Studiengang

Applied Economics and Data Science - Master

Ausrichtung und Ziele

Die Formulierung und Bewertung von staatlichen Eingriffen in Märkte zur Gewährleistung ihrer Funktionsfähigkeit oder zur Durchsetzung von gesellschaftlichen Zielen sind seit jeher ein zentraler Bestandteil der Volkswirtschaftslehre. Ein klassisches und aktuell kontrovers in der Öffentlichkeit diskutiertes Beispiel ist die Marktregulierung zu Umweltschutzzwecken, etwa durch Einführung einer Steuer oder durch Ausdehnung des Zertifikatehandels zur Reduktion von CO2-Emissionen. Weitere Beispiele finden sich in Bereichen der Entwicklungspolitik, des Außenhandels, des Wohnungsmarkts und der Finanzmärkte.
All diesen Bereichen ist gemein, dass für die Bewertung der Eingriffe die Nutzung von sehr großen Datenmengen nötig ist und ein Mix moderner empirischer Methoden, wie ökonometrische Schätzungen, Simulationstechniken und Verarbeitungs- und Analysemethoden für Big Data, angewendet werden müssen.
Dieser Studiengang, an der Schnittstelle von VWL und Informatik, trägt der Entwicklung Rechnung, dass sich die empirischen Methoden zur Analyse von Daten aus beiden Disziplinen immer weiter annähern. Die ständig wachsenden Datensätze, welche zur Analyse von volkswirtschaftlichen Fragestellungen benutzt werden, führen dazu, dass die Verwendung von Methoden zur Analyse von Big Data zusehends Einzug in die VWL halten.

Der Studiengang Applied Economics and Data Science verbindet die Gebiete der Volkswirtschaftslehre und Informatik. Ziel des Studiengangs ist es, vertiefte Kenntnisse der theoretischen Konzepte und der empirischen Erkenntnisse zu staatlicher Regulierung, vertiefte methodische Kenntnisse moderner Analyseverfahren empirischer Daten, sowie die Fähigkeit zur Aufbereitung, Analyse und Interpretation von großen Datensätzen zu vermitteln.
Im Zentrum der Vermittlung steht das Erlernen, Anwenden und kritische Hinterfragen von in der aktuellen Forschung eingesetzten Methoden und Konzepten zur Analyse und Beantwortung von Fragestellungen in der Volkswirtschaftslehre mit Hilfe empirischer Daten.
Der M.Sc. Applied Economics and Data Science ist ein forschungsorientierter Studiengang, in dem die Studierenden systematisch an den aktuellen Stand der Forschung herangeführt werden und in dem sie bereits ein selbstentworfenes Forschungsprojekt durchführen. Dies setzt die Studierenden in die Lage, nach dem Abschluss einen eigenen Beitrag zur Forschung zu leisten.

Studienaufbau und Studieninhalte

Das Studium des viersemestrigen Fach-Masters Applied Economics and Data Science umfasst 120 Kreditpunkte (KP) und teilt sich in vier Studienbereiche ein.

Im Studienbereich Economics (36 KP) werden die volkswirtschaftlichen Kenntnisse über Marktmechanismen, Internationaler Handel, Finanzmärkte, Entwicklungsökonomik, Klima-, Energie- und Ressourcenökonomik in den beiden Pflichtmodulen „Advanced Microeconomics“ und „Industrial Organization“ sowie in den drei Wahlpflichtmodulen, vermittelt.

Im Studienbereich Empirical Methods (18 KP) werden fortgeschrittene Methoden im Bereich der Ökonometrie, der Statistik und der Simulation vermittelt. Diese stellen heute die Grundlage aller empirischen Forschung im Bereich der VWL dar, die den heutigen methodischen Ansprüchen entsprechen.

In den Modulen des Studienbereichs Data Science (18 KP) werden aktuelle Methoden des Datenmanagements, des Maschinellen Lernens und des Deep Learnings vermittelt und die Studierenden somit in die Lage versetzt, diese Techniken für Analysen im Bereich der Volkswirtschaftslehre einzusetzen.

Die Wahlpflichtmodule im Bereich Specialization (18 KP), ermöglichen es den Studierenden ein individuelles Profil zu erwerben. Hierbei ist es ihnen möglich, Kurse aus den Studienbereichen Economics, Empirical Methods und Data Science zu wählen. Über diese Bereiche hinaus können weitere Module auch aus dem Bereich der BWL, des Rechts und der Informatik belegt werden, um sich so nach den eigenen Interessen und Berufswünschen zu spezialisieren.

