Navigation

Kommentar und Seminarplan

Kommentar:

Nach wie vor spielt der Nationalsozialismus eine wichtige Rolle für die deutsche Identität und Politik. Verbissen wurde (und wird) versucht, diese Vergangenheit zu „bewältigen“, aber sie läßt uns nicht los. In diesem Seminar soll untersucht werden, wie in beiden deutschen Staaten seit 1945 der Nationalsozialismus verarbeitet wird. Wie veränderte sich das Bild des „Dritten Reichs“? Wie veränderte sich der Umgang mit der deutschen Vergangenheit? Welche Rolle spielte der Nationalsozialismus in der deutschen Gesellschaftspolitik — und in den innerdeutschen Beziehungen? Dieser Frage werden wir anhand ausgewählter Ereignisse von den Nürnberger Prozessen bis zum Streit um die Holocaust-Gedenkstätte in Berlin nachgehen.

Peter Reichel: Vergangenheitsbewältigung in Deutschland. Die Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur von 1945 bis heute (Beck’sche Reihe, 1416), München 2001

Seminarplan:

20.10. Einführung

27.10. Vom Vergessen und Erinnern: Vergangenheitsbewältigung −
            Vergangenheitspolitik in Deutschland 
            Lektüre: Boroznjak, Ahlheim/Heger

3.11.   Opferdiskurs: Nürnberg und die Folgen
            Lektüre: Nürnberger Protokolle: Kemper, Göring, Steinbach

10.11. Der getrübte Blick: Historiker und der Nationalsozialismus
            Lektüre: Briefwechsel Broszat/Friedländer

17.11. Amnesien? Die NS-Vergangenheit in Dorfchroniken
            Lektüre: Auszüge aus Dorfchroniken, IZRG-Aufsatz

24.11. Amnesie: Die „antifaschistische DDR“ 
            Lektüre: DDR-Texte zu BRD-NS-Skandalen

1.12.   Eine nationale Biographie: Albert Speer
            Lektüre: Speer, Autobiographie (Auszüge), Breloer, Fest

8.12.   Auschwitz und Eichmann – Täter bekommen ein Gesicht
            Lektüre: Arendt, Eichmann in Jerusalem (Auszüge), Langbein oder Naumann
            oder Fritz-Bauer-DVD, DDR-Text, Stern 14.3.1965

15.12. Opferdiskurs: Der Bombenkrieg 
            Lektüre: Friedrich, Der Brand; Zeitungskritiken zum „Brand“

12.1.06 „Hakenkreuz und Einschaltquote“: Selling Hitler
            Lektüre: Stern, Hitlertagebücher (Auszüge aus den Artikeln), Eichinger, „Der
            Untergang“ ; zur Medienanalyse, bes. NS in Medien

19.1.   Erinnerungen: Traudl Junge und Leni Riefenstahl 
            Lektüre: Auszüge aus den jew. Autobiographien, Ausschnitt aus dem
            Dokumentarfilm über L.R.

26.1.   „Opa war kein Nazi“ – Die Schwierigkeit des persönlichen Erinnerns
            Lektüre: Auszüge aus Welzer et. al.; Moller, Familiengespräche

2.2.     Die Schwierigkeit des offiziellen Erinnerns
            Lektüre: DDR-Volkskammer-Resolution 1990, Debatte Holocaust-Denkmal

3./4.2. Abschluß: Exkursion nach Berlin (Holocaust-Mahnmal, Gedenkstätte des
            deutschen Widerstandes, Haus der Wannseekonferenz, Gestapo-Gedenkstätte

9.2.     Wie schreibt man eine Hausarbeit?

Webms8masu5ster Thomaspygae Etzemkjbyyüller8my (thomas.etzx7w0wemuellea2/r@uol.deih) (Stand: 07.11.2019)