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Kommentar und Seminarplan

Kommentar:

Die Entscheidung, die documenta 1955 „auf den Ruinen von Kassel“ einzurichten, war mindestens ebenso politisch wie ästhetisch motiviert. Die Kunst schien zwar „unpolitisch“ zu sein, aber ihre Präsentation und damit auch sie selbst wurden dennoch als politisches Statement aufgefaßt.

Die folgenden künstlerischen Entwicklungen seit dem Beginn der sechziger Jahre lassen sich — vielleicht im Anschluß daran — im Sinne einer zunehmenden Politisierung künstlerischer Produktion lesen. Diese explizit politischen Aspekte künstlerischer Tätigkeit schließen sowohl Beuys „Organisation für direkte Demokratie“, die Reaktion auf den Tod der RAF-Inhaftierten in Stammheim durch Gerhard Richters Zyklus „18. Oktober 1977“ als auch die mit Beginn der siebziger Jahre entstehenden Arbeiten von Künstlerinnen im Kontext der neuen Frauenbewegung mit ein.

Im Mittelpunkt des Seminars steht die Aufarbeitung dieser u.a. Beispiele der Verzahnung künstlerischer Arbeit mit der bundesrepublikanischen Geschichte seit 1945. Darüber hinaus soll aber auch der Beschäftigung mit methodischen Fragestellungen Raum gegeben werden. Zentral wird dabei sein zu untersuchen, welchen Nutzen die interdisziplinäre Arbeit von KunsthistorikerInnen und HistorikerInnen für die Erschließung dieses Themenfeldes bringen kann. Da die Seminarleitung interdisziplinär besetzt ist, werden die Perspektiven beider Disziplinen zu ihrem Recht kommen.

 

Seminarplan:

30.10. Einführung

6.11.   „Entartete Kunst“
          
Referat Geschichte: Nachkriegszeit

13.11. Dokumenta I
           Referat Geschichte: Doppelter Antitotalitarismus: NS/DDR
          
Referat Kunstgeschichte: Aufbau etc. der Dokumenta

20.11. Nationale Mythen
           Referat Geschichte: Widerstand NS/DDR, Geschichtskultur BRD
           Referat Kunstgeschichte: Rezeption Kolbe/Lehmbruck

27.11. Joseph Beuys
           Referat Geschichte: NS-Aufarbeitung BRD 50er/60er
           Referat Kunstgeschichte: Beuys Material

4.12.    Performance
           Referat Geschichte: Spiegel-Affäre
           Referat Kunstgeschichte: Einige Happenings

11.12. Dokumenta IV 1968
           Referat Geschichte: Reformeuphorie/„Die Verhältnissse zum Tanzen bringen“
           Referat Kunstgeschichte: Diskussion um Entpolitisierung der Kunst am Bsp. Pop Art

18.12. Gerhard Richter
           Referat Geschichte: Terrorismus
           Referat Kunstgeschichte: Über Richters Terroristen-Zyklus

8.1.     Doppelsitzung Frauenbewegung
          
Referat Geschichte: 1968 und  Frauenbewegung

22.1.   Palast der Republik
           Referat Geschichte: Der Palast als Identifikationsquelle für DDR-Bürger
           Referat Kunstgeschichte: Palast-Architektur

29.1.   Holocaust-Denkmal und Neue Wache
           Referat Geschichte: Wiedervereinigung und Neuer Nationalismus
           Referat Kunstgeschichte: Entwürfe vorstellen/Neue Wache, Kollwitz

Webmastwuer Twuzk7homas Etzeevmüller26f (theaqomas.etzwoemueller@uoak0l.de) (Stand: 07.11.2019)