Lehr- und Lernformen

Die Module des Masterstudiengangs Applied Economics and Data Science weisen unterschiedliche Lehrveranstaltungen wie Vorlesungen, Seminare und praktische Übungen auf. Davon werden auch Module in Form des forschungsorientierten Lernens angeboten.

Sprachkenntnisse

Deutsche Sprachkenntnisse sind für die Zulassung nicht notwendig.

Für ein Studium dieses Studiengangs an der Universität Oldenburg müssen Studierende mit der Bewerbung ausreichende englische Sprachkenntnisse nachweisen:

Englischkenntnisse laut Zugangsordnung
  • Sprachtest auf Niveau B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GeR) oder
  • wenn ein erster Hochschulabschluss in englischer Sprache in einem Land mit Englisch oder Deutsch als Amtssprache erworben wurde.
Die nachgewiesene Qualifikation darf zum Zeitpunkt der Bewerbung nicht älter als 2 Jahre sein.

Weitere Informationen finden Sie unter Sprachliche Voraussetzungen

Berufs- und Tätigkeitsfelder

Für die Absolvent:innen des Studiengangs ergeben sich vorwiegend die folgenden Berufsfelder:
  • Zielgruppe sind zukünftige Entscheidungsträger:innen in Politik und Verwaltung, die für die Gestaltung und Umsetzung von Politikmaßnahmen verantwortlich sind. Beispiele für mögliche Arbeitgeber sind
    • das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit,
    • das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie,
    • das Nds. Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz
    • entsprechende Landesministerien anderer Bundesländer,
    • die entsprechenden Einrichtungen auf EU-Ebene,
    • das Bundesumweltamt,
    • NGOs wie der BUND, WWF
    • politische Parteien
All diese Arbeitgeber sind mit der Konzipierung oder der Umsetzung von Politikinstrumenten wie z.B. einer CO2-Steuer beschäftigt und müssen daher eine Einschätzung der Wirkung und der möglichen Folgen einer Einführung vornehmen.
  • Angestellte im privaten Sektor, die Auswirkungen von gesetzlichen Regulierungen bewerten und Konsequenzen zu prüfen haben. Beispiele für mögliche Arbeitgeber sind
    • die Automobilindustrie,
    • Energieversorger,
    • IT-Unternehmen.
Jedes dieser Unternehmen ist auf den Absatzmärkten mit staatlicher Regulierung konfrontiert, die gegebenenfalls die Gewinne und Entwicklungsmöglichkeiten beeinflussen und Entscheidungen über Investitionen tangieren. Dementsprechend müssen Vorhersagen über die Effekte der Regulierungen als Entscheidungsgrundlage vorgenommen werden.
  • Mitarbeiter:innen in Universitäten und Forschungseinrichtungen, die zur Implementierung und Effizienz von Regulierungen und staatlichem Handeln forschen. Mögliche Arbeitgeber sind
    • die Wirtschaftsforschungsinstitute wie z.B. das DIW, ZEW, IfW oder das IfO-Institut
    • Universitäten, die entsprechende Schwerpunkte gebildet haben. Im Bereich der Nachhaltigkeit z.B. Universität Oldenburg, Universität Hamburg, Universität Lüneburg.

Da der Studiengang forschungsorientiert ist, bietet sich für Absolvent:innen auch eine Promotion an.

Zugangsvoraussetzungen

  • Bachelorabschluss oder diesem gleichwertigen Abschluss in einem fachlich geeigneten vorangegangenen Studiengang der Nachhaltigkeitsökonomik, Volkswirtschaftslehre, Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik oder einem anderen fachlich geeigneten Studiengang im Umfang von mindestens 180 LP.
Fachlich geeignet ist ein vorangegangenes Studium, wenn es die folgenden Kompetenzen in den Bereichen vermittelt hat:
  • Volkswirtschaftslehre mit mindestens 24 Leistungspunkten
  • Mathematik mit mindestens 12 Leistungspunkten
  • Statistik mit mindestens 12 Leistungspunkten
  • Ökonometrie mit mindestens 6 Leistungspunkten

Englischkenntnisse laut Zugangsordnung
  • Niveau B2 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GeR)
Weitere Details siehe Sprachkenntnisse auf dieser Seite.

Bewerbung/Zulassungsmodalitäten

Der Studiengang ist zulassungsbeschränkt. Eine Bewerbung ist nur zum Wintersemester möglich.
Bewerbung zum Wintersemester bis 15.07.
(Stand: 09.06.2021)