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VA-Details

Semester: Wintersemester 2021

4.03.3701 Beunruhigung als didkatisches Prinzip -  


Veranstaltungstermin

  • Mittwoch: 14:15 - 15:45, wöchentlich (20.10.2021 - 02.02.2022)

Beschreibung

Hermeneutisch verstanden sind Philosophie und Didaktik zwei Seiten derselben Medaille. Verstehen (Philosophie) und Lehren und Lernen (Didaktik) verbinden sich innerhalb der unterrichtenden Praktik des Philosophierens mit Schülerinnen und Schülern (SuS) zu einer Einheit, die aus dem verstehen lernen der SuS und dem Verstehen lehren und lernen der Lehrerinnen und Lehrer besteht. Der kategoriale Rahmen für die Doppelrolle der zugleich lehrenden und lernenden Lehrenden ist ein sokratischer, der von der beunruhigenden Dimension philosophischen Fragens bestimmt sein sollte, ohne die eine kompetenzorientierte Philosophiedidaktik nicht auskommt.
Das dabei zum Thema Gemachte reduziert sich dabei nicht auf die diskursive Dimension und das begriffliche Resultat der gesprochenen Sprache (Wie sage ich, was ich schon weiß?), sondern dient dem Verstehen in einem umfänglichen Sinn: Wie habe ich a) zu verstehen, was sich mir b) zeigt? – wobei a) und b) Praktiken sind, bei denen auf der Subjektseite eine sokratische (fragende) Grundhaltung und auf der Objektseite ein verstehendes (die Unterrichtsgegenstände problematisierendes) Prinzip vorherrschend sein sollte.
Verstehendes Philosophieren verwirklicht sich im schulischen Unterricht in kommunikativen Vollzügen und benötigt vorab nichts theoretisch und methodisch Vor-, Neben- oder Übergeordnetes, welches sich vielmehr erst im gemeinsamen Gespräch problembezogen schrittweise sowohl konkret wie abstrakt, sowohl praktisch wie theoretisch erschließen soll. Das Verhältnis dieses Vollzuges zur akademischen Philosophie ist voller Spannungen, weil die verstehenden Praktiken niemals vollständig im diskursiven System theoretischer Ausarbeitungen aufgehen können. „Das Spiel möchte man sagen, hat nicht nur Regeln, sondern auch einen Witz.“ (Ludwig Wittgenstein)
Bei diesem Seminar handelt es sich um eine seit dem Sommersemester 2014 durchgeführte gemeinsame Bearbeitung und Erprobung von studentischen unterrichtspraktischen Ideen, Beispielen und Methoden auf der Grundlage einer individuellen Präsentation, bei der sowohl Bachelor- wie Masterstudierende gerne willkommen sind.

Literatur:

Martin Wagenschein: Verstehen lehren. Genetisch – Sokratisch – Exemplarisch, Weinheim 1999; Horst Rumpf/Ernst-Michael Kranich: Welche Art von Wissen braucht der Lehrer? Stuttgart 2000; Martin Wagenschein: „zäh am Staunen“. Pädagogische Texte zum Bestehen der Wissensgesellschaft, Seelze - Velber 2002; Andreas Gruschka: An den Grenzen des Unterrichts, Opladen 2010; Andreas Gruschka: Verstehen lehren. Ein Plädoyer für guten Unterricht, Stuttgart 2011; Volker Pfeifer: Didaktik des Ethikunterrichts. Bausteine einer integrativen Wertevermittlung, Stuttgart 2013, 3., überarbeitete und erweiterte Auflage; Julian Nida-Rümelin/Irina Spiegel/Markus Tiedemann (Hg.): Handbuch Philosophie und Ethik, 2 Bände, Paderborn 2017, 2. durchgesehen Auflage; Ludwig Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen (1958) Frankfurt am Main 1971; Hans Joas: Die Entstehung der Werte, Frankfurt an Main 1999, 6. Auflage 2013; Michael Hampe: Die Lehren der Philosophie. Eine Kritik, Frankfurt am Main 2014.

DozentIn

Studienbereiche

  • Studium generale / Gasthörstudium

SWS
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Art der Lehre
Ausschließlich Präsenz

Lehrsprache
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empfohlenes Fachsemester
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Für Gasthörende / Studium generale geöffnet:
Ja

(Stand: 09.06.2021)