein Thesenpapier vorbereitet werden.

A) Grobgliederung für Referate, in denen eine Studie behandelt wird

  1. Erkenntnisinteresse, zentrale Fragestellung: Was will der Verfasser herausbekommen, warum beschäftigt er oder sie sich mit dem Thema, in welchem Verwendungszusammenhang sieht er das Thema, vor dem Hintergrund welcher Überlegungen behandelt er die angeschnittene Problematik?
  2. Welches sind die zentralen Thesen, wesentlichen Behauptungen, die die Autorin belegen will?
  3. Methoden: Was sind die empirischen Grundlagen der Studie?
  4. Darstellung der wesentlichen Aussagen und Ergebnisse. Was sagt der Autor aus? Hier kommt es darauf an, die Aussagen der Autorin oder des Autors detailliert darzustellen, so dass sich jeder Seminarteilnehmer einen Überblick über die wesentlichen Aussagen, Ergebnisse und ihren Zusammenhang erarbeiten kann. Dies ist der Hauptteil eines Referats.
  5. Argumentativer Aufbau der referierten Arbeit. Wie geht die Autorin vor beim Versuch, seine Thesen zu belegen? Welche Argumentationsmuster werden angeführt?
  6. Kritische Einschätzung, eigene Beurteilung. Sie ist auf unterschiedliche Weise möglich:
    • Immanente Kritik, d.h. stimmt die Beweisführung in sich, sind die Methoden und die angeführten Daten geeignet?
    • Gibt es entgegenstehende Auffassungen, Meinungen anderer Autorinnen, die die Auffassung des referierten Autors widerlegen?
    • Ist der Gegenstand des Referates richtig bestimmt oder wird nur ein Ausschnitt aus der Realität wahrgenommen?
    • Ist eine etwaige Verkürzung der Realität auf ein bestimmtes Interesse und wenn ja, auf welches zurückzuführen?
    • Eigene Einschätzungen, Erfahrungen, Meinungen des Referenten.
    • Zusammenfassung

B) Grobgliederung für Referate, in denen eine Fragestellung behandelt wird

  1. Erkenntnisinteresse, zentrale Fragestellung: Welches Problem wird behandelt, warum ist es ein sozialwissenschaftlich relevantes Thema, worin liegt die politische Relevanz des Themas, was ist das Ziel (Erkenntnisinteresse) des Referats?
  2. Welches sind die zentralen Thesen, wesentlichen Behauptungen, zu der behandelten Frage? Skizzieren Sie kurz die Positionen zum Thema und begründen Sie, welche Positionen Sie im Folgenden näher behandeln.
  3. Darstellung der wesentlichen Aussagen und Ergebnisse. Was sagen die Autorinnen und Autoren aus? Hier kommt es darauf an, die Postitionen detaillierter darzustellen, so dass sich die Seminarteilnehmer einen Überblick über die wesentlichen Aussagen, Ergebnisse und ihren Zusammenhang erarbeiten kann. Dies ist der Hauptteil eines Referats.
  4. Argumentativer Aufbau: Wie gehen die Autorinnen und Autoren vor beim Versuch, ihre Thesen zu belegen? Welche Argumentationsmuster werden angeführt? Auf welcher Grundlage argumentieren Sie (theoretisch / empirisch)?
  5. Zusammenfassung und kritische Einschätzung, eigene Beurteilung der Positionen. Sie ist auf unterschiedliche Weise möglich (s.o.). Kann man beim aktuellen Stand der Forschung u.U. schon politische Konsequenzen formulieren? Welche weitere Forschung wäre nötig, um in einer Kontroverse zu entscheiden, welche Position die richtige ist?
(Stand: 21.08.2020)